Drugcom: Topthema: GHB - Der schmale Grat zwischen Rausch und Koma

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Topthema

GHB - Der schmale Grat zwischen Rausch und Koma

April 2018

GHB wurde ursprünglich als Narkosemittel entwickelt. In geringen Dosen hat die farblose Flüssigkeit eine alkoholähnliche Wirkung, die in der Partyszene auch zum Feiern missbraucht wird. Die Industriechemikalien GBL und BD werden ebenfalls missbräuchlich konsumiert, weil sie im Körper zu GHB umgewandelt werden. Doch der Konsum dieser Substanzen kann schnell fatale Folgen haben.

Tanzende Menschen im künstlichen Nebel eines Techno-Clubs

Bild: Janski / photocase.com

Das erste Mal war auch sein letztes Mal. Als ein Freund den 25-Jährigen am Morgen im Hotelzimmer fand, war er bereits tot. Am Abend zuvor haben der 25-Jährige und sein Freund gemeinsam gefeiert. Nach Aussagen seines Freundes hatte der Verstorbene zum ersten Mal 1,4-Butandiol getrunken, kurz BD. Im Körper wird BD zu GHB umgewandelt, die Abkürzung für Gammahydroxybutyrat.

Der 25-Jährige hatte zwar auch MDMA konsumiert. Den toxikologischen Ergebnissen zufolge habe allerdings mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Überdosis BD zum Tode geführt. Im Blut des Verstorbenen fanden sich 1.050 Milligramm GHB pro Liter. Todesfälle wurden bereits bei Konzentrationen ab 103 Milligramm pro Liter berichtet. In Kombination mit Alkohol und anderen Drogen waren auch schon niedrigere BD-Konzentrationen bei Todesfällen nachweisbar.

BD und GBL werden im Körper zu GHB umgewandelt

Es gibt eine Reihe dokumentierter Fälle wie die des 25-Jährigen, in denen GHB oder seine Vorläufersubstanzen BD und GBL zum Feiern konsumiert wurden und Überdosierungen tödlich endeten. BD und GBL werden nach der Einnahme durch körpereigene Enzyme, die auch für den Abbau von Alkohol zuständig sind, zu GHB umgewandelt. Die eigentliche Wirkung von BD und GBL geht somit auf GHB zurück.

Aufgrund der Missbrauchsgefahr wurde GHB 2002 unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt. BD und GBL sind allerdings weiterhin legal erhältlich, weil sie in der industriellen Produktion unter anderem als Lösungsmittel Verwendung finden.

Über die Verbreitung des Konsums von GHB, BD und GBL gibt es keine genauen Zahlen. Allerdings deuten Fallberichte wie auch Erhebungen in der Partyszene darauf hin, dass der Konsum in einer durchaus relevanten Größenordnung betrieben wird. Eine kürzlich durchgeführte Studie zum Drogenkonsum in der Berliner Partyszene ergab, dass immerhin 9 Prozent von 877 Befragten in den letzten 30 Tagen GHB oder GBL konsumiert haben.

Euphorie und Bewusstlosigkeit liegen dicht beieinander

GHB wird auch unter der Szenebezeichnung Liquid Ecstasy gehandelt. Allerdings entspricht die Wirkung eher der von Alkohol als der von Ecstasy. Konsumierende fühlen sich entspannt. Ähnlich wie Alkohol wirkt GHB enthemmend, so dass sich bei niedriger Dosierung euphorische Gefühle einstellen können.

Doch die gute Partylaune ist vielleicht nur wenige Tropfen vom Absturz entfernt. Denn der Unterschied zwischen einer Dosis, die angenehme Effekte erzeugt und einer lebensbedrohlichen Überdosierung ist sehr klein. Anfängliche Vergiftungserscheinungen zeigen sich meist in Form von Übelkeit. Bei höheren Dosen können Erbrechen, Muskelsteifigkeit und Krampfanfälle sowie Schwindel, Verwirrtheit und Schläfrigkeit hinzukommen. Bei noch höhere Dosen fallen Konsumierende in einen tiefen Schlaf bis hin zum Koma.

GHB wirkt hemmend auf das gesamte Nervensystem. Da die Atmung zentralnervös gesteuert wird, kann eine Überdosis GHB auch einen Atemstillstand zur Folge haben. Eine genaue Dosierung ist bei illegal hergestelltem GHB aber nicht möglich, da nicht bekannt ist, in welcher Konzentration die Droge vorliegt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wirkung je nach körperlicher Verfassung und Konstitution unterschiedlich ausfallen kann. Werden noch anderen Drogen konsumiert, die ebenfalls auf das Atemzentrum wirken wie Alkohol oder Opiate, können sich auch bei vergleichsweise geringen Dosen GHB fatale Folgen einstellen.

Wie viele Todesfälle es durch GHB und seine Vorläufersubstanzen BD und GBL bereits gegeben hat, lässt sich nicht genau sagen. GHB kommt auch natürlicherweise im Körper vor und wird schnell abgebaut. Daher kann nicht eindeutig zwischen körpereigenem GHB und zusätzlich konsumierten unterschieden werden. Hinzu kommt, dass bei Todesfällen nicht immer auf das Vorhandensein von GHB im Blut getestet wird, zumal nicht selten noch andere Drogen eine Rolle spielen.

GHB als K.O.-Tropfen

Unter dem Stichwort K.O.-Tropfen ist GHB ebenfalls bekannt geworden. Täter machen sich die betäubende Wirkung von GHB zunutze, um ihre Opfer handlungsunfähig zu machen und sie anschließend auszurauben oder zu vergewaltigen. Problematisch ist allerdings, dass GHB nur für etwa 6-8 Stunden im Blut und 10-18 Stunden im Urin nachgewiesen werden kann. Hinzu kommt, dass GHB einen zeitweisen Gedächtnisverlust zur Folge haben kann. Betroffene erinnern sich nicht mehr, was passiert ist.

Um dem Risiko vorzubeugen, Opfer einer Straftat mit K.O.-Tropfen zu werden, rät die Polizei, keine Getränke von Unbekannten anzunehmen, Getränke bei der Bestellung nur selbst entgegenzunehmen und diese nicht unbeaufsichtigt zu lassen. Bei Verdacht auf eine Vergiftung mit GHB, z. B. durch motorische oder psychische Auffälligkeiten, die man sich nicht erklären kann, empfiehlt die Polizei schnellstens die nächste Notaufnahme eines Krankenhauses aufzusuchen.

In einer britischen Studie wird allerdings darauf hingewiesen, dass nicht nur GHB als „date rape drug“ in Betracht gezogen werden muss. Ein Jahr lang wurden alle Fälle untersucht, in denen Frauen und Männer in die Notaufnahme kamen, weil sie befürchteten, dass ihnen jemand eine unbekannte Droge in den Drink geschüttet habe. Das Ergebnis war überraschend: In keinem einzigen der 75 berichteten Fälle konnten betäubende Drogen wie GHB, Ketamin oder Rohypnol festgestellt werden. Allerdings zeigte sich, dass zwei Drittel der Personen, die glaubten, ihnen habe jemand etwas in den Drink geschüttet, extrem hohe Blutalkoholkonzentration aufwiesen. Mit anderen Worte: Sie waren völlig betrunken.

Fazit

GHB und seine Vorläufersubstanzen GBL und BD werden mitunter als Rauschmittel konsumiert. Die Einnahme dieser Substanzen birgt allerdings ein hohes gesundheitliches Risiko, da es leicht zu Überdosierungen kommen kann. Es droht Bewusstlosigkeit bis hin zum Atemstillstand. Dies gilt besonders in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen, die dämpfend auf das Atemzentrum wirken.

Die Droge GHB ist auch unter dem Stichwort K.O.-Tropfen bekannt geworden. Auf Partys sollten Getränke daher nicht von Fremden angenommen und immer beaufsichtigt werden.

Quellen:

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