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Drugcom: Topthema: Verwandlung in der Glutzone

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Topthema

Verwandlung in der Glutzone

Januar 2007

Aroma, Mehl, Kakao, Vanillin … Das sind nicht etwa die Zutaten für einen Marmorkuchen, sondern häufig verwendete Zusatzstoffe im Zigarettentabak. Sie dienen dazu, den Geschmack zu verändern und um den eingeatmeten Rauch angenehmer zu machen. Was im Marmorkuchen durchaus lecker ist, kann sich beim Verbrennen in der Zigarette aber in einen gesundheitsschädlichen Stoff verwandeln. Ungeachtet dessen werden die Zusatzstoffe nach Recherchen des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) gezielt hinzugefügt, um den Einstieg in das Rauchen zu erleichtern und das Abhängigkeitspotential zu erhöhen.

600 Zusatzstoffe

Die Liste der erlaubten Zusatzstoffe für Tabakprodukte wie Feinschnitt oder Zigarettentabak enthält rund 600 verschiedene Substanzen. Wer es genau wissen will, der kann auf der Website des Verbraucherschutzministeriums nachschlagen. Dort sind auf insgesamt 1.174 Seiten die jeweiligen Zusatzstoffe nach Tabakmarke sortiert aufgelistet.

Beispielsweise sind sämtliche Aromen erlaubt, die auch Lebensmitteln zugefügt werden dürfen. Denn der Grundgedanke der Tabakverordnung geht davon aus, dass für Lebensmittel zugelassen Zusatzstoffe auch in Tabakwaren nicht schaden können. Das Deutsche Krebsforschungszentrum weißt jedoch in einer Informationsbroschüre darauf hin, dass bei der Verbrennung des Tabaks manche Zusatzstoffe in der Glutzone der Zigarette bei 600 bis 900 °C zu krebserregenden Substanzen umgewandelt werden.

Man nehme ein wenig Zucker …

Ähnlich wie beim Kuchenrezept haben die „Zutaten“ beim Zigarettentabak ganz bestimmte Funktionen. Beispielsweise wird den meisten Zigarettensorten Zucker zugesetzt, um den rauen Geschmack des Rauchs zu mildern. Bei der Verbrennung von Zucker entstehen jedoch Aldehyde, die die Schleimhaut reizen und diese anfälliger machen für andere krebserregende Stoffe.

… ein bisschen Ammonium

Im Chemikaliencocktail der Zusatzstoffe spielen auch Ammonium-Verbindungen wie Ammoniak oder Harnstoff eine wichtige Rolle. In ihnen sind zusätzliche Nikotinverbindungen gebunden, die nicht von den üblichen Messverfahren erfasst werden und deshalb auch nicht auf den Zigarettenpackungen genannt sind. Außerdem führt Ammoniak dazu, dass Nikotin noch besser in der Lunge aufgenommen wird und ins Gehirn gelangt.

… eine Prise Menthol

Auch Menthol, welches man eigentlich nur als etwas gewöhnungsbedürftige Geschmacksrichtung kennt, wird von den Tabakkonzernen fast allen Zigarettensorten beigemischt. Seine Wirkung liegt darin, dass es unter anderem schmerzlindernd und kühlend wirkt. Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, dass es zu einer höheren Atemfrequenz und einem gesteigertem Atemvolumen führt. Der beißende Qualm wird hierdurch also „entschärft“, was dazu führt, dass er noch häufiger und tiefer eingeatmet wird. Damit der mitunter recht scharfe Mentholgeschmack abgemildert wird, werden weitere Substanzen, wie beispielsweise Pfefferminze, Gewürznelken oder Wintergrün beigemischt.

… und fertig ist die „Einstiegsdroge“

Nach Recherchen des Deutschen Krebsforschungszentrums in internen Dokumenten der Tabakindustrie dient der Zusatz dieser „Weichmacher“ gezielt dazu, die Einstiegshürde zum Rauchen abzusenken und möglichst viele Kinder und Jugendliche zum Griff zur Zigarette zu bringen. Ein Zitat aus internen Dokumenten der Zigarettenhersteller spricht für sich: „Die Leute mögen Milde. [...] wir sollten also auch mehr junge Nichtraucher mit der Milde gewinnen.“ (Factsheet dkfz, S. 9)

Quellen:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Factsheet dkfz

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