Home > News > Aktuelle Meldungen > Rauschtrinken im Jugendalter kann das Gehirn langfristig verändern
11.03.2026
Im Tierexperiment konnten Forschende nachweisen, dass Rauschtrinken epigenetische Veränderungen nach sich zieht. Diese könnten Einfluss nehmen auf die Gehirnentwicklung Jugendlicher.

Bild: nopparit / iStock.com
Das Gehirn Jugendlicher befindet sich im Umbau. Neue Verbindungen zwischen den Nerven werden aufgebaut, nicht mehr benötigte abgebaut. Die Struktur des Gehirns wird grundlegend überarbeitet. Studien legen nahe, dass vor allem Rauschtrinken einen nachhaltigen Schaden in dieser Phase anrichten kann. Forschende aus Tunesien und Frankreich haben im Tierexperiment mit jugendlichen Mäusen untersucht, was genau dabei schiefläuft.
Die Gehirnentwicklung vollzieht sich entlang eines Skripts, das in unserer DNA einprogrammiert ist. Dazu werden die Gene, also bestimmte Abschnitte der DNA, je nach Bedarf ausgelesen. Der Ausleseprozess wird durch die so genannte DNA-Methylierung gesteuert. Das ist ein Mechanismus, bei dem Methylgruppen an die DNA andocken. Einzelne Gene werden für eine Weile ein- oder ausgeschaltet. So als wäre die DNA eine Playlist, auf der einzelne Songs angespielt oder übersprungen werden, ohne dass die Playlist selbst verändert wird. Dieser Vorgang wird als Epigenetik bezeichnet.
Studienleiterin Olfa Masmoudi-Kouki* und ihr Team konnten aufzeigen, dass die DNA-Methylierung durch einen Alkoholrausch im Jugendalter gestört wird. Der epigenetische Mechanismus wurde aber nicht in allen Bereichen des Gehirns gleichermaßen aus dem Takt gebracht. Betroffen waren vor allem Regionen, die mit der Bildung von Gedächtnisinhalten, mit der Steuerung von Emotionen und mit höheren geistigen Funktionen wie Nachdenken verbunden sind.
Das Forschungsteam konnte die Auswirkungen auch am Verhalten der Mäuse nachvollziehen. Im Vergleich zu Kontrolltieren zeigten Mäuse, denen Alkohol verabreicht wurde, vier Tage später Verhaltensweisen, die verstärkte Ängstlichkeit, verminderte soziale Neugier und reduzierte Lernfähigkeit nahelegen.
Masmoudi-Kouki und ihr Team schlussfolgern, dass Rauschtrinken einen nachhaltigen Einfluss auf das sich entwickelnde jugendliche Gehirn haben kann und so die Grundlage für neuropsychiatrische Störungen und Suchterkrankungen bilden könnte. Frühere Studien konnten bereits zeigen, dass Rauschtrinken zu Veränderungen der grauen Substanz im Gehirn führt und die Entwicklung der weißen Substanz behindert.
Quellen:
Alkoholkonsum erhöht das Demenzrisiko auch in geringen Mengen (14.10.2025)
Was verstehen Menschen unter „riskantem Alkoholkonsum“? (13.01.2026)
Jede dritte Person riskiert Gesundheitsschäden durch Alkohol (02.12.2025)
Drogenkonsum und psychotische Erfahrungen fördern sich gegenseitig (15.02.2018)
Alkohol fördert Gewalt unter jungen Paaren (02.09.2025)Webanalyse / Datenerfassung
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