Drugcom: Drogenlexikon: Amphetamin

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Drogenlexikon

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Amphetamin

Substanz

Die synthetische Droge Amphetamin gehört zur Gruppe der Stimulanzien, zu denen unter anderem auch Methamphetamin oder Kokain zu zählen sind. Illegal gehandeltes Amphetamin wird auch als „Speed“ oder „Pep“ bezeichnet. Das weiße bis gelbliche Pulver ist in der Regel eine Mixtur aus verschiedenen psychoaktiven Wirkstoffen. Meist werden noch psychoaktiv nicht wirksame Verschnittstoffen beigemengt, um das Volumen zu erhöhen. Der Anteil an Amphetamin kann extrem schwanken. Der Reinhaltsgehalt liegt zwischen 10 und 80 Prozent, kann im Einzelfall aber auch darunter oder darüber liegen. Proben von beschlagnahmtem Speed enthalten neben Amphetamin unter anderem auch Methamphetamin, Ephedrin, Koffein und Schmerzmittel wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (Aspirin®). Unter den Verschnittstoffen finden sich häufig Lactose (Milchzucker) und Glucose am häufigsten zu finden. Aufgrund der Illegalität ist die Zusammensetzung von auf dem Schwarzmarkt gehandeltem „Speed“ aber stets ungewiss.

Geschichte

Amphetamin wurde 1887 erstmals von dem Chemiker Edeleano synthetisiert. Die stimulierende Wirkung wurde jedoch erst in den 1930er Jahren wissenschaftlich erforscht. Man war auf der Suche nach einem Mittel gegen Asthma. Amphetamin wurde schließlich unter dem Markennamen „Benzedrin“ auf den Markt gebracht und war so leicht zugänglich wie Aspirin. Auch das später synthetisierte noch stärker wirkende Methamphetamin war als „Pervitin“ frei erhältlich. Im zweiten Weltkrieg wurden große Mengen von Amphetaminen hergestellt und vorwiegend von Soldaten konsumiert, um länger wach bleiben zu können. Erst als offensichtlich wurde, dass Amphetamine ein hohes Abhängigkeitspotential besitzen, wurden Verkauf und Verordnung von Amphetaminen weltweit beschränkt.

Medizinische Anwendung

Verschiedene chemische Abwandlungen (Derivate) von Amphetamin werden derzeit noch als Medikament verschrieben, beispielsweise Ritalin mit dem Wirkstoff Methylphenidat. Dieses Medikament wird zur Behandlung des Aufmerksamkeitsdefizits-und Hyperaktivitätssyndroms (ADHS) und bei der Narkolepsie eingesetzt. Der Konsum von Amphetaminen ohne medizinische Indikation ist heute illegal. (mehr zu medizinischen Anwendungen)

Wirkung im Gehirn

Die Wirkung von Amphetaminen beruht im Wesentlichen auf die Freisetzung der Hirnbotenstoffe Dopamin und Noradrenalin und greift damit in das Belohnungszentrum des Gehirns ein. Bei niedriger Dosierung stellen sich Gefühle entspannter Aufmerksamkeit und Stärke ein. Konsumentinnen und Konsumenten erleben oft ein gesteigertes Selbstvertrauen, überschätzen aber meist ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Körperliche Wirkungen machen sich vor allem durch eine Erweiterung der Bronchien, dem Anstieg der Pulsfrequenz, des Blutdrucks sowie der Körpertemperatur bemerkbar. Hunger und Durstgefühle sowie Müdigkeit werden hingegen unterdrückt. (mehr zu Wirkungen)

Akute Risiken durch Ausbeutung der Energiereserven

Der Körper wird durch Amphetamine kurzfristig auf eine erhöhte Leistungsfähigkeit eingestellt. Diese Eigenschaft macht die Amphetamine als Dopingmittel für Leistungssporttreibende so interessant. Amphetamine führen dem Körper allerdings keine Energie zu. Vielmehr wirken sie wie eine Peitsche auf ein müdes Pferd, indem sie die Energiereserven des Körpers ausbeuten. Besonders riskant ist es, wenn Konsumierende „nachlegen“, also die Dosis erhöhen. Dabei kann es zu Erregungszuständen kommen, angefangen von Zittern und extremer Nervosität bis hin zu Krampfanfällen. Wer sich gleichzeitig stark anstrengt, sei es durch ausdauerndes Tanzen oder Sport, riskiert eine gefährliche Erhöhung der Körpertemperatur, die zu einem Hitzestau und einem nachfolgendem Kreislaufkollaps führen kann. Tragische Berühmtheit hat in diesem Zusammenhang der Radrennfahrer Tom Simpson erlangt. Er ist während der Tour de France 1967 gestorben, nachdem er während des Anstiegs zum Mont Ventoux vor Erschöpfung zusammengebrochen ist. In einer Untersuchung nach seinem Tod fand man Amphetamine in seinem Blut. (mehr zu den akuten Risiken)

Herzinfarkt und Schlaganfälle

Aufgrund der hohen Belastung für das Herz-Kreislaufsystem ist auch die Gefahr für Schlaganfälle und Herzinfarkte hoch. So konnte in einer US-amerikanischen Studie aufgrund einer Analyse von mehr als 8.300 Schlaganfallpatientinnen und -patienten aufgedeckt werden, dass in der Altersklasse der 18- bis 44-Jährigen vor allem der Konsum von Amphetamin, aber auch Kokain ein Risiko für Schlaganfälle ist. Dabei kommt es zu einem Riss in den Gefäßen, mit der Folge, dass Blut in das umliegende Hirngewebe eintritt (hämorrhagischer Infarkt). Konsumierende haben im Vergleich zu abstinenten Personen ein 5-fach erhöhtes Risiko für diese Art von Schlaganfall.

Das Risiko Herzinfarkt ist generell mit dem Konsum von Stimulanzien verbunden. 2008 hatten Wissenschaftler die Daten von über 3 Millionen Patientinnen und Patienten ausgewertet, die zwischen 2000 und 2003 im US-Bundesstaat Texas in ein Krankenhaus eingeliefert wurden (Meldung vom 4.7.2008). Auf der Grundlage der Diagnosen haben die Forscher ausgerechnet, dass das Herzinfarktrisiko bei Amphetaminkonsum um 61 Prozent höher ist als bei Abstinenz.

Psychose

Schon seit den 1930er Jahren ist bekannt, dass sich besonders bei hohen Dosen eine Psychose entwickeln kann. Diese ist meist durch paranoide Wahnvorstellungen geprägt, wodurch starke Angstzustände ausgelöst werden können. Kennzeichnend sind zudem optische und taktile Mikrohalluzinationen, bei denen die Betroffenen der Meinung sind, dass Ameisen, Läuse oder Wanzen unter ihrer Haut laufen würden. Dies verursacht meist hektisches Reiben und Kratzen, um die Irritationen zu beheben.

Stereotypien

Eine Besonderheit chronischen Amphetaminsmissbrauchs ist die Ausbildung so genannter Stereotypien. Das sind stereotype, also ständig sich wiederholende Handlungen und Gedanken wie beispielsweise die wiederholte Suche nach der Droge, bei der immer wieder dieselbe Schublade geöffnet wird oder andauernde Mümmelbewegungen im Mundbereich.

Hirnschäden

Beobachtet wurde, dass bei häufigem und hochdosiertem Konsum von Amphetaminen serotonerge und dopaminerge Nervenzellen zerstört werden und mit bleibenden Hirnschäden zu rechnen ist. Vor allem Methamphetamin gilt als besonders neurotoxisch, also giftig für Nervenzellen. Tierexperimentelle Untersuchungen konnte nachweisen, dass Methamphetamin schon bei durchaus typischen Dosierungen Nervenzellen schädigt. Dementsprechend ausgeprägt sind auch die kognitiven Defizite wie Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme bei Langzeitkonsumentinnen und -konsumenten. In einer Studie zum Arbeitsgedächtnis konnte nachgewiesen werden, dass die Konsumentinnen und Konsumenten bei bestimmten Aufgaben bis zu 30 Prozent länger brauchten als Personen, die noch nie Methamphetamin konsumiert haben.

Abhängigkeit

Amphetamine haben ein hohes Abhängigkeitspotential. Doch nicht jede Person spricht in der gleichen Weise darauf an, manche sind empfänglicher für die Wirkung von Amphetaminen. So sprechen vor allem jene Personen auf das gesteigerte Selbstwertgefühl, die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und das Gefühl geistiger Klarheit an, die das Gefühl haben, dass es ihnen an diesen Eigenschaften mangelt. Hinzu kommt der Effekt, der als Toleranzentwicklung bezeichnet wird. Konsumierende müssen bei wiederholtem Konsum immer mehr Amphetamine zu sich nehmen, da sie für die psychoaktiven Wirkungen zunehmend unempfindlich werden, sprich: eine Toleranz entwickeln. Besonders bei intravenösem Spritzen von Amphetaminen kann es zu extremen Dosissteigerungen kommen. Dabei kann sich eine psychische und körperliche Abhängigkeit ausbilden.

Beim Absetzen der Drogen zeigen sich meist typische Entzugssymptomen, von denen die psychischen Anteile wie Depressionen oder Angstzustände im Vergleich zu körperlichen Symptomen wie Schwitzen oder Zittern überwiegen. Im Rahmen einer Entgiftung klingen die Symptome in der Regel nach ein bis zwei Wochen ab. Die psychische Komponente der Abhängigkeit, das starke Verlangen nach der Droge, kann jedoch eine längere psychotherapeutische Behandlung nach sich ziehen. (mehr zu den Risiken bei häufigem Konsum)


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