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Drugcom: Archiv: Ecstasy und psychische Probleme

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News-Archiv


Archiv Jahr 2011


18.11.2011

Ecstasy und psychische Probleme

Am Tag danach kann die Gemütslage schon mal etwas trüber ausfallen. Denn der „Kater“ nach Ecstasy kann von depressiven Symptomen geprägt sein. Wie steht es aber um die langfristigen Risiken? Macht Ecstasy womöglich depressiv oder sind es doch andere Faktoren? Ein australisches Forschungsteam ist der Sache nachgegangen - mit überraschendem Ergebnis.

blaue Ecstasypille mit eingeprägtem Herz als Logo

Bild: leviticus / istockphoto.com

1978 veröffentlichten die Chemiker Alexander Shulgin und David Nichols erstmals einen wissenschaftlichen Artikel, in dem die Wirkungen von MDMA, dem Wirkstoff von Ecstasy, beschrieben wurden. Zahlreiche Studien wurden seitdem veröffentlicht. In der wissenschaftlichen Datenbank Medline sind über 3.500 Fachartikel unter dem Suchbegriff „MDMA“ registriert. Doch vieles ist immer noch nicht geklärt. So konnte die Frage, ob Ecstasy langfristig depressiv macht oder Angststörung verursacht, bis heute nicht eindeutig beantwortet werden.

Vielzahl an möglichen Einflussfaktoren

Das Problem: Psychische Störungen können von einer Vielzahl an Ursachen ausgelöst werden. Traumatische Erlebnisse gehören ebenso dazu wie bestimmte genetische Grundlagen. Und wer Ecstasy konsumiert, raucht meist auch Cannabis oder nimmt andere Drogen, manchmal auch alles zusammen. Da ist es schwierig, das Auftreten psychischer Probleme auf nur eine Substanz zurückzuführen.

Ein australisches Forschungsteam hat den Versuch unternommen, die wichtigsten Faktoren, die mit Depressionen und Angststörungen zusammenhängen, in ihrer Studie zu berücksichtigen. Dan Lubman und sein Team haben hierzu 184 Personen, die im letzten Jahr mindestens einmal Ecstasy konsumiert haben, mit Hilfe von Fragebögen, Interviews und Genanalysen gründlich durchgecheckt.

Wie es sich für eine seriöse Forschungsstudie gehört, hatte das Team vorab ihre Forschungshypothesen formuliert. Sie gingen davon aus, dass es zumindest einen oberflächlichen Zusammenhang zwischen Ecstasykonsum und psychischen Probleme wie Depressionen und Angststörungen gibt. Sie vermuteten zudem, dass dieser Zusammenhang in Wirklichkeit auf andere Umweltbedingungen und genetische Faktoren zurückgeführt werden kann. Ecstasykonsum selbst sei insofern eher eine Folge dieser Faktoren, sprich: Wer psychisch ohnehin belastet ist, wird eher zu Ecstasy greifen.

Überraschendes Ergebnis

Die Ergebnisse offenbarten jedoch auch Lubman und seinem Team eine Überraschung: So ließ sich überhaupt kein Zusammenhang zwischen dem Ausmaß von Depressionen und Angststörungen auf der einen und der Intensität des Ecstasykonsums auf der anderen Seite feststellen. Zwar gab jede fünfte Person in der Studie an, schon mal unter depressiven Symptomen gelitten zu haben, jedoch ließ sich kein systematischer Zusammenhang mit der Anzahl jemals konsumierter Ecstasypillen nachweisen. Ihre erste Hypothese, der zufolge Ecstasy signifikant mit psychischen Problemen zusammenhängt, wenn man weiterer Einflussfaktoren außer Acht lässt, wurde somit nicht bestätigt.

Aus der Vielzahl an möglichen Faktoren ragten einige jedoch hervor: Der Tabakkonsum sowie das Einstiegsalter in den Cannabiskonsum sind den Analysen zufolge signifikant mit dem Schweregrad von Angststörungen verbunden. Traumatische Lebenserfahrungen und aktuell stresserzeugende Umstände wie Trennungen oder Jobverlust hingen ebenfalls signifikant mit aktuellen depressiven Symptomen und Angststörungen zusammen. Hingegen konnte ein genetischer Zusammenhang, wie er in einer früheren Studie gefunden wurde, nicht bestätigt werden.

Letztlich wird auch diese Studie wohl nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Lubman und sein Team weisen in ihrem Fachartikel selbst darauf hin, dass ihre Untersuchung mit einigen Einschränkungen verbunden ist. So lässt das Studiendesign keine Aussagen über die Ursachen von Angst und Depressionen zu. Dazu müssten Längsschnittstudien mit mehreren Messzeitpunkten durchgeführt werden. Also wird wohl noch weiter geforscht werden müssen.

Quelle:
Scott, R., Hides, L., Allen, S., Burke, R. & Lubman, D. (2010). Depressive and anxiety symptomatology in ecstasy users: the relative contribution of genes, trauma, life stress and drug use. Psychopharmacology, 209, 25-36. Artikel

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