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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


10.10.2014

Computerspielsucht oft nur vorübergehend

Stundenlanges Zocken am Bildschirm kann problematisch werden, muss es aber nicht. Einer aktuellen Studie zufolge scheint exzessives Computerspielen bei den meisten Spielerinnen und Spielern nur eine vorübergehende Erscheinung zu sein. Nur wenige Personen erfüllten die Kriterien einer Computerspielsucht über einen längeren Zeitraum.

Schwarzer Teller mit Gemüse als Videospiel

Bild: complize / photocase.com

Nächtelang am Computer oder der Konsole spielen, das geht meist auf Kosten anderer Aktivitäten. Manche Spielerinnen und Spieler entwickeln dabei sogar suchtähnliche Verhaltensweisen. Sie verlieren die Kontrolle über ihre Spielzeit und werden nervös bis aggressiv, wenn sie mal nicht spielen können. Laut einer Studie der Universitäten Hohenheim und Münster sind die Symptome einer Computerspielsucht aber nur selten von Dauer.

Keine offizielle Diagnose

Unbestritten ist, dass es sowohl Jugendliche als auch Erwachsene gibt, die ein exzessives Computerspielverhalten zeigen. Der Begriff Computerspielsucht ist zwar keine offizielle Diagnose, in Fachkreisen wird aber diskutiert, ob Computerspiele nicht ebenso wie Drogen zu einer Abhängigkeit führen können. Bei einer Drogensucht kommen Betroffene oft nur schwer wieder davon weg, mit Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität.

Um zu überprüfen, wie sich exzessives Computerspielen über die Zeit entwickelt, hat ein deutsches Forschungsteam eine zweijährige Längsschnittstudie durchgeführt. Unter der Leitung von Michael Scharkow hat das Team Computerspielerinnen und Computerspieler wiederholt zu ihrem Spielverhalten interviewt. Hierbei wurde ein Fragebogen eingesetzt, der zwischen unauffälligem, problematischem und abhängigem Spielverhalten unterscheidet. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden zu ihrem Wohlbefinden und ihre Lebensqualität befragt.

Jugendliche häufiger betroffen

Zum ersten Erhebungszeitpunkt wurden insgesamt 4.500 Jugendliche und Erwachsene interviewt. Unter den befragten Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zeigten fast 9 Prozent zumindest ein problematisches Computerspielverhalten. Bei den befragten jungen Erwachsenen und den Teilnehmenden über 40 Jahre war der Anteil mit etwa 3 Prozent hingegen deutlich geringer.

Während der Anteil der problematischen Gamer zu allen drei Befragungszeitpunkten etwa gleich hoch war, war das Verhalten allerdings nur in wenigen Fällen über die Zeit stabil: Lediglich neun Personen zeigten ein problematisches Spielverhalten über den gesamten Studienzeitraum von zwei Jahren. Bei den meisten Teilnehmenden war das exzessive Spielen somit nur ein vorübergehendes Phänomen. Fast 75 Prozent der Spielerinnen und Spieler stellten das problematische Spielverhalten wieder ein.

Drei Personen wurden zwar den Kriterien nach als computerspielsüchtig klassifiziert, aber jeweils nur zu einem der drei Befragungszeitpunkte. Somit war offenbar auch die Abhängigkeit kein stabiler Zustand, sondern eine eher vorübergehender Phase.

Über 90 Prozent der Befragten zeigten hingegen über zwei Jahre ein durchgängig unproblematisches Spielverhalten. Die durchschnittlich gespielt Zeit am Tag lag bei etwa 50 Minuten, also nicht übermäßig hoch.

Kein Zusammenhang mit Wohlbefinden

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten ebenfalls keinen systematischen Zusammenhang zwischen dem Wohlbefinden der Teilnehmenden und der exzessiven Computerspielnutzung ausmachen. Lediglich bei den über 40-Jährigen zeigte sich ein schwach ausgeprägter Zusammenhang zwischen dem problematischen Spielverhalten zu Beginn der Befragung und der Lebenszufriedenheit ein Jahr später. Auch für die entgegengesetzt gerichtete Hypothese, dass eine niedrige Lebenszufriedenheit zu einem problematischen Computerspielverhalten führt, fanden sich keine Hinweise in der Studie.

Quelle:
Scharkow, M., Festl, R. & Quandt, T. (2014). Longitudinal patterns of problematic computer game use among adolescents and adults - a 2-year panel study. Addiction, DOI: 10.1111/add.12662.

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