Drugcom: Aktuelles: "Ich habe mich für das Leben entschieden" - Warum-Crystal-Abhängige aus dem Konsum aussteigen

Kopfbereich mit Suchfeld

Sprung zum Menü „Die Drogen“

Sprung zum Aktionsbereich

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Sprung zum Aktionsbereich

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Sprung zum Inhaltsbereich

Sprung zur Fusszeile

Hauptinhaltsbereich

Sprung zum Seitenanfang

Sie befinden sich auf der Seite:

home > news > "ich habe mich für das leben entschieden" - warum-crystal-abhängige aus dem konsum aussteigen

10.02.2017

"Ich habe mich für das Leben entschieden" - Warum-Crystal-Abhängige aus dem Konsum aussteigen

In einer US-amerikanischen Studie wurde untersucht, welche Gründe Crystal-Konsumierende für den Ausstieg aus dem Konsum nennen. Demnach bringen vor allem schwerwiegende gesundheitliche Folgen die Risiken des Crystal-Konsums ins Bewusstsein.

Mann trägt großes Schild mit Aufschrift "Ausgang" auf der Schulter

Bild: kallejipp / photocase.de

Der aufputschenden Droge Crystal Meth wird ein besonders hohes Abhängigkeitspotential zugesprochen. Ein Grund dafür ist die Toleranzentwicklung: Der Körper gewöhnt sich vergleichsweise schnell an die Droge. Wer Crystal öfter konsumiert, braucht deshalb immer mehr von der Substanz, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Regelmäßig Konsumierende erleben jedoch auch die Schattenseiten des Konsums wie Unruhe, Aggressivität, Panikattacken, Wahnvorstellungen und körperliche Probleme. Eben diese negativen Folgen des Crystal-Konsums spielen bei vielen Abhängigen eine zentrale Rolle für den Ausstieg aus dem Konsum. Das zeigt eine Studie von Satish Kedia und seinem Team. Sie haben für ihre Arbeit 202 persönliche Schilderungen von ehemaligen Crystal-Konsumierenden aus einem Onlineforum ausgewertet.

Persönliche Betroffenheit

Meist waren es schwerwiegende Konsequenzen, die für Konsumierende den Ausschlag gaben, aus dem Konsum auszusteigen. Manche hatten Todesangst erlebt. Eine Konsumentin berichtete beispielsweise, durch eine ärztliche Diagnose „wachgerüttelt“ worden zu sein. Ihr wurde mitgeteilt, dass Crystal Meth ihren Knochen so stark Calcium entzogen habe, dass diese möglicherweise nie wieder vollständig ausheilen werden..

Dabei ist es nicht unbedingt nötig, dass Konsumierende selbst die Auswirkungen des anhaltenden Crystal-Konsums erleben. Auch die gravierenden Verläufe bei anderen Konsumierenden im sozialen Umfeld können das Bedürfnis nach einer Verhaltensänderung auslösen. Die Forscherinnen und Forscher zitieren in ihrer Studie eine 18-jährige Konsumentin, die ihren Crystal-Konsum eingestellt hat, nachdem ihre Schwester an einer Überdosis gestorben war.

Vorteile des Ausstiegs gewinnen an Bedeutung

Neben den negativen Konsequenzen des Konsums spielen auch die erwarteten Vorteile eines Ausstiegs aus dem Konsumverhalten eine wichtige Rolle. Insbesondere die Hoffnung, wieder Kontakt zur eigenen Familie herstellen, am öffentlichen Leben teilnehmen und ein gesundes Selbstvertrauen aufbauen zu können, motivierte Crystal-Abhängige zu einem Ausstieg aus der Sucht.

Die für den Konsumausstieg notwendige Motivation entwickelte sich bei einigen Crystal-Konsumierenden jedoch mitunter erst dann, wenn ihr Leben buchstäblich in Scherben lag. So schrieb ein Crystal-User: „Wenn du kein Zuhause, kein Geld, keine Freunde und kein Leben mehr hast, realisierst du, dass du zwei Optionen hast: Du kannst entweder Leben oder Sterben. Ich habe mich für das Leben entschieden.“


Quelle:
Obong’o, C., Alexander, A., Chavan, P., Dillon, P., & Kedia, S. (2016). Choosing to Live or Die: Online Narratives of Recovering from Methamphetamine Abuse. Journal of Psychoactive Drugs, 12, 1-7.

0 Kommentare

Um Kommentare schreiben zu können, muss du dich anmelden oder registrieren.


Weiteres zum Thema auf drugcom.de

News

Topthemen

weitere verwandte Artikel

zum Seitenanfang

Über uns | Kontakt | Newsletter | Downloads | Materialien | Sitemap | Impressum | Datenschutz | Gebärdensprache

.