Drugcom: Archiv: Rauschtrinken erzeugt "Leck" im Darm

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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


11.07.2014

Rauschtrinken erzeugt "Leck" im Darm

Einer Studie zufolge kann bereits ein einmaliger Alkoholrausch die Darmbarriere stören. Die Folge: giftige Zerfallsprodukte von Bakterien gelangen aus dem Darm in die Blutbahn.

Hand in Einweghandschuhen hält Petrischale mit grünlich gewachsenen Bakterien

Bild: © istock.com / AlexRaths

Wohldosiertes Saufen könnte man es nennen. Genau zwei Milliliter Wodka pro Kilogramm Körpergewicht, gemischt mit 300 Milliliter Orangen- oder Erdbeersaft. Bei einer 70 kg schweren Person wären das immerhin 14 Schnäpse à 2 cl. Elf Männer und 14 Frauen haben sich für dieses Experiment zur Verfügung gestellt und im Dienste der Forschung betrunken.

Suche nach Endotoxinen

Bekannt ist, dass bei chronischem Alkoholkonsum die Darmwände durchlässig werden für so genannte Endotoxine. Das sind giftige Zerfallsprodukte von Bakterien. Geraten Endotoxine in den Blutkreislauf, lösen sie eine Reaktion des Immunsystems aus. Entzündungen der Leber wie Leberzirrhose oder Hepatitis können die Folge sein.

Studienleiterin Gyongyi Szabo und ihr Team von der Universität von Massachusetts in den USA wollten überprüfen, ob sich auch bei gesunden Personen nach einem Alkoholrausch Endotoxine im Blutkreislauf nachweisen lassen.

Zur Überprüfung wurden den Versuchspersonen Blutproben entnommen, einmal vor und mehrmals nach dem kontrollierten Zechen. Die Analyse ergab, dass die Konzentration von Endotoxinen im Blut tatsächlich parallel zur ansteigenden Blutalkoholkonzentration zunahm. Zudem fanden Szabo und ihr Team auch Bruchstücke des Erbguts von Bakterien im Serum der betrunkenen Probandinnen und Probanden. Der Alkoholrausch hat offenbar eine Art „Leck“ im Darm zur Folge, durch das Zerfallsprodukte bakteriellen Ursprungs ins Blut gelangen.

Verursacht Immunreaktion Lust auf mehr?

Die Menge der in die Blutlaufbahn übergegangenen Endotoxine sei so hoch, dass eine signifikante Reaktion des Immunsystems zu erwarten sei. Darauf weisen die von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ergänzend durchgeführten Labor-Untersuchungen hin.

Möglicherweise, so mutmaßen Szabo und ihr Team, hat die ausgelöste Immunreaktion auch Einfluss auf weiteren Alkoholkonsum. Denn in Tierexperimenten hatten Mäuse, die aufgrund genetischer Manipulation keine Immunreaktion zeigen konnten, deutlich weniger Interesse an Alkohol als ihre Artgenossen. Diese Vermutung müsse aber weiter untersucht werden.

Quellen:

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