Drugcom: Drogenlexikon: Gehirnentwicklung (Jugendlicher)

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Gehirnentwicklung (Jugendlicher)

Lange Zeit ging man davon aus, dass die wesentlichen Aspekte der Gehirnentwicklung in der Kindheit abgeschlossen sind. Eine Reihe von Studien hat inzwischen aufzeigen können, dass die Jugend eine weitere kritische Phase der Gehirnentwicklung darstellt, in der entscheidende neuronale Umbaumaßnahmen stattfinden, die sich bis in das frühe Erwachsenenalter ausdehnen.

Die Umstrukturierung des Gehirns wirkt sich bei Jugendlichen auch auf ihr Verhalten aus, das häufig geprägt ist von der Suche nach neuen Erfahrungen. Dies schließt auch riskante Verhaltensweisen ein wie beispielsweise Drogenkonsum.

Rückbau der grauen Substanz

Ein wichtiger Prozess der Gehirnentwicklung ist der Rückbau und die Neustrukturierung der so genannten grauen Substanz. Die befindet sich vor allem in der Hirnrinde, der äußeren Schicht des Gehirns. Die graue Substanz besteht überwiegend aus Nervenzellkörpern, die wegen ihrer grauen Färbung ihren Namen erhalten hat.

Bis zum Alter von etwa 12 bis 14 Jahren nimmt die graue Substanz zu und danach wieder ab. Die Hirnrinde wird infolge des Abbaus dünner. Dieser Vorgang ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung einer effizienten Struktur. Der Reifeprozess geschieht auf der Basis der Erfahrungen, die Jugendliche machen. Das bedeutet, es bleiben jene Nervenzellen und deren Verbindungen, die häufig verwendet werden. Netzwerke, die nicht so intensiv genutzt werden, werden hingegen zurückgebaut.

Aufbau der weißen Substanz

Gleichzeitig werden unterschiedliche Hirnareale stärker miteinander vernetzt. Die Vernetzung erfolgt über Nervenfasern, die als Axone bezeichnet werden. Ein wichtiger Prozess im Rahmen der Vernetzung ist die so genannte Myelinisierung. Myelin ist eine Substanz, die aus Fetten und Proteinen besteht und sich als isolierende Schicht um die Nervenfasern wickelt.

Ebenso wie die Isolation eines Stromkabels einen störungsfreien Stromfluss ermöglicht, verbessern myelinisierte Nervenbahnen die Signalübertragung und erhöhen dadurch die kognitiven Fähigkeiten der Person. Myelinisierte Nerven werden auch als weiße Substanz bezeichnet, weil Myelin weiß erscheint.

Asynchrone Entwicklung fördert Risikoverhalten

Bis ins junge Erwachsenenalter findet ein wichtiger neuronaler Reifungsprozess vor allem im präfrontalen Cortex statt. Diese Hirnregion ist unter anderem für die langfristige Planung und die Hemmung impulsiver Reaktionen zuständig. Im präfrontalen Cortex waltet gewissermaßen die innere Stimme der Vernunft, die zur Mäßigung aufruft. Eine weitere Hirnregion, die stark vom neuronalen Umbau betroffen ist, ist das limbische System, auch bekannt als Belohnungssystem.

Während der Umbaumaßnahmen reifen die Hirnregionen jedoch nicht gleichzeitig heran. Die Entwicklung verläuft asynchron. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten hierin den zentralen Grund für die gesteigerte Risikofreudigkeit von Jugendlichen. Denn während sich das Belohnungssystem früh in der Pubertät ausbildet und emotionale Prozesse in den Vordergrund treten, bleibt die rationale Steuerung durch den präfrontalen Cortex noch längere Zeit auf dem Stand eines Kindes.

Die Fähigkeit, kurz- und längerfristige Effekte des eigenen Handelns bewerten zu können und aufkommende Impulse zu kontrollieren, bilden sich dadurch erst im frühen Erwachsenenalter richtig aus. Jugendliche haben daher stärker das Bedürfnis, neue Erfahrungen zu sammeln. Für die Entwicklung der Selbstständigkeit und zur Abgrenzung gegenüber den eigenen Eltern ist das sogenannte „Sensation Seeking“, die Suche nach neuen, aufregenden Erfahrungen durchaus sinnvoll. Die jugendliche Risikofreude verstärkt aber auch die Gefahr, Drogen auszuprobieren und beim Alkoholkonsum über die Stränge zu schlagen.

Quellen:



Stand der Information: April 2016


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