Selbsterfüllende Prophezeiung ist schuld

22.11.2013

Glaube versetzt ja bekanntlich Berge - oder verleitet zum Drogenkonsum. In einer Studie konnte nachgewiesen werden, dass Eltern durch den Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung Einfluss nehmen auf den Drogenkonsum ihrer Kinder.

Mutter schreit mit Megafon ihre Tochter an, die ohne eine Regung zu zeigen auf ihr Handy schaut

Bild: © istock.com / njphoto

Die selbsterfüllende Prophezeiung bezeichnet ein Phänomen, bei dem die Erwartung an das Verhalten einer Person eben dieses Verhalten herbeiführen kann. Wie das geht, hat der US-Psychologe Robert Rosenthal 1965 in einem mittlerweile klassischen Experiment nachweisen können.

Rosenthal-Effekt

Rosenthal gaukelte den Lehrerinnen und Lehrern von zwei Grundschulen vor, mit Hilfe von Intelligenztests vorhersagen zu können, welche Kinder in der nächsten Zeit intellektuell besonders „aufblühen“ werden. In Wirklichkeit wurden die Kinder jedoch per Zufall ausgewählt.

Ein Jahr später war der Intelligenzquotient der angeblich besonders talentierten Kinder tatsächlich höher als in der Kontrollgruppe. Die Erwartungen der Lehrerinnen und Lehrer hatten offenbar Einfluss gehabt auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler. Unabsichtlich hat das Lehrpersonal vermutlich durch eine verstärkte persönliche Zuwendung oder häufigeres loben die Schülerinnen und Schüler zu höheren Leistungen angestachelt. Dieses Phänomen wird auch als Rosenthal-Effekt bezeichnet.

Den Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung konnten Christopher Lamb und William Crano in einer aktuellen Studie auch für den Einstieg in den Cannabiskonsum nachweisen. Die US-Forscher befragten über 3.000 Eltern und ihre Kinder, die sich im Teenageralter befanden, jeweils getrennt voneinander. Die Jugendlichen gaben an, ob sie im letzten Jahr Cannabis konsumiert hatten. Ihre Eltern wurden gebeten, ihrerseits das Konsumverhalten der eigenen Kinder einzuschätzen.

Cannabiskonsum folgt Erwartungen der Eltern

Ein Jahr später erfolgte die Nachbefragung. Dabei kam das Forschungsteam zu erstaunlichen Ergebnissen: Jugendliche, die zur ersten Befragung abstinent waren, sind im Folgejahr mit einer 4-mal höheren Wahrscheinlichkeit in den Cannabiskonsum eingestiegen, wenn die Eltern davon überzeugt waren, dass ihre Kinder schon Cannabiserfahrung haben.

Glaubten die Eltern hingegen, dass ihre Kinder noch nie gekifft haben, obwohl sie in Wirklichkeit schon Konsumerfahrung hatten, so haben die Jugendlichen ein Jahr später mit höherer Wahrscheinlichkeit wieder aufgehört zu kiffen als jene Jugendlichen, deren Eltern wussten, dass sie kiffen.

Die Ergebnisse würden nach Meinung der Forscher deutlich machen, dass die Erwartungen der Eltern an ihre Kinder eine bedeutsame Rolle beim Einstieg oder dem Ausstieg aus dem Cannabiskonsum spielen. Für Lamb und Crano seien die Ergebnisse auch ein Hinweis darauf, dass die Eltern-Kind-Kommunikation generell gestärkt werden müsse. Denn offenkundig haben unausgesprochene Annahmen über das eigene Kind einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung Jugendlicher. Präventionsstrategien sollten daher nicht nur auf Jugendliche, sondern auch auf Eltern abzielen.

Quellen:
Lamb, C. S. & Crano, W. D. (2013). Parents' beliefs and children's marijuana use: Evidence for a self-fulfilling prophecy effect. Addictive Behaviors, doi: 10.1016/j.addbeh.2013.09.009.

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