Drugcom: Archiv: Ecstasy erhöht Risiko für Hörschaden durch Lärm

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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


07.03.2014

Ecstasy erhöht Risiko für Hörschaden durch Lärm

Zu laute Musik kann Hörschäden verursachen. Einer aktuellen Studie zufolge kann der gleichzeitige Konsum von Ecstasy das Risiko für dauerhaften Hörverlust zusätzlich erhöhen.

Junger Mann mit Gettoblaster

Bild: © istock.com / pidjoe

Musik kann positive Stimmungen erzeugen oder sogar eine Gänsehaut hervorrufen. Wenn wir Musik hören, die wir besonders mögen, kann unser Belohnungssystem im Gehirn ebenso stark reagieren, wie bei Drogenkonsum, leckerem Essen oder Geld.

Zu laute Musik kann das Gehör allerdings schädigen. Die kritische Grenze beginnt bei 85 Dezibel. Auf Konzerten und in Clubs liegt die Lautstärke meist über 100 Dezibel. Wer sich derart lauter Musik über mehrere Stunden aussetzt, hat häufig anschließend ein Rauschen oder ein dumpfes Gefühl im Ohr. Meist erholen sich die vorübergehend geschädigten Zellen im Innenohr. Bei fortgesetzter oder dauerhafter Überlastung des Gehörs droht jedoch chronisches Ohrpfeifen oder sogar bleibende Schwerhörigkeit.

Mit 120 Dezibel auf Ecstasy

Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat überprüft, welchen Einfluss der gleichzeitige Konsum von Ecstasy auf das Gehör hat. Bekannt sei, dass Dopamin und Serotonin eine schützende Funktion bei drohendem Hörverlust haben. Ecstasy habe aber eine neurotoxische Wirkung, die sich negativ auf den Dopamin- und Serotoninhaushalt auswirkt, so dass die schützende Wirkung der Neurotransmitter ausbleiben könnte.

Zur Überprüfung ihrer Hypothese führten Michael Church und sein Team ein Tierexperiment durch, in dem Ratten eine Stunde lang mit 120 Dezibel beschallt wurden. Diese Lautstärke wird beispielsweise erreicht, wenn man bei einem Rockkonzert direkt vor den Boxen steht. Eine Gruppe von Ratten bekam zusätzlich Ecstasy, eine andere nur eine Salzlösung. Zur Kontrolle wurde anderen Ratten nur Ecstasy oder nur eine Salzlösung verabreicht, ohne zusätzliche Beschallung.

Beschädigte Haarzellen

In der anschließenden Untersuchung der Tiere zeigte sich erwartungsgemäß, dass die Beschallung Hörschäden bei den Ratten verursacht hat. Der Befund beruht zum einen auf Tests, in denen Elektroden am Hirnstamm angesetzt und die Reaktion auf Geräusche gemessen wurde. Zum anderen wurde unter dem Mikroskop sichtbar, dass die Haarzellen in der Ohrschnecke beschädigt waren.

In der Studie konnte zudem nachgewiesen werden, dass die Kombination von Lärm und Ecstasy noch mehr Schäden verursacht als Lärm allein. Ecstasy alleine, also ohne zusätzliche Beschallung, hatte hingegen keinen Einfluss auf die Hörfähigkeit. Das Forschungsteam warnt daher, dass „Clubber“ oder „Raver“, die Ecstasy konsumieren, ein erhöhtes Risiko für Hörschäden haben.

Quellen:

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (2006). Zu viel für die Ohren? PDF
  • Church, M. W., Zhang, J. S., Langford, M. M. & Perrine, S. A. (2013). ‚Ecstasy‘ enhances noise-induced hearing loss. Hearing Research, 302, 96-106.
  • Salimpoor, V. N., Benovoy, M., Larcher, K., Dagher, A. & Zatorre, R. J. (2011). Anatomically distinct dopamine release during anticipation and experience of peak emotion to music. Nature Neuroscience, 14, 257-262.
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