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 HomeTopthema > Topthema vom Juli 2005

Topthema

Sex unter Drogeneinfluss

Juli 2005

Einer amerikanischen Studie zufolge haben Schüler umso früher ihr „erstes Mal“, je häufiger sie illegale Drogen konsumieren und Alkohol trinken. Eine andere Studie berichtet, dass Cannabiskonsumenten beim Sex selten ein Kondom benutzen. Dies wird von einer weiteren Studie bestätigt: Demnach hängt der Konsum von Marihuana, Kokain und anderer illegaler Drogen oft mit wechselnden Sexualpartnern und ungeschütztem Verkehr zusammen.

„Scharfmacher“ Testosteron

Ebenso wie die meisten Drogen wirkt auch Alkohol enthemmend. Bei Männern kann es allerdings bei übermäßigem Genuss von Alkohol zum Verlust der Erektionsfähigkeit kommen. Dies ist auf den Testosterongehalt im Blut zurück zu führen. Je mehr Testosteron man (und frau) im Blut hat, desto größer ist die sexuelle Erregung. Beim Mann verringert sich der Testosterongehalt durch starken Alkoholkonsum.

Bei Frauen hingegen verringert sich durch Alkoholkonsum der Östradiol-Gehalt (ein Östrogen) wodurch im Verhältnis der Testosteronspiegel ansteigt. Dies hat sexuelle Erregung zur Folge. Gemeinsam mit der enthemmenden Wirkung von Alkohol kann es passieren, dass Mädchen und Frauen unter Alkoholeinfluss sexuelle Erfahrungen machen, die sie hinterher bereuen. So haben in einer britischen Studie 60 Prozent aller Mädchen angegeben, während ihres „ersten Mals“ betrunken gewesen zu sein. 65 Prozent hatten dabei ungeschützten Sex. Die Hälfte der befragten Mädchen bereute dieses Erlebnis später.

Folgen von ungeschütztem Sex

Als Konsequenz von ungeschütztem Geschlechtsverkehr kann es zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen - auch wenn Frauen mit der Pille verhüten. Denn der Verhütungsschutz kann in seiner Wirkung beeinträchtigt werden, wenn es zu Erbrechen kommt, was bei Konsum von Alkohol und anderen Drogen der Fall sein kann.

Eine weitere mitunter gravierende Folge von ungeschütztem Sex ist die Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten (englisch: sexual transmitted diseases = STD) über Bakterien und Viren. Die meisten bakteriellen STD heilen gut aus. Oft machen sie sich durch Juckreiz, Schwellungen oder Brennen beim Wasserlassen unangenehm bemerkbar. Wirklich gefährlich werden sie, wenn man sie nicht behandelt. Eine unbehandelte Gonorrhöe (auch Tripper genannt) kann zum Beispiel bei Mann und Frau zur Unfruchtbarkeit führen.

Für einige sexuell übertragbare Krankheiten, die durch Viren verursacht werden, gibt es bislang keine Heilmittel (zum Beispiel Aids). Das Risiko, sich mit HIV zu infizieren, wird heute noch immer unterschätzt. Jedes Jahr werden in Deutschland 2.000 neue HIV-Infektionen diagnostiziert. Dabei ist das Risiko für Frauen, sich mit HIV zu infizieren, doppelt so hoch wie für Männer. Die Samenflüssigkeit enthält mehr HI-Viren als die Scheidenflüssigkeit.

Quellen/Links:

Studie I (PDF 100KB):
Santelli, J. S., Kaiser, J., Hirsch, L., et al. (2004). Initiation of Sexual Intercourse Among Middle School Adolescents: The Influence of Psychosocial Factors. Journal of Adolescent Health, 34, 200-208.
Studie II:
Kingree, J. B., Braithwaite, R. & Woodring, T. (2000). Unprotected sex as a function of alcohol and marijuana use among adolescent detainees. Journal of Adolescent Health, 27(3), 179-185.
Studie III:
Lowry, R., Holtzman, D., Truman, B.I., et al. (1994). Substance use and HIV-related sexual behaviors among US high school students: are they related? American Journal of Public Health, 84(7), 1116-1120.
Artikel: „Erstes Mal“ passiert unter Alkoholeinfluss
FAQ: www.bist-du-staerker-als-alkohol.de
Infos über HIV
Infos über Safer Sex

 

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