Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten zu können sowie zu Statistik- und Analysezwecken (Web-Tracking). Weitere Informationen dazu und die Widerspruchsmöglichkeit zum Web-Tracking finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Drugcom: Archiv: Hirnleistung bei Dauerkiffern doch nicht vermindert?

Kopfbereich mit Suchfeld

Sprung zum Menü „Die Drogen“

Sprung zum Aktionsbereich

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Sprung zum Aktionsbereich

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Hauptinhaltsbereich

Sprung zum Seitenanfang

Sie befinden sich auf der Seite:

home > news > archiv > 2014 > hirnleistung bei dauerkiffern doch nicht vermindert?

News-Archiv


Archiv Jahr 2014


09.05.2014

Hirnleistung bei Dauerkiffern doch nicht vermindert?

Werden die Auswirkungen des Dauerkiffens auf das Gehirn überschätzt? In einer Studie aus den Niederlanden ließen sich keine Unterschiede in der Leistung des Arbeitsgedächtnisses zwischen Kiffern und Nicht-Kiffern nachweisen - weder zu Beginn der Studie noch drei Jahre später.

Frau steht vor Tafel mit vielen Fragenzeichen darauf und schaut fragend nach oben

Bild: fotosipsak / iStockphoto.com

Vor zwei Jahren sorgten Schlagzeilen wie „Kiffen macht dumm“ für Aufsehen. Eine Studie aus den USA hatte Belege dafür erbracht, dass der frühe Einstieg in das Kiffen einen bis zu 8 Punkte niedrigeren Intelligenzquotienten zur Folgen haben kann. Cannabis sei Gift für das junge Gehirn und führe zu verminderten Hirnleistungen. Zwar wurde auch Kritik an der Studie laut, andere Forschungsarbeiten deuten jedoch ebenfalls darauf hindeuten, dass Dauerkiffen schädlich ist für das Gehirn junger Menschen.

In einer aktuellen Studie aus den Niederlanden konnten indes keine Defizite bei erwachsenen Dauerkiffern festgestellt werden. Janna Cousijn und ihr Forschungsteam konzentrierten sich in der Untersuchung auf das Arbeitsgedächtnis. Das Arbeitsgedächtnis kümmert sich um die Verarbeitung und vorübergehende Speicherung von Informationen und - falls notwendig - den Transfer in den Langzeitspeicher. So sorgt das Arbeitsgedächtnis beispielsweise dafür, dass man sich am Ende dieses Satzes noch an den Anfang erinnern kann und in der Lage ist, den Inhalt des Artikels mit bisher Gelerntem abzugleichen.

Kiffer versus Nicht-Kiffer

In der Studie hat das Forschungsteam der Universität Amsterdam vier ehemalige und 22 aktive Dauerkiffer mit 23 abstinenten Kontrollpersonen verglichen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer absolvierten zu Beginn der Studie eine Aufgabe, bei der ihr Arbeitsgedächtnis gefordert war. Hierbei wurden Symbole nacheinander auf einem Bildschirm eingeblendet. Die Testpersonen mussten beispielweise entscheiden, ob das aktuell gezeigte Symbol identisch ist mit dem Symbol, das zwei Einblendungen zuvor angezeigt wurde. Während die Testpersonen die Aufgabe durchführten, lagen sie in einem Magnetresonanztomographen. Damit konnte die Aktivität bestimmter Hirnareale live beobachtet und aufgezeichnet werden.

Drei Jahre später wurde die Prozedur wiederholt. In der Gruppe der aktiven Kiffer sind die meisten ihrem Konsummuster treu geblieben. Im Schnitt haben sie an vier bis fünf Tagen in der Woche Cannabis konsumiert. Die Auswertung der Leistungstests hat gezeigt, dass sowohl Kiffer als auch Kontrollpersonen ihre Testleistungen zum zweiten Messzeitpunkt verbessern konnten. Der Vergleich von Cannabiskonsumierenden und abstinenten Testpersonen ergab keine Unterschiede, weder zur Erstuntersuchung noch zur Nachuntersuchung nach drei Jahren.

Auch die Analyse der Hirnaktivität ergab keine Auffälligkeiten. Andere Studien haben in diesem Zusammenhang zeigen können, dass Kiffer bei Aufgaben, die das Arbeitsgedächtnis erfordern, ein hyperaktives Muster in der Hirnaktivität aufweisen. Dies würde dafür sprechen, dass vorhandene Defizite in der Vernetzung der Hirnareale eine verstärkte Aktivität erfordere, um die gleiche Leistung zu erzielen. Das war allerdings in der aktuellen Studie nicht der Fall. Janna Cousijn und ihr Team schlussfolgern, dass sich auf der Grundlage ihrer Ergebnisse keine Hinweise auf eine neurotoxische Wirkung von Cannabis ableiten lassen würden.

Eingeschränkte Aussagekraft

Einschränkend muss erwähnt werden, dass es sich um eine kleine Stichprobe handelt und nur Personen einbezogen wurden, die keinerlei weitere psychiatrische Auffälligkeiten aufweisen, also vergleichsweise gesund waren. Zudem war auffällig, dass selbst die schwerste Testaufgabe zu 90 Prozent richtig bearbeitet wurde - von beiden Gruppen. Dies spricht dafür, dass die Aufgaben womöglich noch zu leicht waren, um tatsächlich vorhandene Unterschiede herausarbeiten zu können.

Eine weitere Einschränkung betrifft den Einstieg in den regelmäßigen Konsum. Zwar hatten die Konsumierenden der Studie mit durchschnittlich 15 Jahren ihren ersten Joint, also durchaus früh, aber erst mit durchschnittlich 18 Jahren haben sie angefangen, regelmäßig zu kiffen. Insofern kann nur bedingt von einem frühen Einstieg gesprochen werden.

Letztlich zeigt die Studie auf, dass die Frage, ob Cannabis neurotoxisch wirkt oder nicht, noch nicht abschließend geklärt ist. Insofern ist es möglich, dass selbst dauerhafter Cannabiskonsum unschädlich ist für das Gehirn Erwachsener. Zweifelsfrei nachgewiesen ist dies aber nicht.

Quelle:
Cousijn, J., Vingerhoets, W. A. M., Koenders, L., de Haan, L., van den Brink, W., Wiers, R. W. & Goudriaan, A. E. (2013). Relationship between working-memory network function and substance use: a 3-year longitudinal fMRI study in heavy cannabis users and controls. Addiction Biology, 19, 282-293.

2 Kommentare

Um Kommentare schreiben zu können, muss du dich anmelden oder registrieren.

NickyNick, 03. Februar 2015 00:13 Uhr
@bushdoctor: ja bewiesen nicht neurotoxisch, aber wenn ich extern in mein Cannabionoidsystem eingreife gleicht dies einer Hormonbehandlung mit ungewissen Konsequenzen. Cannabionodie sind eben nicht so voluminös wie Wasser, in Ihrer Wirkung jedoch um einiges stärker. Ich denke du bist dir bewusst was alles das Endocarnobionidsystem regelt. Ich finde am besten ist es wenn mein Körper sich selber reguliert und steuert.

Anders sieht es bei der medizinischen Verwendung von Cannabis aus! Dort ist ein gezieltes und kontrolliertes Eingreifen erwünscht!

Keine Chance dem Spasskonsum!

bushdoctor, 30. Mai 2014 13:52 Uhr
Zitat: "Janna Cousijn und ihr Team schlussfolgern, dass sich auf der Grundlage ihrer Ergebnisse keine Hinweise auf eine neurotoxische Wirkung von Cannabis ableiten lassen würden. "

Seit mehr als 20 Jahren erforscht man nun das Endocannabinoid-System und weiß dass (Endo)Cannabinoide zu den ungiftigsten Substanzen dieser Welt gehoren. Wäre Wasser genauso ungiftig wie Cannabinoide, dann könnte man problemlos 1000 Liter davon trinken, anstatt schon nach 4 Litern eine Wasservergiftung fürchten zu müssen...

Die Resultate aus Holland sind also nichts wirklich Neues!

Weiteres zum Thema auf drugcom.de

News

Topthemen

weitere verwandte Artikel

zum Seitenanfang

Über uns | Kontakt | Newsletter | Downloads | Materialien | Sitemap | Impressum | Datenschutz | Gebärdensprache

.