Home > News > Aktuelle Meldungen > Früher Missbrauch von Amphetaminen stört Hirnentwicklung
22.04.2011
Je früher, desto schädlicher. So einfach lassen sich die Auswirkungen des Substanzkonsums auf die Hirnentwicklung auf den Punkt bringen. Tierversuche deuten darauf hin, dass die Schäden durch frühen Amphetaminkonsum möglicherweise nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Bild: LuisPortugal / istockphoto.com
Schon frühere Studien konnten zeigen, dass der Konsum von Alkohol und anderen Drogen bei Heranwachsenden deutlich stärkere Spuren im Gehirn hinterlässt als bei Erwachsenen. Der Grund dafür liegt darin, dass die Hirnentwicklung von Teenagern noch nicht abgeschlossen ist und das Gehirn somit noch deutlich sensibler auf äußere Einflüsse reagiert.
In einer aktuellen Studie mit Versuchstieren an der Universität von Illinois, USA, wurde nun untersucht, welchen Einfluss Amphetamine auf die Funktionsfähigkeit von Nervenzellen im Gehirn haben. Hierbei konzentrierten sich die Forscherinnen und Forscher auf Neurone im so genannten Präfrontalen Kortex, ein Teil der Hirnrinde, der besonders für Gedächtnisfunktionen, Entscheidungsfähigkeit und Impulskontrolle wichtig ist.
Um herauszufinden, welchen Einfluss der Konsum von Amphetamin speziell auf Heranwachsende hat, verabreichte das Forschungsteam jungen Versuchsratten im Alter zwischen 27 und 45 Tagen insgesamt zehn Injektionen des Stimulanziums. Diese Gruppe von Versuchstieren wurde mit anderen Ratten verglichen, die die Substanz erst im Alter zwischen 85 und 103 Tagen verabreicht bekamen und somit bereits ausgewachsen waren. Beide Gruppen wurden zudem mit Ratten verglichen, die statt Amphetamin eine neutrale Kochsalzlösung bekamen - also eine Substanz, von der sicher ist, dass sie keine Nervenschäden verursacht.
Nach einigen Monaten wurden präparierte Nervenzellen aus dem Präfrontalen Cortex mittels elektrophysiologischer Ableitungen untersucht. Es zeigte sich, dass die Nervenzellen der Tiere, die im jungen Alter Amphetamin verabreicht bekamen, in ihrer Funktionsweise deutlich beeinträchtigt waren. Als Vergleich dienten die Tiere, die nur eine Kochsalzlösung erhielten. Ratten, die die Droge erst erhielten, als sie ausgewachsen waren, zeigten dagegen keine derartigen Beeinträchtigungen. Darüber hinaus reagierten die Nervenzellen weniger sensibel auf den Hirnbotenstoff Dopamin. Das bedeutet, dass die Kommunikation im Gehirn - die sowohl elektrisch als auch chemisch vonstattengeht - nachhaltig gestört ist.
Amphetamin, so die Ergebnisse der Studie, kann somit bei Heranwachsenden dauerhafte Schäden im Gehirn verursachen, mit direkten Auswirkungen auf wichtige Hirnfunktionen. So konnten frühere Studien des Forschungsteams zeigen, dass Versuchstiere, die in ihrer Jugend Amphetamine verabreicht bekamen, später starke Beeinträchtigungen im Arbeitsgedächtnis aufwiesen.
Quellen:
Pressemitteilung Society for Neuroscience (15.11.2010)
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