Drogenkonsum in der Jugend beeinflusst Nervenwachstum

05.06.2024

Studien zufolge stört Drogenkonsum im Jugendalter das Wachstum bestimmter Nervenfasern. Ein Forschungsteam aus Kanada vermutet, dass sich daraus später psychische Probleme ergeben können.

Bild: RapidEye / iStock.com

Das menschliche Gehirn ist auf kleinstem Raum extrem komplex. Es enthält schätzungsweise etwa 100 Milliarden Nervenzellen. Zwischen den Nervenzellen gibt es rund 100 Billionen Verbindungen, so genannte Synapsen. Das Jugendalter ist eine wichtige Phase, in der neue Nervenverbindungen geknüpft werden. Denn die Gehirnentwicklung ist erst im jungen Erwachsenenalter weitestgehend abgeschlossen.

Ein Forschungsteam der McGill University in Kanada hat in Studien mit Mäusen aufzeigen können, dass Drogenkonsum in der Jugend die Entwicklung bestimmter Nervenverbindungen beeinflusst. Mäuse besitzen als Säugetiere ein ähnlich aufgebautes Gehirn wie Menschen. Mäuse werden in der Forschung daher gerne als Modell für die grundlegende Funktionsweise von Nervenzellen und deren Verschaltung verwendet.

Fehlgeleitetes Wachstum von Nervenfasern durch Drogen

Studienleiterin Cecilia Flores und ihr Team haben herausgefunden, dass sich die fadenartigen Nervenfortsätze, so genannte Axone, unter dem Einfluss von Drogen anders verknüpfen. Ein Axon leitet das elektrische Signal einer Nervenzelle über eine baumartige Verzweigung an andere Nervenzellen weiter. Axone, die den Botenstoff Dopamin haben, wachsen noch im Jugendalter und verknüpfen so auch weit auseinanderliegende Hirnareale miteinander.

Dopaminerge Axone des Belohnungssystems wachsen auch in Richtung einer Region, die für höhere geistige Funktionen wie Nachdenken, Entscheiden und Planen zuständig ist. Es handelt sich um den präfrontalen Cortex. Flores und ihr Team erklären in ihrer Publikation, dass das Wachstum dopaminerger Axone in Richtung des präfrontalen Cortex durch Drogen gestört wird. Die Folge ist, dass Nervenverbindungen an anderer Stelle als vorgesehen entstehen.

Drogensucht und andere psychiatrische Erkrankungen als Folge jugendlichen Drogenkonsums

Das Forschungsteam argumentiert, dass das fehlgeleitete Axon-Wachstum die Impulskontrolle beeinträchtigt. Eine gute Impulskontrolle bedeutet unter anderem auf kurzfristige Belohnungen zugunsten langfristiger Vorteile verzichten zu können. Eine gute Impulskontrolle ist beispielsweise dann gegeben, wenn man sich aus gesundheitlichen Gründen beim Naschen von Süßigkeiten zurückhalten kann, auch wenn die Lust auf Süßes im aktuellen Moment groß ist.

Eine schlechte Impulskontrolle hingegen könne später zu Drogensucht und anderen psychischen Erkrankungen führen. Dies betreffe nach Aussagen von Flores und ihrem Team Drogen wie Amphetamine, Opioide, Alkohol, Nikotin und Cannabis sowie weitere Substanzen, die auf das Dopaminsystem einwirken.

 

Quellen:

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