Drugcom: Archiv: Vom Tabakrauchen zur Cannabisabhängigkeit

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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


21.03.2014

Vom Tabakrauchen zur Cannabisabhängigkeit

Gibt es so etwas wie Wegbereiter fürs Kiffen? Eine Studie in den Niederlanden hat untersucht, ob Tabak und Alkohol zur Entstehung einer Cannabisabhängigkeit beitragen.

Plattgetretene Zigarette auf Straße

Bild: Ulli 19:46 / photocase.com

Vom Kiffen zum Heroin? Der Gateway-Theorie zufolge sei Cannabis ein Wegbereiter für den Konsum weiterer illegaler Drogen. Eine auch in der Wissenschaft umstrittene Behauptung. Denn der universelle Anspruch der Gateway-Theorie gilt inzwischen als widerlegt.

Dennoch wird weiterhin danach geforscht, ob es so genannte Prädiktoren gibt, also bestimmte Verhaltensweisen oder Eigenschaften einer Person, die zumindest statistisch betrachtet mit einer späteren Drogenabhängigkeit in Verbindung stehen.

Längsschnitt über 10 Jahre

Ein Forschungsteam aus den Niederlanden hat in diesem Zusammenhang untersucht, ob ein früher Einstieg in das Zigarettenrauchen oder den Alkoholkonsum das Risiko erhöht, einen problematischen Cannabiskonsum zu entwickeln.

Anja Huizink und ihr Team haben dazu die Daten einer Längsschnittstudie ausgewertet, die das Konsumverhalten von mehr als 1.000 Jungen und Mädchen über einen Zeitraum von 10 Jahren erfasst hat. Zum Zeitpunkt der Ersterhebung waren die Teilnehmenden durchschnittlich 11 Jahre alt, bei der letzten Befragung 19.

Rauchen als signifikanter Risikofaktor

Insgesamt waren etwa 10 Prozent der Teilnehmenden der Studie bei der letzten Befragung cannabisabhängig oder hatten zumindest einen problematischen Cannabiskonsum entwickelt. Die statistische Analyse hat zudem aufgedeckt, dass jene Jugendliche, die im Alter von 11 Jahren mindestens einmal geraucht hatten, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit später einen problematischen Cannabiskonsum entwickelten als Gleichaltrige, die nicht geraucht haben. Besonders hoch war das Risiko bei den Jugendlichen, die es nicht nur beim Probierkonsum beließen, sondern im Laufe der Pubertät weiter rauchten.

Der frühe Konsum von Alkohol hatte hingegen keine signifikanten Auswirkungen auf den späteren Cannabisgebrauch. Selbst wenn der Alkoholkonsum im Laufe der Pubertät aufrechterhalten wurde, erhöhte dies nicht das Risiko, später eine Cannabisabhängigkeit zu entwickeln.

Bei der Auswertung der Daten wurden auch andere relevante Faktoren berücksichtigt, die Einfluss auf die Entwicklung eines problematischen Cannabiskonsums haben können. So wurde beispielsweise der Substanzkonsum im Freundeskreis, die familiäre Situation, das Vorliegen bestimmter Verhaltensprobleme und nicht zuletzt auch das Geschlecht der Jugendlichen mit in die Auswertung einbezogen. Der frühe Einstieg in den Tabakkonsum blieb trotz Berücksichtigung der genannten Punkte ein signifikanter Risikofaktor.

Konsumform als zentrales Risiko?

Warum erhöht nun Tabak das Risiko für einen problematischen Cannabiskonsum, nicht aber Alkohol? Eine mögliche Erklärung, die das Autorenteam nennt, ist die Tatsache, dass sowohl Tabak als auch Cannabis geraucht wird. Wer die ersten Hustenanfälle überstanden und sich an das Rauchen von Tabak gewöhnt hat, der- oder diejenige wird demnach weniger Probleme haben mit dem Kiffen anzufangen, als Jugendliche, die noch nie geraucht haben.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler empfehlen daher, dass in der Prävention des problematischen Cannabiskonsums verstärkt darauf geachtet werden müsse, den Einstieg in das Rauchen möglichst zu verhindern.

Quellen:
Van Leeuwen, A., Creemers H., Verhulst F., Vollebergh, W., Ormel, J., van Oort, F. & Huizink, A. (2013). Legal substance use and the development of a DSM-IV cannabis use disorder during adolescence: the TRAILS study. Addiction, 109 (2), 303-311.

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