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Drugcom: Topthema: Die Lust auf mehr

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Topthema

Die Lust auf mehr

September 2007

„I want more“ singt Nina Simone im gleichnamigen Track der Techno-Pop-Gruppe Faithless, untermalt von treibenden Bässen, womit die Band - womöglich ungewollt - akustisch zum Ausdruck bringt, was die Wissenschaft nüchtern als „Suchtdruck“ bezeichnet: Das beinahe unbezwingbare Verlangen nach mehr, der Drang nach intensiven Rauscherlebnissen. Während sich die einen mit stimulierenden Substanzen wie Kokain oder Speed wach peitschen, kiffen sich andere ins Nirwana oder jagen Pixel über den Bildschirm bis die Finger glühen. Auf der Suche nach dem Nervenkitzel verspielt auch so manch einer Haus und Hof am Automaten oder im Casino. Allen gemeinsam ist, dass der Konsum oder ihr Verhalten besonders erregte Zustände erzeugt, deren Ursprung die Wissenschaft im Gehirn verortet.

Die Gier sitzt im Gehirn

„Ich lebte ausschließlich in meinem Zimmer“, erzählt der 21-Jährige Tim aus Utrecht, „um mich herum vier Bildschirme, die X-Box 360, Playstation 2, die X-Box 1, ein Notebook und meinen Gamecube." 17 Stunden täglich habe er so verbracht. Er habe sogar in eine große Flasche gepinkelt, um nicht mit dem Spielen aufhören zu müssen. Tim ist der erste Patient einer neu eröffneten Klinik für Computerspielsüchtige in den Niederlanden. Noch ist sich die Wissenschaft uneinig, ob die „Computerspielsucht“ als eigenständige Form existiert, aber Messungen von Hirnströmen bei exzessiven Zockern zeigen, dass sie ähnliche Muster wie Alkoholabhängige aufweisen. „Die exzessiven Computerspieler waren viel erregter als andere PC-Nutzer", so die Expertin für Computerspielsucht Sabine Grüsser-Sinopoli. Das PC-Spiel verschaffe den Abhängigen einen Kick und unterdrückt unangenehme Gefühle genauso wie das Bier bei Alkoholabhängigen.

Neurotransmitter als chemische Übermittler des Glücks

Exzessives Verhalten wie die beschriebenen Symptome der Computerspielsucht findet man typischerweise auch beim Konsum von psychoaktiven Substanzen wie beispielsweise Kokain oder Heroin. Offenbar gibt es da eine Gemeinsamkeit. Tatsächlich hat die Wissenschaft zeigen können, dass unterschiedliche Drogen dieselben Hirnareale aktivieren. Es sind die Bereiche des Gehirns, in denen vor allem der Neurotransmitter (Botenstoff) Dopamin eine Rolle spielt. Dopamin wird beispielsweise verstärkt beim Sex ausgeschüttet und bei anderen emotionalen Erlebnissen, die mit Freude und Ekstase zusammenhängen, weshalb man auch vom Belohnungssystem spricht. Drogen, aber auch bestimmte Verhaltensweisen, können ebenfalls zu einer vermehrten Dopaminausschüttung in den Belohnungszentren unseres Gehirns führen und ekstatische Gefühle erzeugen.

Mehr vom Mehr

Das perfide an den „belohnenden“ Drogen und Verhaltensweisen ist, dass sich unser Organismus meist schnell daran gewöhnt und die übliche Dosis nicht mehr reicht. Man spricht dann von einer Toleranzentwicklung. Die Line Koks wird dann noch länger, die Bierflaschen noch zahlreicher und der Schwierigkeitslevel am PC-Game noch eine Stufe höher gestellt, nur um den gleichen Kick zu erzeugen. Dies bildet sich ebenfalls im Erregungsniveau des Gehirns ab. Studien habe gezeigt, dass die Belohnungszentren in den Gehirnen von Spielsüchtigen sich verändern und weniger erregbar werden, als die anderer Personen. Sie werden vor allem unempfindlicher gegenüber dem möglichen Verlust, wenn der Einsatz steigt. Sie müssen dann eben weiter spielen und noch mehr wagen, um den richtigen Nervenkitzel zu spüren.

Wie stark der Organismus an das jeweilige Konsumverhalten gewöhnt ist, zeigt sich vor allem dann, wenn es ausgesetzt wird. Dann zeigen sich oftmals Entzugserscheinungen, die sehr stark sein können und wiederum ein heftiges Verlangen erzeugen, um den schier unerträglichen Mangelzustand zu beenden. In der Wissenschaft spricht man dann auch vom „Craving“, dem intensiven Verlangen nach weiteren Konsum. Mehr dazu im drogenlexikon.

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