Cannabiskonsum verschärft problematisches Glücksspielverhalten

04.09.2024

Manche Menschen kiffen während sie Glücksspiele spielen. Warum, das ist in einer Studie aus den USA untersucht worden.

Bild: montecarlo / photocase.de

Es gibt viele Gründe, warum Menschen Cannabis konsumieren. Oft geht es um Entspannung oder um den gemeinsamen Rausch im Freundeskreis. Manche Menschen kiffen auch, wenn sie Glücksspiele spielen. Das ist allerdings eine riskante Kombination, wie die Ergebnisse einer Studie der Universität Memphis nahelegen.

Studienleiterin Elizabeth Smith und ihr Team haben 472 Personen, die regelmäßig spielen, zu ihrem Glücksspielverhalten und zu ihrem Cannabiskonsum befragt. Die Teilnehmenden spielten im Schnitt viermal pro Woche und gaben durchschnittlich über 400 US-Dollar bei jeder Spielgelegenheit aus. Fast alle der Befragten zeigten Symptome einer Glücksspielsucht.

Etwa die Hälfte der Spielerinnen und Spieler konsumierte zusätzlich Cannabis. Bei rund einer von zwei Spielgelegenheiten waren sie bekifft. Die Forschenden fragten beide Teilnehmergruppen, Konsumierende und Nichtkonsumierende, welche Erwartungen sie an den Konsum von Cannabis haben.

Erwartungen an das Kiffen haben Auswirkungen auf das Spielen von Glücksspielen

Generell spielen Erwartungen eine wichtige Rolle beim Konsum von Cannabis. Wer überwiegend negative Folgen erwartet, wird Cannabis eher meiden. Erwartet eine Person besonders angenehme Effekte, wird sie eher zu Cannabis greifen.

Wie sich zeigte, haben die Konsumierenden und Nichtkonsumierenden der Studie jeweils sowohl positive als auch negative Erwartungen an den Konsum von Cannabis. Allerdings haben die Konsumerfahrenen in der Tendenz etwas stärker positive Erwartungen. Sie waren eher davon überzeugt, durch das Kiffen besser spielen zu können. Sie meinten, konzentrierter und auch ruhiger zu sein. Viele erwarteten sogar, mehr Glück beim Spielen zu haben.

Cannabiskonsum fördert Spielsucht – Spielsucht fördert Cannabiskonsum

Als besonders problematisch schätzen Smith und ihr Team ein, dass manche der Spielerinnen und Spieler daran glauben, ihre „Fähigkeiten“ beim Spielen von Glücksspielen zu verbessern oder ihre Gewinnchancen zu erhöhen, wenn sie Cannabis konsumieren. So hat die Studie gezeigt: Je stärker die Teilnehmenden an diese positiven Effekte glauben, desto mehr spielen sie unter dem Einfluss von Cannabis.

Allerdings beeinträchtigt Cannabis wichtige Fähigkeiten, die beim Glücksspiel gefragt sind. Kiffen erschwert es, klar zu denken, sich zu konzentrieren und überlegte Entscheidungen zu treffen. Wer bekifft spielt, verliert leichter den Überblick und geht höhere Risiken ein. Betroffene sind nicht nur stärker gefährdet, eine Spielsucht zu entwickeln, auch haben sie ein höheres Risiko für eine Cannabisabhängigkeit.

Cannabiskonsum scheint somit das Risiko einer Spielsucht zu erhöhen. Gleichzeitig sind Spielsüchtige stärker gefährdet für eine Cannabisabhängigkeit, weil das Kiffen eine Funktion bekommt.

Mehr Informationen zur Glücksspielsucht sowie Hilfe für Betroffene und Angehörige gibt es auf check-dein-spiel.de. Wer Schwierigkeiten hat, seinen Cannabiskonsum zu kontrollieren, kann sich auf Quit the Shit informieren und sich kostenlos und anonym beraten lassen.

 

Quelle:

Smith, E. H, McPhail, A., Lerma, M., Pfund, R. A. & Whelan, J. P. (2024). Expectations of How Acute Cannabis Use Affects Gambling Experiences and Behaviors. Cannabis, 7(2), 150-162. https://doi.org/10.26828/cannabis/2024/000231

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