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28.01.2026
Eine Langzeitstudie aus Norwegen belegt: Alkohol verkürzt die Lebenzzeit. Doch die gute Nachricht ist: Wer sich fit hält, hat gute Chancen länger zu leben – trotz Alkohol.

Bild: Sakorn Sukkasemsakorn / iStock.com
Weniger Alkohol. Das hat sich der eine oder die andere vermutlich fürs neue Jahr vorgenommen. Aus gutem Grund, denn die aktuelle Studienlage legt nahe, dass es keinen unbedenklichen Alkoholkonsum gibt. Lange galten etwa zwei Gläser Alkohol am Tag für Männer und ein Glas für Frauen noch als okay. Die aktuellen Empfehlungen für den so genannten risikoarmen Alkoholkonsum sind jedoch deutlich niedriger angesetzt. Nur noch maximal zwei Gläser Alkohol pro Woche gelten als risikoarm, aber nicht risikofrei. Sicher ist nur die Abstinenz.
Das schaffen zwar immer mehr, aber längst nicht alle Menschen. Ein norwegisches Forschungsteam hat jetzt für diejenigen, die nicht gänzlich auf Alkohol verzichten wollen, eine gute Nachricht: Sport scheint die Folgeschäden durch Alkohol abmildern zu können und die Lebenszeit zu verlängern.
Studienleiter Javaid Nauman und sein Team haben diese Erkenntnis im Rahmen einer Längsschnittstudie gewinnen können. Zu zwei Zeitpunkten wurde jeweils der Alkoholkonsum und die körperliche Fitness erfasst. Zehn Jahre lagen zwischen den beiden Befragungen. Insgesamt waren rund 25.000 Erwachsene beteiligt.
2008 fanden die letzten Befragungen statt. Zu dem Zeitpunkt waren die Teilnehmenden im Schnitt zwischen 54 und 63 Jahre Jahre alt. Anschließend beobachteten die Forschenden bis ins Jahr 2024, wer von den Teilnehmenden verstarb. In Norwegen ist es möglich, Informationen aus Sterberegistern mit Studiendaten zu verknüpfen, da jeder Person eine eindeutige Identifikationsnummer zugewiesen wird. Mit der Studie wollten die Forschenden herausfinden, wie sich Veränderungen im Alkoholkonsum und in der körperlichen Fitness auf die Lebensdauer auswirken.
Die Ergebnisse zeigen: Wer Alkohol trank, lebte generell kürzer als abstinente Personen. Das galt besonders für Personen, die ihren Alkoholkonsum zwischen den beiden Befragungszeitpunkten steigerten. Das galt auch dann, wenn zuvor abstinente Personen anfingen zu trinken, sich aber noch im Bereich des risikoarmen Konsums bewegten. Dabei wurden die „alten“ Definitionen für risikoarmen Alkoholkonsum zugrunde gelegt, also etwa zwei Gläser pro Tag für Männer und eins für Frauen.
Nicht erhöht war das Risiko bei Menschen, die von moderatem Konsum zur Abstinenz wechselten. Ihr Sterberisiko war ähnlich wie das von Personen, die durchgehend keinen Alkohol tranken.
Ein weiterer wichtiger Befund der Studie betrifft die körperliche Fitness. Das Forschungsteam teilte die Teilnehmenden in zwei Gruppen ein: In der einen Gruppe waren Menschen, die praktisch keinen Sport machten. Unter allen Teilnehmenden gehörten sie zu den 20 Prozent, die sich am wenigsten fit hielten. Alle anderen Personen, die wenigstens etwas Sport machten, waren in der zweiten Gruppe.
Dabei zeigte sich: Wer über zehn Jahre hinweg unfit blieb, hatte generell ein deutlich höheres Sterberisiko als fitte Personen. Das galt für unfitte Menschen auch dann, wenn sie dauerhaft keinen Alkohol tranken. Wer abstinent lebte, aber dauerhaft unfit blieb, hatte beispielsweise ein 65 Prozent höheres Risiko als fitte Abstinenzpersonen.
Auch wenn Menschen vom risikoarmen Alkoholkonsum zur Abstinenz wechselten, hatten sie immer noch eine erhöhte Sterblichkeit, wenn sie unfit blieben. Wer sich jedoch über die Jahre wenigstens etwas fit hielt, hatte trotz Alkoholkonsum im risikoarmen Bereich ähnliche Überlebenschancen wie fitte Abstinenzpersonen. Die Forschenden betonen, dass die Fitness ein generell wichtigerer Faktor für eine längere Lebenszeit zu sein scheint als eine leichte Reduktion des Alkoholkonsums.
Das sollte aber nicht als Freibrief für Alkoholkonsum verstanden werden. Schließlich hat die Studie einen Beleg dafür geliefert, dass schon vergleichsweise geringe Mengen Alkohol das Leben verkürzen können. Zurückhaltung beim Alkohol ist so oder so geboten. Doch unser Körper scheint auch das eine oder andere Glas Alkohol besser zu verkraften, wenn wir regelmäßig Sport treiben. Dabei kommt es gar nicht so sehr auf eine hohe sportliche Intensität an. Dranbleiben ist die Devise.
Quelle:
Jede dritte Person riskiert Gesundheitsschäden durch Alkohol (03.12.2025)
Alkoholkonsum erhöht das Demenzrisiko auch in geringen Mengen (15.10.2025)
Alkoholindustrie profitiert vom schädlichen Alkoholkonsum (19.11.2025)
Alkoholkonsum kann Essattacken auslösen (18.10.2023)
Jugendliche rauchen und trinken weniger aber vapen mehr (25.06.2025)Webanalyse / Datenerfassung
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