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Drugcom: Archiv: Macht Dauerkiffen apathisch?

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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


21.11.2014

Macht Dauerkiffen apathisch?

Müde und schlapp vom Kiffen? Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass mangelnder Antrieb bei Dauerkiffern eine neurobiologische Ursache haben könnte.

Junger Mann liegt der Länge nach auf dem Bauch und mit herabhängenden Armen auf einem Sofa.

Bild: IGphotography / istockphoto.com

Er war kaum zu erkennen. Tief eingesunken lag ein junger Mann auf der Couch, neben sich eine qualmende Bong. In dem Film „True Romance“ aus dem Jahre 1993 hatte Brad Pitt nur einen kurzen Auftritt als apathischer Kiffer, den er aber offenbar sehr überzeugend dargestellt hat. Bei der Wahl der „stoniest moments“ in Filmen hat das Rolling Stone Magazin die Couch-Szene immerhin auf Platz 10 gewählt.

Aber hält der vermeintliche Zusammenhang zwischen Apathie und Kiffen auch einer wissenschaftlichen Überprüfung stand? In der Forschung gilt die Annahme eines Amotivationssyndroms durch Cannabiskonsum als umstritten. 2013 konnte ein Forschungsteam um Michael Bloomfield jedoch einen Nachweis erbringen, dass Dauerkiffer weniger Dopamin produzieren als abstinente Personen - und das obwohl Drogen den Dopaminspiegel normalerweise eher anheben. Der Neurotransmitter Dopamin spielt eine wichtige Rolle im Belohnungssystem und wird vor allem durch angenehme Aktivitäten wie leckerem Essen, Sex oder eben auch Drogen ausgeschüttet.

28 Gramm pro Monat

Michael Bloomfield und sein Team haben eine weitere Studie durchgeführt, um zu überprüfen, ob der niedrige Dopaminpegel tatsächlich mit Apathie in Zusammenhang steht. Hierzu wurden 14 Cannabiskonsumierende mit Hilfe der Positronen-Emissions-Tomografie (PET) durchleuchtet. Das ist ein spezielles bildgebendes Verfahren, mit dem der Stoffwechsel im Gehirn sichtbar gemacht werden kann. Die rekrutierten Kiffer hatten ein intensives Konsummuster: Sie rauchen im Schnitt 28 Gramm Marihuana oder Haschisch pro Monat - und das schon seit mehreren Jahren.

Vor der Untersuchung haben die Dauerkiffer einen Selbstbeurteilungsfragebogen ausgefüllt, der erfassen soll, wie apathisch sie sind. Normalerweise wird der Fragebogen eingesetzt, um Apathie bei Personen zu messen, die an Demenz oder einem anderen psychiatrischen Syndrom wie Depression oder Schizophrenie erkrankt sind.

Hohe Apathiewerte

Im Ergebnis erzielten die Probandinnen und Probanden vergleichsweise hohe Werte im Apathie-Fragebogen. Sogar das Forschungsteam war nach eigenen Angaben über das Ausmaß der ermittelten Apathie-Werte überrascht. Auf der Grundlage der PET-Scans stellte das Forschungsteam zudem eine verminderte Dopaminproduktion bei den Kiffern fest. Dabei zeigte sich ein klarer negativer Zusammenhang. Das heißt: Je stärker die Apathie ausgeprägt war, desto niedriger war die gemessene Dopaminproduktion im Gehirn.

Der verminderte Dopaminlevel könnte nach Ansicht des Forschungsteams eine Erklärung dafür sein, warum Dauerkiffer unter verstärkter Apathie leiden. Allerdings gibt das Team auch zu bedenken, dass aufgrund des Designs der Studie genau genommen keine Aussage über den Ursache-Wirkungs-Zusammenhang möglich sei. Vermutlich seien die Ergebnisse auch nicht auf Personen übertragbar, die nur gelegentlich Cannabis konsumieren.

Der gefundene Zusammenhang könne aber nach Meinung des Forschungsteams die neurobiologische Grundlage dafür sein, warum viele Konsumierende Probleme haben, etwas an ihrem Konsum zu ändern: Ihnen fehle der Antrieb, den Konsum einzustellen oder zu reduzieren.

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