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Drugcom: Archiv: Sport hilft beim Cannabisausstieg

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News-Archiv


Archiv Jahr 2014


25.04.2014

Sport hilft beim Cannabisausstieg

Joint ausdrücken, Sportschuhe anziehen und los. Wer aufhören möchte zu kiffen, sollte Sport machen. Denn die Chancen, das Vorhaben erfolgreich umzusetzen, steigen mit dem Ausmaß der eigenen sportlichen Aktivität - zumindest in den ersten Tagen der Abstinenz.

Frau joggt früh am Morgen auf der Straße mit der tief stehenden Sonne im Hintergrund

Bild: nycshooter / istockphoto.com

„Ich habe drei Versuche gebraucht rauszukommen. Der dritte war erst erfolgreich. Selbst beim zweiten war ich schon in Therapie“, erzählt Anna von ihrem Weg aus der Cannabisabhängigkeit im drugcom-Video. Obwohl die Motivation zum Cannabisausstieg groß ist, werden viele ehemalige Konsumentinnen und Konsumenten oft rückfällig. Doch was hilft bei einem erfolgreichen Ausstieg?

Sport als Ersatzdroge?

Sportliche Aktivität könnte eine Möglichkeit sein, Bong oder Joint endgültig Adieu zu sagen. Denn beim Sport wird das körpereigene Cannabinoidsystem aktiv, das auch durch den Cannabis-Wirkstoff THC stimuliert wird. Endogene Cannabinoide sind ähnlich wie Endorphine offenbar auch an der Entstehung von Glücksgefühlen beim Sport wie dem sogenannten „Runners High“ beteiligt.

Ob Sport tatsächlich eine Art „Ersatzdroge“ ist und somit beim Cannabisausstieg helfen kann, wurde kürzlich von Jessica Irons und ihrem Forschungsteam an einer Gruppe von 84 erwachsenen Cannabiskonsumierenden untersucht. Alle Probandinnen und Probanden konsumierten bereits seit vielen Jahren. Sie hatte eine diagnostizierte Cannabisabhängigkeit waren aber hochmotiviert, ihren Konsum selbstständig einzustellen.

Im Rahmen der Studie gab es keine spezielle Beratung oder anderen Hilfen. Es wurden lediglich einige zentrale Merkmale der Testpersonen statistisch erfasst. Darunter die sportliche Aktivität vor Beginn des Cannabisausstiegs sowie das Konsumverhalten in der ersten Woche nach dem geplanten Konsum-Ende. Alle Beteiligten bekamen 75 Dollar dafür, dass sie sich zumindest für den ersten Tag nach der Befragung vornahmen, nicht mehr zu Kiffen. Eine Woche später sollten sie erneut zu einer Befragung erscheinen.

Erfolgreich in den ersten Tagen

Der Effekt sportlicher Aktivität zeigte sich bereits am ersten Tag des geplanten Ausstiegs: Während von den nicht aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern rund 60 Prozent es nicht einen einzigen Tag ohne Joint ausgehalten hatten, waren es unter den sportlich aktiven Personen nur etwa 25 Prozent, die rückfällig wurden. Ist Sport also das Wundermittel beim Cannabisausstieg?

Offenbar nicht ganz. Denn der signifikante Unterschied zwischen beiden Gruppen wurde schon im Laufe der ersten Tage zunehmend geringer. Bereits am fünften Tag waren auch in der sportlich aktiveren Gruppe knapp über 50 Prozent rückfällig geworden und der Unterschied zwischen den Gruppen war nicht mehr signifikant.

Ergänzende Hilfe beim Ausstieg

Dennoch sind die Autorinnen und Autoren der Studie optimistisch, dass sportliche Aktivität zukünftig an Bedeutung bei der Behandlung der Cannabisabhängigkeit gewinnen wird. Immerhin haben die sportlich aktiven Personen zumindest die ersten Tage häufiger ohne einen Rückfall überstanden - und das ohne professionelle Unterstützung.

Die Unterstützung durch professionelle Beraterinnen oder Berater ist jedoch für alle Personen empfehlenswert, die aus dem Konsum aussteigen oder das Kiffen reduzieren möchten. Hilfe gibt es in Beratungsstellen vor Ort oder online bei Quit the Shit.

Quelle:
Irons, J., Babson, K., Bergeria, C., & Bonn-Miller, M. (2014). Physical activity and cannabis cessation. The American Journal on Addictions. Online ISSN: 1521-0391.

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