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Drogenlexikon

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Legal Highs

Begriff und Herkunft

Die Bezeichnung Legal Highs ist kein Fachbegriff. Vielmehr handelt es sich um einen Szenenamen, der vermutlich aus Gründen der besseren Vermarktung von den Händlern dieser Substanzen geprägt wurde. Legal Highs werden meist als „Räuchermischungen“, „Badesalze“ oder „Reiniger“ verkauft, um den eigentlichen Zweck der Produkte - den Konsum - zu verschleiern und rechtliche Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes oder des Arzneimittelgesetzes zu umgehen.

Formen und Wirkung

Meist ähneln Legal Highs in ihrer Wirkung bekannten Substanzen wie Cannabis, Ecstasy oder Amphetamin. Eine genaue Beschreibung der Wirkung von Legal Highs ist aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Substanzen allerdings nicht möglich. Zudem werden durch gezielte Manipulationen der chemischen Struktur kontinuierlich neue Substanzen auf den Markt gebracht. Allein im Jahr 2011 wurden dem Frühwarnsystem der EU insgesamt 49 neue psychoaktive Substanzen gemeldet.

Legal Highs werden als Pulver, Tabletten, Kräuter oder Kapseln angeboten. Kräuter- bzw. Räuchermischungen enthalten in der Regel getrocknete Pflanzenteile. Bekanntester Vertreter ist „Spice“, das 2008 für Aufsehen gesorgt hat. Die bunten Tütchen enthielten frei verkäufliche getrocknete Kräuter, die damaligen Berichten zufolge Cannabis-ähnliche Wirkungen erzeugt haben sollen. Im Rahmen von Laboranalysen konnte jedoch festgestellt werden, dass die Kräuter lediglich Trägersubstanzen waren, die mit neuen synthetischen Cannabinoide versetzt waren. In der Folge wurden die neuen synthetischen Wirkstoffe in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen.

Legal Highs mit stimulierender Wirkung werden zumeist als „Badesalz“, „Raumlufterfrischer“ oder „Reiniger“ verkauft. Diese Produkte enthalten häufig synthetische Cathinone. Das sind künstlich hergestellt Substanzen, die verwandt sind mit dem Wirkstoff Cathin, der natürlicherweise in der Khat-Pflanze vorkommt. Ein bekanntes synthetisches Cathinon ist Mephedron.

Im Internet werden zudem so genannte „Research Chemicals“ vermarktet. Diese Produkte würden nach Angaben der Händler synthetische Substanzen in ihrer Reinform enthalten. Ob die Substanzen wirklich „rein“ sind bzw. welche Substanzen tatsächlich enthalten sind, lässt sich allerdings nicht beurteilen.

Risiken

Eine abschließende Einschätzung der Risiken und Langzeitfolgen des Konsums ist nicht möglich, da derzeit noch keine systematischen Studien hierzu vorliegen, zumal immer wieder neue synthetische Substanzen auf den Markt kommen.

2011 wurde in Deutschland eine Online-Umfrage zum Thema durchgeführt. Darin gaben Konsumentinnen und Konsumenten auch unerwünschte Wirkungen an wie Herzrasen, Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen, Übelkeit, Angstzustände, Magenschmerzen, Muskelkrämpfe und Bewusstlosigkeit. In Einzelfallstudien wurde zudem von Herzinfarkten, Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen und Psychosen berichtet.

In der wissenschaftlichen Literatur finden sich auch Berichte von Todesfällen, die auf die Einnahme von Legal Highs zurückgeführt werden. So wurde ein 25-Jähriger tot in seiner Wohnung aufgefunden, bei dem die Obduktion keine fassbare Todesursache ergab. Bei einer toxikologischen Analyse fand man eine hohe Konzentration JWH-122 und JWH-210, beides synthetische Cannabinoide. Vermutet wird, dass der Mann an einem Atemstillstand gestorben ist, der durch einen exzessiven Missbrauch synthetischer Cannabinoide hervorgerufen wurde. In anderen Fällen kam es nach der Einnahme von Legal Highs zu tödlichen Unfällen, denen eine Panikattacke vorausgegangen ist.

Möglicherweise wird das Gefahrenpotenzial von Konsumierenden unterschätzt, da der Begriff Legal High den Anschein erweckt, dass die Produkte ungefährlich sind. Hinzu kommt, dass die enthaltenen Wirkstoffe meist gar nicht oder nur unvollständig auf den Verpackungen angegeben werden. So kann weder über die Menge noch über die Zusammensetzung der verwendeten Wirkstoffe eine Aussage gemacht werden.

Rechtliches

Viele der unter dem Begriff Legal High vermarkteten Wirkstoffe sind inzwischen unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gestellt. Kreative Chemiker entwickeln allerdings ständig neue Substanzen und nutzen den Umstand, dass nur solche Substanzen dem BtMG unterstellt sind, die darin ausdrücklich genannt werden. Dem konkreten Verbot einzelner Substanzen geht ein aufwendiges Prüfverfahren voraus. Diese Zeit nutzen Händler für den Verkauf der Drogen.

Laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 10. Juli 2014 sind Legal Highs, die nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt sind, nicht als Arzneimittel zu bezeichnen. Ein Arzneimittel müsse der Gesundheit zuträglich sein. Legal Highs dienen aber nur der Erzeugung eines Rauschzustands und werden als gesundheitsschädlich eingestuft. Das Arzneimittelgesetz (AMG) könne daher nicht auf Legal Highs angewendet werden.


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