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01.07.2011
Manche Kiffer mögen es gerne heftig und bevorzugen spezielle Cannabissorten mit der Extraportion THC - vor allem dann oder nur dann verschaft ihnen Gras rauchen den absoluten „Kick“. Eine aktuelle Fallstudie zeigt nun auf, dass nach jahrelangem intensivem Konsum von hochpotentem Cannabis Flashbacks bei Abstinenz auftreten können.

Bild: ig3l / photocase.com
Halluzinationen zählen nicht unbedingt zu den typischen Erscheinungen des Cannabiskonsums, gewisse Veränderungen der visuellen Wahrnehmung hingegen schon. In einer aktuellen wissenschaftlichen Publikation wurden nun die Beobachtungen eines israelischen Forschungsteams veröffentlicht. Demnach haben acht männliche Patienten über zum Teil starke und wiederkehrende Wahrnehmungsstörungen geklagt, nachdem sie mit Gras rauchen bzw. Kiffen aufgehört hatten. Alle Patienten hatten über mehrere Jahre mehrmals täglich gekifft, vorzugsweise hochpotenten Cannabis mit erhöhtem THC-Gehalt.
Studienleider Arturo Lerner und sein Team unterscheiden vergleichsweise harmlose kurzweilige Flashbacks von länger anhaltenden und als belastend empfundenen visuellen Wahrnehmungsstörungen. Letztere werden auch als „Hallucinogen persisting perception disorder“ (dt.: anhaltende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch) bezeichnet, kurz HPPD. Bekannt ist, dass HPPD nach dem Konsum von LSD und anderen Halluzinogenen auftreten können. Dabei können beispielsweise Bewegungen dort gesehen werden, wo keine sind. Farben erscheinen unnatürlich strahlend. Sich bewegende Objekte können Nachbilder oder „Streifen“ hinterlassen wie in einem Comicbild. Die Störungen sind jedoch keine „echten“ Halluzinationen, da die Betroffenen in der Regel wissen, dass es sich um Wahrnehmungsverzerrungen handelt.
Arturo Lerner und sein Team berichten, dass keiner der acht Cannabisabhängigen vorher andere Halluzinogene konsumiert hatte, wohl aber über mehrere Jahre hochpotenten Cannabis. Daher geht das Team davon aus, dass der Cannabiskonsum als Ursache anzusehen ist. Sechs der Patienten sind erfolgreich abstinent geblieben und berichteten, dass die Symptome noch bis zu sechs Monate nach dem Ausstieg aus dem Konsum anhielten. In einer Nachbefragung nach einem Jahr waren keine Flashbacks mehr vorhanden.
Bereits 2009 veröffentlichte ein Forschungsteam des King’s College London eine Studie, der zufolge Personen, die hochpotenten Cannabis bevorzugen, ein höheres Risiko für psychotische Symptome aufweisen als Cannabiskonsumierende, die „herkömmliches“ Gras rauchen. Als Grund hierfür vermutete das Forschungsteam, dass hochpotenter Cannabis wenig bis gar kein Cannabidiol (CBD) enthält. CBD selbst habe keine psychoaktive Wirkung, mildere aber den THC-Rausch ab und habe so eine schützende Wirkung vor psychotischen Symptomen.
Quelle:
Lerner, A., Goodman, C., Rudinski, D. & Bleich, A. (2011). Benign and Time-Limited Visual Disturbances (Flashbacks) in Recent Abstinent High-Potency Heavy Cannabis Smokers: A Case Series Study. Isr J Psychiatry Sci, 48 (1), 25-29. Artikel
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