Akute Komplikationen durch Drogenkonsum auf Rave-Partys

13.01.2012

Auf Techno-Partys und Raves ist der Konsum von Alkohol und Drogen besonders verbreitet. Auch der Mischkonsum ist durchaus üblich. Da kann es schon mal zu gesundheitlichen Komplikationen kommen, die mitunter sogar lebensgefährlich sind. Doch wie oft kommt das tatsächlich vor? Ein Forschungsteam aus den Niederlanden hat die Besucherdaten von Erste-Hilfe-Einrichtungen auf Rave-Partys ausgewertet.

Silhouetten von Tänzer, die die Arme in die Luft reißen auf einer Tanzfläche

Bild: kupicoo / istockphoto.com

Nicht jeder Raver oder jede Raverin nimmt Drogen, doch auf den Partys der Techno-Szene ist der Drogenkonsum zweifelsohne besonders verbreitet. Vor allem Alkohol und Cannabis sowie die Stimulanzien Ecstasy und Speed werden konsumiert. Manchmal sogar alles zusammen, denn der Mischkonsum ist nicht selten. Dabei kann es zu gesundheitlichen Komplikationen kommen, die mitunter sogar lebensgefährlich sind.

In den Niederlanden müssen Rave-Partys daher strenge Auflagen erfüllen, um eine Genehmigung zu erlangen. Eine Erste-Hilfe-Station auf jeder Großparty ist Pflicht. Die Non-Profit-Organisation Educare gehört zu den Dienstleistern, die einen Erste-Hilfe-Service anbieten. Jan Krul, Mitarbeiter von Educare, hat zusammen mit zwei weiteren Wissenschaftlern die Besucherdaten der Erste-Hilfe-Stationen ausgewertet. Das Team konnte dabei auf Daten zurückgreifen, die von 1997 bis 2008 auf 249 Raves erhoben wurden. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht.

Ergebnisse

Schätzungsweise 3,8 Millionen Menschen haben die Raves in dieser Zeit besucht. Rund 28.000 von ihnen haben den Erste-Hilfe-Stand aufgesucht. 10.100 Raverinnen und Raver taten dies aufgrund von gesundheitlichen Problemen nach dem Drogenkonsum. Rund zwei Drittel der Personen nahm Ecstasy oder Alkohol oder beides zusammen. Bei 515 Personen war der Gesundheitszustand so kritisch, dass sie notfallmedizinisch behandelt werden mussten. Bei 16 Drogenkonsumentinnen und -konsumenten lag sogar eine lebensbedrohliche Situation vor.

Häufige Komplikationen nach GHB

Jan Krul und sein Team schlussfolgern, dass ernsthafte Komplikationen angesichts der vielen Menschen, die Rave-Partys besuchen, eher selten auftreten würden. Das Risiko akuter Komplikationen ist dennoch nicht von der Hand zu weisen.

Nach Meinung der Autoren sollte ein besonderes Augenmerk auf GHB und den Mischkonsum mit dieser Droge geworfen werden. Zwar habe in keinem dokumentierten Fall akute Lebensgefahr bestanden, es hätten sich aber vergleichsweise häufig kritische Zustände nach dem Konsum von GHB ergeben, insbesondere bei Mischkonsum mit Alkohol oder Ecstasy. Die Personen litten vor allem unter starken Bewusstseinsstörungen, Übelkeit, Erbrechen und Unterkühlung.

Quelle:
Krul, J., Blankers, M. & Girbes, A. (2011). Substance-Related Health Problems during Rave Parties in the Netherlands (1997-2008). PLoS ONE 6 (12), e29620. Artikel

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