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Drugcom: Topthema: Jeder zehnte Mensch stirbt durch Rauchen

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Topthema

Jeder zehnte Mensch stirbt durch Rauchen

Juli 2017

Die schädlichen Auswirkungen des Tabakrauchens sind seit mehr als einen halbem Jahrhundert zweifelsfrei nachgewiesen. Dennoch qualmen weltweit jeder vierte Mann und jede zwanzigste Frau - und zwar täglich. Rauchen ist damit einer der wichtigsten Risikofaktoren für vorzeitiges Sterben.

Mann mit rauchender Zigarette im Mund und schwarz aufgemalter Lunge

Bild: kallejipp / photocase.de

„Ich habe angefangen, da war ich 13. Bei der ersten Zigarette habe ich gedacht ‚Nee, schmeckt nicht‘. Aber je länger du rauchst, desto besser geht es dir“, sagt ein indonesischer Jugendlicher in einem Bericht des 3-Sat-Magazins makro. Indonesien ist eines der letzten Raucherparadiese, weil der Staat kaum etwas gegen das Rauchen seiner Bevölkerung unternimmt.

„Der Tabak gehört zu unserem Leben“, erklärt der Tabakbauer Heriyanto. „Wenn mir jemand Reis anbietet oder eine Zigarette, würde ich immer die Zigarette nehmen. Rauchen ist wichtiger als Essen.“ Seine Einschätzung mag übertrieben klingen, Tatsache aber ist: Indonesien ist eines der wenigen Länder, in denen der Zigarettenkonsum entgegen dem weltweiten Trend nicht abnimmt.

Fast eine Milliarde Raucherinnen und Raucher weltweit

Ein internationales Forschungsteam hat die Daten der Global Burden of Disease (GBD) Study ausgewertet. Die Datenbasis umfasst Angaben zum Rauchen und zu Todesfällen aus 195 Ländern und umfasst die Jahre 1990 bis 2015. Das Team weist mit seinen Ergebnissen insbesondere auf die Situation in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indonesien hin.

Insgesamt gibt es fast ein Milliarde Raucherinnen und Raucher auf der Welt. 82 Prozent von ihnen sind Männer. Ein Viertel aller Männer raucht täglich, bei den Frauen sind es 5 Prozent. Zwei Drittel aller Raucherinnen und Raucher verteilen sich auf nur zehn Länder, allen voran China, Indien und Indonesien. Allein 51 Prozent aller täglich rauchenden Männer lebt in diesen drei Ländern.

Während der Tabakkonsum in den meisten Ländern der Welt sinkt, gibt es einige wenige Staaten, in denen das Rauchen nicht bedeutsam abgenommen hat. So qualmen die Männer in Indonesien, Bangladesch und den Philippinen seit 1990 unverändert weiter. In Deutschland ist der Anteil rauchender Männer wie in meisten Industrieländern zwar deutlich gesunken, Deutschland jedoch gehört zu den wenigen Ländern, in denen der Anteil rauchender Frauen seit 1990 nicht bedeutsam abgenommen hat.

2015 sind über 6 Millionen Menschen durch Rauchen gestorben

Das weltweite Qualmen hat Folgen. Das Forschungsteam hat errechnet, dass Rauchen nach Bluthochdruck der wichtigste Risikofaktor ist, der dem Menschen beschwerdefreie Lebensjahre raubt. Insgesamt gehen weltweit 12 Prozent aller Todesfälle auf das Konto des Tabakrauchens. Allein 2015 waren 6,4 Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens gestorben sind. Die häufigsten Folge-Erkrankungen sind Herz-Kreislauferkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen und Krebs.

Aus Sicht vieler junger Erwachsener mögen ernsthafte gesundheitliche Folgen des Rauchens eine Sache alter Menschen sein. Allerdings ist das Risiko für Herzinfarkt schon unter 50 Jahren deutlich erhöht, wenn man raucht. Ein Forschungsteam aus dem Vereinigten Königreich hat auf der Grundlage von Patientendaten ermittelt, dass Rauchen das Herzinfarktrisiko für Erwachsene unter 50 Jahren um das 8-fache erhöht. Das Team nimmt an, dass Rauchen sogar der stärkte Risikofaktor für Herzinfarkt bei Erwachsenen unter 50 Jahren ist.

29 Prozent aller Krebstodesfälle eine Folge des Rauchens

Was vielen Raucherinnen und Rauchern vermutlich ebenfalls nicht bewusst ist: Rauchen gilt nicht nur als Auslöser für Lungenkrebs, sondern ist auch eine Ursache für Blutkrebs (Leukämie) sowie für Krebserkrankungen im Kehlkopf, im Magen, im Darm, im Rachen und in der Mundhöhle, in der Speiseröhre, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Blase, der Niere und im Gebärmutterhals. Da sich die eingeatmeten Giftstoffe über die Blutbahn im gesamten Körper verteilen, können grundsätzlich alle Organe geschädigt werden. Welchen Anteil hat das Rauchen eigentlich an den genannten Krebserkrankungen?

Ein Forschungsteam aus den USA hat diese Frage genauer unter die Lupe genommen. Es hat die Daten einer großen angelegten Bevölkerungsstudie untersucht, die aus dem Jahre 2014 stammt. Das Team kommt zu dem Schluss, dass 29 Prozent aller krebsbedingten Sterbefälle auf die Folgen des Rauchens zurückgeführt werden können. In absoluten Zahlen ausgedrückt: 2014 waren mindestens 167.133 Menschen in den USA an einer Krebserkrankung gestorben, die durch Rauchen verursacht wurde. 62 Prozent dieser Sterbefälle betrafen Männer.

Fortschritte in den letzten 25 Jahren

Zwischen 1990 und 2015 gab es aber auch große Fortschritte im Kampf gegen das Rauchen. So ist die Quote täglicher Raucherinnen und Raucher in den letzten 25 Jahren von 29 auf 15 Prozent gesunken, vor allem in den Industrienationen und in den Ländern Latein-Amerikas. Den stärksten Rückgang der Raucherquote sowohl bei Männern als auch bei Frauen hatte Brasilien zu verzeichnen. Die Autorinnen und Autoren der GBD-Studie sehen hierin die Erfolge der Tabakkontrolle durch Werbe- und Rauchverbote sowie durch Steuererhöhungen.

Ein Beispiel für Maßnahmen der Tabakkontrolle sind bildliche Warnhinweise. Das sind Bilder, die teils auf drastische Weise die Folgen des Rauchens veranschaulichen. Laut einer Richtlinie der Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) aus dem Jahre 2008 sollen bildliche Warnhinweise mindestens 50 Prozent der Verpackung einer Zigarettenschachtel abdecken. Denn Bilder vermitteln nicht nur Informationen, sondern können auch Gefühle auslösen. Gefühle können wiederum unsere Einstellungen beeinflussen und über diesen Weg auch unser Verhalten.

Dass bildliche Warnhinweisen wirken, konnte in Studien nachgewiesen werden. In einer Untersuchung mit knapp 300 Raucherinnen und Rauchern haben Zigarettenschachteln mit abschreckenden Bildern stärkere emotionale Reaktionen hervorgerufen als Packungen, auf denen nur Texthinweise aufgedruckt waren [Quelle 2]. Nach Meinung des Forschungsteams können Bilder, die „entscheidende Zutat“ sein, um die Einstellung zum Rauchen zu verändern und die Anzahl der Raucherinnen und Raucher in der Bevölkerung zu reduzieren.

Den Nachweis für höhere Ausstiegsquoten liefert eine Studie, in der die Raucherquoten von 18 Ländern verglichen wurden [Quelle 5]. Acht der Länder haben bildliche Warnhinweise eingeführt. Der Vergleich zeigt: Staaten, die Zigarettenhersteller dazu verpflichten, „Schockbilder“ auf ihre Packung zu drucken, haben eine 10 Prozent niedriger Raucherquote unter Menschen mit niedriger Bildung. Diese Bevölkerungsgruppe ist durch Prävention bislang schwer zu erreichen. Insofern können bildliche Warnhinweise ein wichtiger Baustein im Kampf gegen das Rauchen sein.

Initiative gegen das Rauchen weiter ausbauen

Das Forschungsteam der GBD-Studie befürchtet jedoch, dass die Tabakkonzerne ihren Fokus in den kommenden Jahren verstärkt in Richtung Afrika ausrichten könnten. Die Raucherquoten in vielen afrikanischen Ländern sind vergleichsweise niedrig. Theoretisch gäbe es dort also noch Wachstumspotential.

Das Forschungsteam fordert daher intensive internationale Anstrengungen, um die Verbreitung des Rauchens insbesondere in den Regionen niedrig zu halten, in denen es noch keine starke Raucherquote gibt. Vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen in diesen Ländern davon abgehalten werden, mit dem Rauchen zu beginnen.


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