Drugcom: Archiv: Gedächtnis leidet besonders bei hoher Dosis Ecstasy

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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


24.10.2014

Gedächtnis leidet besonders bei hoher Dosis Ecstasy

Viel hilft viel, lautet ein bekanntes Sprichwort. Im Falle von Ecstasy muss es wohl eher lauten: Viel schadet viel - vor allem unserer Merkfähigkeit. Ein britisches Forschungsteam hat herausgefunden, dass Gedächtnisdefizite langfristig gesehen vor allem dann auftreten, wenn typischerweise hohe Dosen Ecstasy bei einer Gelegenheit konsumiert werden.

Frau mit Brille stützt sich auf Hand und schaut denkend nach rechts oben

Bild: cydonna / photocase.com

Die Dosis macht das Gift, hat schon der alte Paracelsus gewusst. Das gilt offenbar auch für Ecstasy. In mehreren Studien konnten bislang Belege dafür erbracht werden, dass Ecstasy das Gehirn schädigt. Im Alltag macht sich dies durch ein schlechteres Gedächtnis bemerkbar, und zwar in einer Dosis-Wirkungsbeziehung: Je mehr Ecstasy, desto schlechter das Gedächtnis. Meist wurde in den Studien jedoch nur die Gesamtmenge an Ecstasy zugrundgelegt, die User in ihrem Leben bereits konsumiert hatten.

Rolle des Konsummusters bislang unklar

Studienleiter John Fisk und sein Team weisen in ihrem Fachartikel darauf hin, dass damit noch nicht geklärt ist, ob auch das Konsummuster eine Rolle spielt. Wenn eine Person beispielsweise 100 Pillen Ecstasy im Jahr konsumiert, so kann sich diese Menge auf viele oder auf einige wenige Gelegenheiten verteilen. Es stellt sich daher die Frage, was schlimmer ist für das Gehirn: Häufiger Konsum oder hohe Dosierungen?

Zur Klärung dieser Frage hat das Forschungsteam Gedächtnistests mit Drogenkonsumierenden durchgeführt und sie akribisch dazu befragt, welche Drogen und wieviel sie typischerweise bei einer Gelegenheit konsumieren. Unterschieden wurden Ecstasykonsumierende, Cannabiskonsumierende und Personen, die keine Erfahrung mit illegalen Drogen haben. Die Personen der Ecstasygruppe konsumierten zwar zusätzlich auch Drogen wie Kokain, Cannabis oder Amphetamine. Das Forschungsteam ermittelte aber auf statistischem Wege, welchen Einfluss jede Substanz auf die Ergebnisse in den Gedächtnistests hat.

Je mehr desto giftiger

Hierbei zeigte sich, dass die typische Dosis Ecstasy bei einer Konsumgelegenheit in besonderem Maße mit Gedächtnisproblemen in Zusammenhang steht, sprich: Je mehr Ecstasy auf einmal konsumiert wird, desto giftiger ist die Wirkung auf das Gehirn. Dies kann der Fall sein, wenn die Wirkstoffkonzentration in einer Pille hoch ist oder wenn mehrere Pillen bei einer Gelegenheit eingenommen werden. Abgesehen davon kann eine einmalig hohe Dosis Ecstasy auch einen lebensbedrohlichen Kreislaufkollaps nach sich ziehen.

Genau genommen wurde das sogenannte prospektive Gedächtnis untersucht. Prospektiv bedeutet, sich etwas zu merken, um es in der Zukunft wieder abzurufen. Wenn ich mir beispielsweise merken will, am nächsten Tag einem Freund zum Geburtstag zu gratulieren, so benötige ich das prospektive Gedächtnis. Daher wird es auch als Alltagsgedächtnis bezeichnet. Defizite bei dieser Form des Gedächtnisses können somit konkrete Auswirkungen auf den Alltag von Ecstasykonsumierenden haben.

Quelle:
Gallagher, D. T., Hadjiefthyvoulou, F., Fisk, J. E. & Montgomery, C. (2014). Prospective memory deficits in illicit polydrug users are associated with the average long-term typical dose of ecstasy typically consumed in a single session. Neuropsychology, 28(1), 43-54.

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