Home > News > Aktuelle Meldungen > Schwellenwerte für problematischen Cannabiskonsum
11.02.2026
Cannabis kann abhängig machen. Doch ab wann wird Cannabiskonsum zum Problem? Wo liegt die kritische Grenze? Eine Antwort darauf liefert eine aktuelle britische Studie.

Bild:HighGradeRoots / iStock.com
Anfangs kiffte Cedric nur in der Gruppe, dann auch allein. Im Studium half ihm der Konsum, sich zu entspannen. Doch die Gelegenheiten und Gründe fürs Runterkommen mit Hilfe von Cannabis nahmen immer mehr zu. Bis sein gesamter Alltag und seine Gedanken sich nur noch um den nächsten Joint drehten. Cedrik hatte eine Cannabisabhängigkeit entwickelt. Im Gesundheitsmagazin der AOK erzählt er seine Geschichte.
Nicht alle jungen Menschen, die Cannabis konsumieren, werden abhängig wie Cedrik. Manche schaffen es, ihren Konsum zu begrenzen und das Abhängigkeitsrisiko in Schach zu halten. Doch ab wann droht der Konsum zum Problem zu werden? Gibt es eine Art Grenzwert für den Konsum?
Forschende aus dem Vereinigten Königreich haben sich mit eben dieser Frage befasst. Studienleiterin Rachel Lees Thorne und ihr Team nutzten die Daten der Längsschnittstudie „CannTeen“. 150 Jugendliche und junge Erwachsene aus London und Umgebung waren daran beteiligt.
Über ein Jahr lang wurden die Teilnehmenden mehrfach zu ihrem Cannabiskonsum befragt. Manche entwickelten einen problematischen Konsum, andere nicht. Ziel der Untersuchung war es, einen Schwellenwert für die Intensität des Konsums zu ermitteln, ab dem der Konsum eine Art „Kipp-Punkt“ hin zur Abhängigkeit erreicht.
Das Forschungsteam orientierte sich dabei weniger an der Häufigkeit des Konsums als vielmehr an der Gesamtmenge des Cannabis-Wirkstoffs THC, den die Befragten innerhalb einer Woche konsumierten. Die Ergebnisse haben folgende Werte ergeben:
Damit werde nach Aussagen der Forschenden deutlich, dass nicht nur die Häufigkeit des Konsums eine Rolle spielt, sondern auch die Wahl der Cannabissorte. Wer sein Abhängigkeitsrisiko verringern möchte, sollte also nicht nur seltener konsumieren, sondern auch Cannabis mit geringerem THC-Gehalt verwenden. Weitere Safer-Use-Tipps finden sich unter den FAQs.
Thorne und ihr Team betonen, dass ihre Ergebnisse nur als vorläufig zu betrachten sind und in Studien mit größeren Stichproben überprüft werden sollten. Dabei sollte auch die Rolle von Tabak mitberücksichtigt werden, da Joints meist aus einer Mischung aus Cannabis und Tabak bestehen.
Sie betonen auch, dass letztlich nur der Verzicht auf Konsum sicher sei. Das gelte besonders für Jugendliche, die bereits bei einem Joint pro Woche ein erhöhtes Abhängigkeitsrisiko haben. Jugendliche werden generell schneller abhängig von Cannabis als Erwachsene, wie bereits eine frühere Analyse der CannTeen-Studie gezeigt hat.
Quellen:
Wie Koffein und CBD die Wirkung von THC beeinflussen (22.10.2025)
Cannabis ist keine Hilfe bei Schlafproblemen (08.10.2025)
Wer häufig Cannabis konsumiert, verspürt weniger Vorfreude (04.02.2026)
Wie Hunde Menschen mit Suchtproblemen helfen können (30.07.2025)
Cannabiskonsum erhöht Unfallgefahr – besonders vier Stunden später (21.01.2026)Webanalyse / Datenerfassung
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