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Drugcom: Topthema: Weniger ist mehr - risikoarmer Umgang mit Alkohol

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Topthema

Weniger ist mehr - risikoarmer Umgang mit Alkohol

Juni 2007

"Jugend im Rausch" titelte die Bundesärztekammer kürzlich in einer Pressemitteilung, nachdem ein 16-Jähriger Berliner an den Folgen eines Alkoholrauschs gestorben ist. 50 Gläser Tequila soll er getrunken habe, bevor er ins Koma fiel. Nicht jeder Alkoholrausch endet derart tragisch, doch es zeigt, dass "Kampftrinken" extrem gefährlich ist. Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, dass Alkohol ein fester Bestandteil unserer Kultur ist. Auf den richtigem Umgang kommt es daher an. Doch ab wann wird es eigentlich riskant und wie viel Alkohol ist noch okay?

"Komasaufen" zum Pauschalpreis

Folgt man der aktuellen Berichterstattung, so hat es den Anschein, als wenn das gezielte Rauschtrinken in letzter Zeit zunimmt. Spezielle Angebote von Bars unter dem Motto "All you can drink" seien daran schuld. Das Prinzip der "Flatrate-Partys" lautet: Einmal zahlen und so viel Alkohol trinken wie man will. Dass damit unweigerlich Rauschtrinken zum Motto erhoben wird, ist offensichtlich. Aber ist das wirklich ein neuer Trend?

Studien geben dazu kein klares Bild ab. In einer repräsentativen Studie kommt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu dem Ergebnis, dass der Alkoholkonsum bei jungen Menschen eher rückläufig ist - und zwar seit mehreren Jahren. Andererseits lässt sich nicht leugnen, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen einer akuten Alkoholvergiftung zugenommen hat, wie kürzlich eine Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums bekannt gab. Offenbar gibt es einen gewissen Anteil an Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die es auch mal "krachen lassen" und beim Alkoholtrinken an ihre Grenzen gehen - oder darüber hinaus.

Anzeichen einer Alkoholvergiftung

Trinkexzesse sind jedoch keine harmlosen Spaßveranstaltungen, wie das Beispiel des 16-Jährigen Berliners zeigt. Was oft vergessen wird: Alkohol ist ein Zellgift und kann schnell zu einer gefährlichen Alkoholvergiftung führen - besonders bei jungen Menschen, deren Organismus empfindlich auf Alkohol reagiert. Im Prinzip sind auch schon leichte Rauschzustände in feucht-fröhlicher Runde Anzeichen der giftigen Wirkung von Alkohol. Bestimmte Prozesse im Gehirn werden unterdrückt, was zunächst durchaus Wohlbefinden erzeugen kann. Eine akute Alkoholvergiftung beginnt dann, wenn das Lachen ins Lallen übergeht und der aufrechte Gang kaum noch möglich ist. Wer dann noch weiter trinkt, der riskiert das Bewusstsein zu verlieren. Ein Filmriss, also der zeitweilige Erinnerungsverlust deutet daraufhin, dass man zumindest schon mal nah dran war. Im Extremfall - besonders bei schnellem Trinken von hochprozentigem Alkohol - kann es in der Bewusstlosigkeit auch zum Atemstillstand kommen.

Risikoarmes Alkoholtrinken - Wie geht das?

Um das zu verhindern, sollte man besser risikoarm Alkohol trinken - also nur soviel Alkohol trinken, wie der Körper noch verarbeiten kann, ohne ernsthaft Schaden zu nehmen. Wissenschaftlichen Studien zufolge liegt die Grenze des risikoarmen Konsums bei gesunden Erwachsenen bei 12 Gramm reinem Alkohol am Tag für Frauen und 24 Gramm Alkohol für Männer. Das sind ungefähr ein bzw. zwei kleine Gläser Bier, man spricht auch von so genannten Standardgläsern. Wer mehr trinkt, muss nicht sofort mit Schäden rechnen, häufiges Überschreiten der Grenze kann aber zahlreiche Folgeschäden nach sich ziehen. Unbedingt vermeiden sollte man das Rauschtrinken. Das beginnt spätestens ab dem 5 Glas und ist mit besonderen Risiken verbunden.

Und wenn es doch mal etwas mehr wird, ist es wichtig auch was Alkoholfreies zu trinken, denn Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Ganz wichtig ist es, konsumfreie Tage einzulegen, mindestens zwei pro Woche. Weitere Tipps gibt es in den FAQs zum risikoarmen Alkoholtrinken.

Teste dich!

Um den eigenen Alkoholkonsum einmal gründlich durchzuchecken, gibt es auf drugcom.de die Möglichkeit, einen Selbsttest zu machen. Darauf folgt eine ausführliche Rückmeldung mit speziellen Empfehlungen.

Quellen:
Pressemitteilung Bundesärztekammer (5.4.2007)
Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums (22.5.2007)
Repräsentativstudie der BZgA (pdf, 212 KB)

Links:

Der Selbsttest check your drinking
Was passiert bei wie viel Promille?
Warum ist Rauschtrinken gefährlich?
Was hilft gegen den Kater?


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