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Drugcom: Archiv: Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Kiffen?

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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


08.08.2014

Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Kiffen?

Welche Rolle spielt Cannabis bei Herz-Kreislauferkrankungen? Diese Frage hat sich ein Forschungsteam aus Frankreich gestellt und anhand von Patientendaten überprüft.

Junger Mann hält sich die Hand auf die Brust

Bild: ***jojo / photocase.com

In Frankreich gibt es ein zentrales Register für alle Fälle, in denen Drogenkonsum mit einer ernsthaften Erkrankung in Zusammenhang gebracht wird. Emilie Jouanjus und ihr Team haben die Register-Daten aus den Jahren 2006 bis 2010 ausgewertet.

In diesem Zeitraum wurden insgesamt 1.979 Fälle von ernsten Erkrankungen gemeldet, in denen Cannabis eine Rolle gespielt haben soll. Die Häufigkeit von Cannabis-bezogenen Herz-Kreislauferkrankungen habe den Analysen zufolge tatsächlich leicht zugenommen. 2006 betraf dies 1,1 Prozent aller an das Register gemeldeten Drogen-Fälle, 2010 waren es 3,6 Prozent. Im gesamten Untersuchungszeitraum waren es 1,8 Prozent aller Fälle. Das Forschungsteam sieht darin Anzeichen dafür, dass Cannabis mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Gefäßverkalkung im Zusammenhang steht.

Geringe Gesamtzahl

Allerdings ist die Gesamtzahl der gemeldeten Fälle, in denen Cannabis vermutlich eine Rolle gespielt hat, sehr klein. Insgesamt wurden lediglich 35 Fälle registriert - in den letzten fünf Jahren wohlgemerkt. Das muss auch das Forschungsteam einräumen, zumal es geschätzte 1,2 Millionen Konsumentinnen und Konsumenten in Frankreich gibt.

Das Team argumentiert jedoch, dass vermutlich nicht alle Fälle an das Register gemeldet werden oder in vielen Fällen aus Unkenntnis kein Zusammenhang zum Cannabiskonsum hergestellt werde. Daher würde die „wahre“ Anzahl an Drogen-Fällen, in denen Cannabiskonsum mit einer ernsthaften Erkrankungen in Zusammenhang stehe, wahrscheinlich größer sein. Ebenso ist denkbar, dass der Zusammenhang zwischen Cannabis und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in manchen Fällen zu Unrecht hergestellt wurde.

Letztlich kann das Studienergebnis nur als Indiz gewertet werden, das durch weitere Studien erhärtet werden müsste. Jouanjus und ihr Team schreiben in ihrem Fachartikel, dass eine Längsschnittstudie notwendig sei, um nachweisen zu können, dass Cannabis tatsächlich die Anfälligkeit für Herz-Kreislauferkrankungen erhöht.

Quelle:
Jouanjus, E., Lapqyre-Mestre, M. & Micallef, J. (2014). Cannabis Use: Signal of Increasing Risk of Serious Cardiovascular Disorders. J Am Heart Assoc, 3, e000638

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