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08.10.2025
Manche Konsumierende glauben, dass Cannabis bei Schlafproblemen hilft. Doch eine neue Übersichtsarbeit zeigt, dass Kiffen die Schlafqualität eher mindert.

Bild: RyanJLane / iStock.com
Leicht einschlafen, gut durchschlafen und ausgeruht aufwachen. Das wäre der perfekte Schlaf. Doch im Alltag gibt es allerlei stressige Dinge, die unseren Schlaf sabotieren. Manche Menschen greifen dann zu Cannabis in der Hoffnung, ihren Schlaf zu verbessern. Doch eine Übersichtsarbeit aus Brasilien legt nahe, dass Cannabis die Schlafqualität nicht verbessert, sondern eher verschlechtert.
Wennyo Camilo da Silva e Silva und sein Team haben den aktuellen Forschungsstand gesichtet und 18 Studien in ihre Analyse einbezogen. Eingeschlossen wurden nur solche Studien, die den Zusammenhang zwischen dem Freizeitkonsum von Cannabis und der Schlafqualität untersucht haben. Forschungsarbeiten mit medizinischem Cannabis wurden ausgeschlossen. Zusammengenommen waren knapp 30.000 Menschen an den Studien beteiligt, darunter rund 9.000 Cannabiskonsumierende.
In der Analyse zeichnete sich eine klare Tendenz ab. Demnach beeinflusst Cannabis den Schlaf überwiegend negativ. Besonders deutlich zeigte es sich in der Schlafdauer. Menschen, die viel Cannabis konsumieren, hatten häufiger extreme Schlafzeiten, also entweder weniger als sechs Stunden oder mehr als neun Stunden Schlaf pro Nacht.
Zudem klagten Konsumierende häufiger über Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme. Diese Beschwerden könnten nach Einschätzung der Forschenden die Konsumierenden dazu verleiten, mehr zu konsumieren, in der Hoffnung, besser zu schlafen. Denn gleichzeitig zeigten Befragungen, dass manche Konsumierende Cannabis nehmen, weil sie sich eine Verbesserung ihrer Schlafqualität erhoffen. Allerdings erreichen sie damit eher das Gegenteil.
Ergebnisse zur Länge der Einschlafzeit waren hingegen nicht eindeutig. Manche Studien berichteten, dass Cannabis das Einschlafen erleichtert, andere stellten das Gegenteil fest. Ein möglicher Grund könne laut der Forschenden unterschiedliche Cannabissorten sein.
Der Hauptwirkstoff THC wirke eher anregend und könne den Schlaf stören. Der ebenfalls in der Cannabispflanze enthaltene Wirkstoff Cannabidiol, abgekürzt CBD, habe hingegen einen beruhigenden Effekt und könne das Einschlafen erleichtern. Viele zu Freizeitzwecken konsumierten Cannabissorten enthielten aber besonders viel THC und wenig CBD.
Auffällig war auch, dass Frauen häufiger von negativen Folgen auf den Schlaf betroffen waren. Dies gilt besonders für Frauen, die bereits im Jugendalter mit dem Konsum begonnen haben. Die Forschenden erklären, dass Unterschiede in der Verstoffwechselung der Wirkstoffe sowie hormonelle Faktoren eine Rolle dabei spielen könnten.
Wer Schlafprobleme hat, sollte also eher nicht zu Cannabis greifen. Besser ist es, sich um eine gute Schlafhygiene zu kümmern. Dabei geht es darum, gute schlaffördernde Bedingungen zu schaffen. Das wären beispielsweise regelmäßige Zubettgehzeiten, keine Smartphone-Nutzung im Bett und etwa 4 bis 6 Stunden vor dem Schlafen keine anregenden Mittel wie Kaffee, Tee oder Alkohol zu sich zu nehmen. Mehr Tipps zur Schlafhygiene sind unter gesundheitsinformation.de zu finden.
Wer viel Cannabis konsumiert, erlebt aber womöglich noch mehr negative Folgen als „nur“ Schlafprobleme. Betroffene könnten in Erwägung ziehen, das Kiffen deutlich zu reduzieren oder auch ganz einzustellen. Dabei hilft ihnen das Beratungsprogramm Quit the Shit. Die Nutzung ist kostenlos und anonym.
Quelle:
Costa, N. L., Silva, W. C. S., Silva, M. L. & Cunha, K. C. (2025). Sleep quality of adult recreational cannabis users: a systematic literature review. Trends in Psychiatry and Psychotherapy, 47, e20240802, https://doi.org/10.47626/2237-6089-2024-0802.
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