Home > News > Aktuelle Meldungen > Alkoholkonsum erhöht das Demenzrisiko auch in geringen Mengen
15.10.2025
Frühere Studien haben leichtem Alkoholkonsum gewisse gesundheitsförderliche Effekte zugesprochen. Eine aktuelle Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass auch geringe Mengen Alkohol das Demenzrisiko erhöhen.

Bild: Oliver Hasselluhn / iStock.com
Starker Alkoholkonsum ist zweifelsohne nicht gut fürs Gehirn. Und was ist mit leichtem Alkoholkonsum? Soll der nicht sogar gesundheitliche Vorteile haben? Älteren Forschungsarbeiten zufolge steht leichter Alkoholkonsum mit einem geringeren Demenzrisiko in Zusammenhang. Aktuelle Erkenntnisse auf Basis bildgebender Verfahren stellen diese Annahme aber infrage, erklärt eine Forschungsgruppe aus dem Vereinigten Königreich und den USA. Studienleiterin Anya Topiwala und ihr Team haben in einer aktuellen Analyse diesen scheinbaren Widerspruch näher beleuchtet.
Das Forschungsteam hat zum einen die Daten von zwei großen Kohortenstudien aus den USA und dem Vereinigten Königreich herangezogen. Die Studien enthalten Informationen von mehr als einer halben Million Menschen, die über Jahre hinweg begleitet wurden.
Zum anderen führten die Forschenden eine umfassende genetische Analyse durch. Dazu konzentrierten sie sich auf bekannte Genvarianten, die mit unterschiedlichen Ausprägungen des Alkoholkonsums zusammenhängen, und verknüpften diese mit dem Auftreten von Demenz. Die genetischen Informationen basieren auf Datenbanken, in denen die Daten von rund 2,4 Millionen Menschen eingeflossen sind. Damit handele es sich nach Aussage der Forschenden um die bislang umfangreichste Untersuchung zum Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Demenz.
Die Analyse der Kohortenstudien bestätigte zunächst, dass Menschen, die wenig Alkohol trinken ein niedrigeres Demenzrisiko aufweisen als Abstinenzler. Allerdings lieferte die genetische Analyse ein anderes Ergebnis. Demnach steigt das Demenzrisiko mit jedem Glas Alkohol. Die Forschenden fanden keinen Hinweis, dass geringer bis moderater Alkoholkonsum mit einem niedrigerem Demenzrisiko verbunden wäre als die Abstinenz.
Die Autorinnen und Autoren fanden auch eine Erklärung für den scheinbaren Widerspruch zwischen den Beobachtungsdaten der Kohortenstudien und der genetischen Analyse. Sie konnten anhand der Kohortenstudien nachvollziehen, dass viele Personen, die an Demenz erkrankten, schon Jahre vor der Diagnose ihren Alkoholkonsum in der Regel reduzierten.
Das bedeutet: Nicht moderater Alkoholkonsum schützt vor Demenz, sondern die sich anbahnende Demenz verleitet Betroffene dazu, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren. Die Forschenden sprechen daher auch von einer „reversen“, also umgekehrten Kausalität.
Die Schlussfolgerung von Topiwala und ihrem Team lautet: Es gibt keinen Alkoholkonsum, der das Demenzrisiko senkt. Vielmehr sei die Prävention des Alkoholkonsums ein Hebel, um das Demenzrisiko in der Bevölkerung zu reduzieren. Demnach könnte das Auftreten von Demenzerkrankungen um bis zu 16 Prozent verringert werden, wenn es gelänge, den problematischen Alkoholkonsum in der Bevölkerung deutlich zu reduzieren.
Quelle
Topiwala, A., Levey, D. F., Zhou, H., Deak, J. D., Adhikari, K., Ebmeier, K. P., Bell, S., Burgess, S., Nichols, T. E., Gaziano, M., Stein, M., & Gelernter, J. (2025). Alcohol use and risk of dementia in diverse populations: evidence from cohort, case-control and Mendelian randomisation approaches. BMJ Evidence-Based Medicine, https://doi.org/10.1136/bmjebm-2025-113913.
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