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Drugcom: Archiv: Warnhinweise wirken

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News-Archiv


Archiv Jahr 2012


06.07.2012

Warnhinweise wirken

Dass das Rauchen von Tabak gesundheitsschädlich ist, dürfte den meisten Menschen hinlänglich bekannt sein. Was sollen Warnhinweise auf Zigarettenpackungen da noch bewirken, mögen sich der eine oder die andere fragen. In einer Längsschnittstudie wurden nun Belege dafür erbracht, dass Warnhinweise tatsächlich wirken - und zwar bei ehemaligen Raucherinnen und Rauchern.

Warnhinweis auf Zigarettenpackung "Rauchen kann tödlich sein"

Bild: MichaelJay / istockphoto.com

Seit einigen Jahren sind Zigarettenhersteller europaweit verpflichtet, großflächige Warnhinweise auf der Vorder- und Rückseite von Zigarettenpackungen zu drucken. Viel wurde im Vorfeld über die Sinnhaftigkeit diskutiert, doch die Forschung kann inzwischen eine Reihe an Studien vorweisen, in denen Warnhinweise eine wichtige Funktion zugesprochen wird: Sie machen nicht nur auf die Risiken aufmerksam, sondern verringern auch die Attraktivität der Verpackung und bestärken Ausstiegswillige ihn ihrem Entschluss.

Bislang war jedoch die Wirkung, die derartige Warnhinweise auf ehemalige Raucherinnen und Raucher haben, noch weitestgehend unerforscht. Ein australisches Forschungsteam um Studienleiter Ron Borland und sein Forschungsteam haben sich dieses Themas angenommen und die Daten einer groß angelegten 4-Länderstudie analysiert. Die Studie wird aktuell in Kanada, Australien, Großbritannien und den USA durchgeführt und überprüft die Auswirkungen von gesetzlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Rauchens.

Teilgenommen haben 1.936 Personen, die zu Studienbeginn noch geraucht haben, im Verlaufe der Studie aber aus dem Rauchen ausgestiegen sind. Die letzte Befragung fand ein Jahr nach dem Rauchausstieg statt.

Erhöhte Rückfallgefahr durch Warnhinweise?

Auf den ersten Blick lieferte die Studie ernüchternde Ergebnisse. Rund 43 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind wieder rückfällig geworden. Das ist allerdings nicht ungewöhnlich, dokumentiert es einmal mehr das hohe Abhängigkeitspotential von Nikotin. Interessanter war hingegen das Ergebnis, dass ein Rückfall umso wahrscheinlicher war, je häufiger ehemaligen Raucherinnen und Raucher Warnhinweise wahrgenommen haben.

Dazu muss man allerdings wissen, dass ein statistischer Zusammenhang nicht unbedingt gleichzusetzen ist mit Ursache und Wirkung. Große Füße sind beispielsweise keine Ursache für höheres Einkommen, auch wenn es diesen Zusammenhang tatsächlich gibt. Denn in Wirklichkeit verdienen Männer in unserer Gesellschaft im Durchschnitt mehr als Frauen - und haben meist größere Füße.

So zeigte sich in der vertiefenden Analyse, dass andere Faktoren wichtiger waren, darunter ein rauchender Freundeskreis, häufiges intensiven Verlangen nach einer Zigarette und eine geringe Selbstwirksamkeitserwartung. Letzteres bezeichnet die Erwartung an sich selbst, bestimmte Dinge umsetzen zu können. Wenn man sich beispielsweise vornimmt, mit dem Rauchen aufzuhören und sehr stark davon überzeugt ist, dies auch erfolgreich zu tun, hat man eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung. Werden die genannten Faktoren in die Analyse mit einbezogen, so ist der Zusammenhang zwischen dem Rückfallrisiko und der Häufigkeit, mit der Warnhinweise wahrgenommen werden, schließlich nicht mehr signifikant.

Im Kontrast dazu waren Rauchaussteiger, die von sich sagten, dass ihnen die Warnhinweise sehr dabei helfen, abstinent zu bleiben, im Vergleich zu Personen, die angaben, dass ihnen die Warnhinweise keine Hilfe sind, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit noch nach einem Jahr rauchfrei. Das Forschungsteam vermutet, dass dieses Ergebnis ebenfalls mit einer hohen Selbstwirksamkeitserwartung zusammenhängt.

Aktive Nutzung von Warnhinweisen

Borland und sein Team schlussfolgern, dass Warnhinweise nicht automatisch wirksame Argumente für den Rauchausstieg liefern. Vielmehr müssten diese in einer aktiven Art und Weise verwendet werden. Eine aktive Nutzung wäre beispielsweise dann gegeben, wenn sich die Person in Situationen, in denen sie den Wunsch nach einer Zigarette verspürt, gezielt auf den Text der aufgedruckten Warnhinweise konzentriert, um sich die Argumente bewusst zu machen. Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen daher in ihrem Fachartikel, dass Ex-Raucherinnen und -raucher Warnhinweise als Bewältigungsstrategie bewusst anwenden sollten, wenn die Lust auf eine Zigarette den Ausstieg gefährdet.

Quelle:
Partos, T., Borland, R., Yong, H.-H., Thrasher, J. & Hammond, D. (2012). Cigarette packet warning labels can prevent relapse: findings from the International Tobacco Control 4-Country policy evaluation cohort study. Tobacco Control, doi:10.1136/tobaccocontrol-2011-050254.

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