Cannabiskonsum erhöht Unfallgefahr – besonders vier Stunden später

21.01.2026

Eine Studie im Fahrsimulator hat ergeben: Das höchste Unfallrisiko besteht nicht unmittelbar nach dem Konsum, sondern vier Stunden später. Konsumierende hatten fälschlich den Eindruck, wieder fit zu sein. Viele hatten immer noch den Grenzwert für THC im Straßenverkehr überschritten.

Bild: dolgachov / iStock.com

30 Minuten lang geradeaus fahren, nicht von der Fahrbahn abkommen und vor allem: Nicht mit anderen Autos zusammenstoßen. Das war die scheinbar simple Aufgabe der Teilnehmenden einer Studie im Fahrsimulator. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h und unerwartet auftretendem Seitenwind war das aber offenbar gar nicht so einfach. Zahlreiche Unfälle registrierten die Forschenden. Die Höhe der konsumierten Dosis Cannabis hatte dabei eine Rolle gespielt.

Studienleiter Jean Claude Alvarez und sein Team wollten herausfinden, wie sich unterschiedliche Dosierungen des Cannabiswirkstoffs THC auf das Fahrverhalten auswirken und ob es einen Unterschied macht, ob die Person gelegentlich oder täglich kifft.

Erhöhtes Crashrisiko trotz subjektiver Fahrtüchtigkeit

30 Personen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren nahmen an der Studie teil. Alle Teilnehmenden machten drei Durchläufe, in denen sie jeweils einen Joint rauchten. Der Joint enthielt neben Tabak entweder eine hohe oder eine niedrige Dosis oder gar kein THC. Wann sie welche Joint-Variante bekamen, wussten die Teilnehmenden nicht. Etwa im Stundentakt wurde ihnen zudem Blut abgenommen.

Dabei zeigte sich ein deutlicher Effekt der THC-Dosis. Dieser trat allerdings zeitversetzt auf. So erreichte die THC-Konzentration im Blut zwar schon nach etwa 15 Minuten ihren Höhepunkt. Das Risiko für einen Unfall war aber nicht direkt nach dem Konsum am höchsten, sondern erst vier Stunden später. Zu dem Zeitpunkt verdoppelte sich die Unfallrate, obwohl der THC-Wert im Blut schon stark gesunken war. Auffällig war, dass viele Teilnehmende den Eindruck hatten, wieder fahrtüchtig zu sein. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Person typischerweise täglich oder nur gelegentlich kiffte. 

Viele Cannabiskonsumierende auch nach 4 Stunden über offiziellem Grenzwert

Die Konsumerfahrung war aber sehr wohl von Bedeutung, wenn es um gesetzliche Grenzwerte geht. Die Forschenden haben überprüft, wie viele der Teilnehmenden den Grenzwert für Cannabis im Straßenverkehr überschritten. In Deutschland beträgt der Grenzwert 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blut. 

Von den täglich Kiffenden der Studie überschritten vier Stunden nach dem Konsum noch 80 Prozent den offiziellen Grenzwert, wenn die THC-Dosis im Joint hoch war. Von den gelegentlich Konsumierenden traf dies nur auf 14 Prozent zu. Bei einer niedrigen THC-Dosis hatten 33 Prozent der Vielkonsumierenden den Grenzwert noch gerissen, aber nur 7 Prozent der gelegentlich Konsumierenden. 

Alvarez und sein Team betonen: Cannabiskonsumierende sollten sich bewusst machen, dass ihre Fahrtüchtigkeit auch nach vier Stunden noch deutlich eingeschränkt sein kann. Zudem riskieren Konsumierende eine Geldstrafe und Fahrverbot. Das gilt vor allem für Menschen, die regelmäßig kiffen. So konnten frühere Studien auch zeigen, dass chronisch Konsumierende im nüchternen Zustand langsamere Augenbewegungen haben, was sich ungünstig auf die Fahrtüchtigkeit auswirken kann.

 

Quelle:

  • Cardozo, B., Hartley, S., Simon, N. & Alvarez, J. C. (2025). Understanding cannabis use and car crashes: Insights from a randomized trial using a driving simulator on HC blood levels and subjective measures of sleepiness and performance. Journal of Safety Research, 95, 109-116, doi.org/10.1016/j.jsr.2025.09.005.

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