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Drugcom: Archiv: Macht Kiffen depressiv?

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News-Archiv


Archiv Jahr 2013


13.09.2013

Macht Kiffen depressiv?

Der Tag beginnt müde und schlapp. Betroffene fühlen sich niedergeschlagen, innerlich leer. Eine Depression raubt jegliche Energie. Im Rahmen einer Meta-Analyse wurde untersucht, ob der Konsum von Cannabis ein Risikofaktor für Depressionen ist.

Mann läuft mit hängenden Schultern vor eine Mauer

Bild: ovokuro / photocase.com

Jeder kennt vermutlich Gefühle von Niedergeschlagenheit. Manchmal führen sie allerdings so weit, dass die Kraft nicht mehr für alltägliche Anforderungen wie Aufstehen, Einkaufen oder den Umgang mit anderen Menschen ausreicht. Sobald dieser Zustand über einen längeren Zeitraum andauert oder immer wiederkehrt, handelt es sich möglicherweise um eine Depression. Seit längerem besteht der Verdacht, dass der Konsum von Cannabis das Risiko einer Depression erhöht. Bisherige Studien liefern allerdings kein einheitliches Bild.

Ein Forschungsteam aus Kanada hat nun alle verfügbaren Studien zu diesem Thema für eine Meta-Analyse gesichtet. Bei einer Meta-Analyse werden die Ergebnisse von mehreren Einzelstudien zusammengefasst. Meta-Analysen liefern somit zuverlässigere Ergebnisse als Einzelstudien. Getreu dem Motto „Die Guten ins Töpfen, die Schlechten ins Kröpfchen“ verblieben nach strenger Auswahl lediglich 14 von über 4.000 Einzelstudien. Nur Längsschnittstudien wurden berücksichtigt, die konkrete Angaben zum Depressionsrisiko bei Cannabiskonsum zu unterschiedlichen Zeitpunkten liefern.

Moderat erhöhtes Risiko

Der so erzeugte Datensatz umfasste die Informationen von über 76.000 Einzelpersonen. Das Forschungsteam um Studienleiter Shauli Lev-Ran konnte auf der Basis dieser großen Stichprobe ermitteln, dass jeglicher Cannabiskonsum - egal ob gelegentlicher oder starker Konsum - das Risiko für eine Depression erhöht. Cannabiskonsumierende hatten ein um 17 Prozent höheres Depressionsrisiko als abstinent lebende Personen.

Das Forschungsteam bewertet diesen Wert als moderat. Das bedeutet, dass Kiffen allein nur geringfügig das Risiko für eine Depression erhöht. Etwas anders sieht es bei starkem Konsum aus. Wer mindestens wöchentlich kifft, hatte bereits ein um 62 Prozent erhöhtes Risiko für eine Depression.

Früher Einstieg nicht relevant

Das erhöhte Risiko für Depressionen sei zudem unabhängig vom Alter. Egal, ob es sich um Jugendliche oder Erwachsene handelt, das Risiko für Depressionen sei immer gleich bzw. steige mit zunehmendem Konsum. Die bisherige Vermutung, dass das Depressionsrisiko besonders dann hoch ist, wenn bereits in jungen Jahren gekifft wird, wurde somit widerlegt. Der frühe Einstieg hat den Ergebnissen zufolge keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit für einen Depression.

Warum Kiffen das Risiko für Depressionen erhöht, konnte das Team allerdings nicht abschließend klären. In ihrem Fachartikel diskutiert das Forschungsteam zwei mögliche Erklärungsansätze. Zum einen sei bekannt, dass das körpereigene Cannabinoidsystem emotionale Erfahrungen reguliert. Da der Cannabiswirkstoff THC seine Wirkung über Cannabinoidrezeptoren vermittelt, könne die Verarbeitung emotionaler Inhalte gestört sein. Gefühle würden möglicherweise nicht mehr angemessen eingeordnet, was depressiven Verstimmungen Vorschub leiste.

Zum anderen wiesen die Forscher daraufhin, dass der Zusammenhang von Kiffen und Depression auch sozial vermittelt sei könnte. So stehe Cannabiskonsum mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Schulabbrüche und Beziehungskrisen, Jobprobleme und sozialer Isolation in Zusammenhang. Depressionen seien demzufolge eher eine sekundäre Folge des Kiffens, das primär soziale Konsequenzen nach sich zieht. Für die Absicherung dieser Überlegungen sei allerdings weitere Forschung nötig, betont das Forschungsteam.

Quelle:
Lev-Ran, S., Roerecke, M., Le Foll, B., George, T. P., McKenzie, K. and Rehm, J. (2013). The association between cannabis use and depression: a systematic review and meta-analysis of longitudinal studies. Psychological Medicine, Jun 24: 1-14.

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