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Drugcom: Archiv: Aggressiv durch Ecstasy

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News-Archiv


Archiv Jahr 2013


22.03.2013

Aggressiv durch Ecstasy

Ecstasy ist bekannt als „Wohlfühldroge“, die euphorische Gefühle und das Bedürfnis nach Nähe zu anderen Menschen auslösen kann. Eine aktuelle Studie weist darauf hin, dass Ecstasy möglicherweise auch aggressives Verhalten fördert.

Nahaufnahme eines Mannes mit wütendem Gesichtsausdruck

Bild: chriskuddl | ZWEISAM / photocase.com

Aggressives Verhalten und Gewalttätigkeit gehören nicht zu den typischen Folgewirkungen des Ecstasykonsums. Doch bei manchen Konsumierenden scheint es eine Verbindung zu geben. Darauf deuten zumindest die Ergebnisse einer Fall-Kontroll-Studie aus Italien. Untersucht wurde das Ausmaß aggressiven Verhaltens bei Personen, die erstmalig wegen einer Psychose stationär behandelt wurden.

Frühere Studien hatten bereits auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Ecstasy und aggressivem Verhalten hingewiesen. Allerdings ließ sich bislang nie ganz ausschließen, dass andere Drogen hieran beteiligt sind. Denn die meisten Ecstasykonsumierenden betreiben Mischkonsum.

Studiendauer über 11 Jahre

Studienleiter Icro Maremmani und sein Team haben aus diesem Grund ausschließlich Männer in die Studie einbezogen, die erstmalig aufgrund einer Psychose in psychiatrischer Behandlung waren und bislang nur Ecstasy konsumiert hatten. Es dauerte allerdings 11 Jahre (von 2000 bis 2011) bis eine Stichprobe von 23 jungen Männern zusammengekommen ist. Alle wurden mittels Urinprobe positiv auf Ecstasy getestet, was bedeutet, dass der Konsum in der letzten Woche stattgefunden hat.

Als Kontrollgruppe dienten 46 etwa gleichaltrige Männer, die ebenfalls zum ersten Mal wegen einer Psychose behandelt wurden, aber noch nie Ecstasy oder andere Drogen konsumiert hatten.

Die Ergebnisse zeigen: Die Männer aus der Ecstasygruppe zeigten ein hohes Maß an aggressivem Verhalten und Gewalttätigkeit gegenüber anderen. Beides war zudem signifikant stärker ausgeprägt als bei den Männern mit Psychose, aber ohne Ecstasykonsum.

Serotoninmangel als möglicher Auslöser

Zwar ist das Ergebnis der Fall-Kontroll-Studie kein Beweis dafür, dass Ecstasy die Ursache für erhöhte Aggressivität oder Psychose ist. Aus Sicht des Forschungsteams gäbe es aber eine plausible Erklärung für den Zusammenhang: Die durch Ecstasy verursachte Serotoninausschüttung führt zu zeitweiligem Serotoninmangel. Ein niedriger Serotoninpegel wiederum stehe nach Angaben des Forschungsteams einerseits in Zusammenhang mit der Neigung zu impulsiver Aggressivität. Andererseits könne Serotoninmangel andere Nervenzellen zur verstärkten Aktivität anregen, die Dopamin ausschütten. Der Überschuss an Dopamin könne schließlich Auslöser einer Psychose sein.

Einschränkend weist das Forschungsteam darauf hin, dass nur Männer an der Studie beteiligt waren und sich die Ergebnisse daher auch nur auf Männer übertragen lassen. Zudem war das Bildungsniveau in der Ecstasygruppe niedriger als in der Kontrollgruppe.

Es kann vermutet werden, dass der aggressionsfördernde Effekt von Ecstasy eher selten ist, angesichts der geringen Stichprobe innerhalb der 11-jährigen Studiendauer. Die Studie weist aber darauf hin, dass Ecstasy bei manchen Männern eher zu mehr als zu weniger Aggressionen führen könnte.

Quelle:
Rugani, F., Bacciardi, S., Rovai, L., Pacini, M., Maremmani, A., Deltito, J., Dell’Osso, L. & Maremmani, I. (2012). Symptomatological Features of Patients with and without Ecstasy Use during Their First Psychotic Episode. Int. J. Environ. Res. Public Health, 9 (7), 2283-2292.

2 Kommentare

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bushdoctor, 27. März 2013 19:23 Uhr
Ja, die Überschriften können gar nicht "reißerisch" genug sein...
Auf die Idee, dass es sich bei Ecstasy keineswegs um eine homogene Substanz handelt, sondern um ein unter Schwarzmarktbedingungen hergestelltes Konglomerat von verschiedensten Substanzen (und Streckmitteln!) sollte JAAA niemand kommen! Reines MDMA hat jedenfalls sicherlich keine "aggrisivitätssteigernde" Wirkung.
Leider weiß der Konsument aber nicht was drin ist, da der Staat sich u.a. auch weigert sogenannte "Drug-Checking"-Angebote zu tolerieren.

Es bleibt mal wieder nur die Erkenntnis, dass die meisten und schlimmsten Nebenwirkungen von "Drogen" eben WEGEN der Prohibition auftreten. Zu den Giften in den Streckmitteln gibt es leider keine Daten, also Stempel "Ecstasy ist böse!" drauf und gut ist...

Substanzaufklärung über die "Reinstoffe" ist ja schön und gut, aber leider findet "draußen" niemand diese Substanzen in Reinform und welche Streckstoffe zur Profitmaximierung drin sind, kann der Konsument auch nirgends erfahren.

Das strafbewehrte Verbot schützt eigentlich nur die Kriminellen!

hans, 24. März 2013 23:41 Uhr
"Zwar ist das Ergebnis der Fall-Kontroll-Studie kein Beweis dafür, dass Ecstasy die Ursache für erhöhte Aggressivität oder Psychose ist."

Überschrift des Artikels:
"Aggressiv durch Ecstasy"

Eventuell sollte der Autor dieses Artikels auch nochmal den Unterschied zwischen Signifikanz und Relevanz und was ein Selection-bias ist nachschlagen.

Was hier abgeliefert wird ist absolut lächerlich. Man versucht sich hier einen wissenschaftlichen Anstrich zu geben, verspielt dann aber mit derartig dämlichen Aktionen leichtfertig jegliches Vertrauen in die staatliche Drogenaufklärung.
Glückwunsch!

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