Psychose-ähnliche Symptome bei Cannabis und Mischkonsum

12.01.2009

„Macht kiffen verrückt?“ ist unter den häufig gestellten Fragen bei „drugcom.de“ unter den Top 10. Offenbar bewegt die Frage viele Konsumentinnen und Konsumenten. In der Drogenforschung wird es zwar als eher unwahrscheinlich angesehen, dass Cannabis die alleinige Ursache für eine Psychose ist. Doch dass ein Zusammenhang besteht, daran gibt es kaum noch Zweifel. Welchen Einfluss haben aber andere Drogen, wenn sie zusätzlich konsumiert werden? Die Ergebnisse einer aktuellen Studie legen den Schluss nahe, dass insbesondere der zusätzliche Konsum von Stimulantien wie Kokain oder Amphetamine signifikant mit dem Auftreten psychoseähnlicher Symptome zusammenhängen.

2007 kamen Theresa Moore und ihr Forschungsteam in einem Übersichtsartikel zu dem Ergebnis, dass Cannabiskonsumierende eine um 41 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, an einer Psychose zu erkranken als abstinente Personen. Nicholas Van Dam und seine Kollegen von der Universität in Albany (USA) kritisieren allerdings, dass in dieser Studie nur ungenügend auf den Einfluss anderer Drogen eingegangen worden sei. So sei bekannt, dass Stimulanzien wie Kokain oder Amphetamine in Zusammenhang stehen mit psychose-ähnlichen Symptomen. Daher stelle sich die Frage, wie stark noch der Zusammenhang von Cannabis und Psychose ist, wenn andere Drogen berücksichtigt werden.

Zur Untersuchung der Fragestellung führten die Forscher um Nicholas Van Dam eine internetbasierte Befragung durch, bei der sie verschiedene Personengruppen unterschieden. Neben 81 abstinenten Personen befragten sie 111 Personen mit wöchentlichem und 136 mit monatlichem Cannabiskonsum. Darüber hinaus wurden 143 ehemalige Konsumentinnen und Konsumenten einbezogen. Von allen Personen wurde darüber hinaus detailliert der Konsum weiterer legaler und illegaler Drogen erfasst. Psychose-ähnliche Symptome wurden mit Hilfe eines speziellen Fragebogens, dem „Schizotypal Personality Questionnaire (SPQ)“, ermittelt.

Die Ergebnisse bestätigen zunächst die These, dass Cannabis mit psychose-ähnlichen Symptomen in Zusammenhang steht. Allerdings ist der Zusammenhang deutlich stärker bei den Personen ausgeprägt, die zusätzlich noch andere Drogen konsumieren. Hier sind insbesondere die Psychostimulanzien wie Kokain, Amphetamin und Methamphetamin zu nennen. Hingegen zeigten Personen, die nur Cannabis konsumieren, nicht mehr psychose-ähnliche Symptome als cannabisabstinente Personen, wenn bei beiden Personengruppen der Konsum von Alkohol, Zigaretten und Koffein berücksichtigt wird.

Die Autoren betonen, dass Cannabis weiterhin als ein Faktor bei der Entstehung einer Psychose zu nennen ist. Ihre Studie hat aber deutlich gemacht, dass der Konsum anderer Drogen, der bei Cannabiskonsumierenden vergleichsweise häufiger vorkommt, einen bedeutsamen Einfluss hat, wenn es um das Psychoserisiko geht.

Quelle:
Dam, N. T., Earleywine, M. & DiGiacomo, G. (2008). Polydrug use, cannabis, and psychosis-like symptoms. Human Psychopharmacology, 23, 475-485. Abstract

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