Home > News > Aktuelle Meldungen > Wird nach der Cannabis-Legalisierung öfter bekifft Auto gefahren?
04.03.2026
Im Jahr 2024 wurde der Grenzwert für Cannabis im Straßenverkehr hochgesetzt. Hat das Folgen? Eine aktuelle Studie hat sich mit den kurzfristigen Auswirkungen der Teillegalisierung befasst.

Bild: suze / photocase.de
Seit April 2024 sind Besitz und Anbau von Cannabis legal möglich. Im Nachgang wurde auch das Straßenverkehrsgesetz geändert. Der Grenzwert für Cannabis im Straßenverkehr wurde von 1,0 auf 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum erhöht. Der vorherige Grenzwert wurde als zu niedrig erachtet, weil er zu häufig zu falsch positiven Ergebnissen geführt habe. Denn Cannabis kann noch länger als die Wirkung anhält nachweisbar sein.
Doch die Änderung des Grenzwerts ist nicht unumstritten. Befürchtet wird, dass Konsumierende sich häufiger bekifft ans Steuer setzen könnten. Ein Forschungsteam, angeleitet vom Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung in Hamburg, hat sich mit der Frage beschäftigt, ob die Teillegalisierung von Cannabis Einfluss hat auf das Verhalten im Straßenverkehr.
Dazu haben die Forschenden jeweils zu zwei Zeitpunkten Personen aus Deutschland und aus Österreich befragt. Unser südliches Nachbarland wurde zum Vergleich herangezogen, weil Cannabis dort ähnlich verbreitet, aber weiterhin verboten ist.
Die Befragungen fanden ein paar Monate vor und nach der Legalisierung statt. In Deutschland nahmen rund 6.700 Personen an der ersten und 9.700 Personen an der zweiten Befragung teil, in Österreich waren es rund 2.100 Personen je Befragung.
Die Befragungen ergaben, dass der Cannabiskonsum in Deutschland von 12 auf 14 Prozent gestiegen ist. Dies könnte als Indiz für einen Einfluss der Legalisierung gewertet werden. Die Forschenden konnten jedoch aufzeigen, dass sich in Österreich trotz Verbots ein ähnlicher Anstieg von 9 auf 10 Prozent gezeigt hat. Zudem habe sich die ansteigende Entwicklung in Deutschland bereits vor der Legalisierung abgezeichnet und setze sich einfach nur fort.
Und im Straßenverkehr? Auch hier konnten die Forschenden keine bedeutsamen Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich feststellen. Unter den Menschen, die mindestens einmal im Monat kiffen, gaben in Deutschland sogar leicht weniger Menschen an, unter dem Einfluss von Cannabis Auto zu fahren als vor Inkrafttreten der Legalisierung. Hingegen nahm das Fahren unter dem Einfluss von Cannabis in Österreich leicht zu. Die Unterschiede sind aber nicht groß genug, um als bedeutsam gewertet werden zu können.
Nach Einschätzung des Forschungsteams sei bisher kein Effekt der Legalisierung nachweisbar, wenn es ums Fahren unter dem Einfluss von Cannabis geht. Allerdings wertet es seine eigenen Ergebnisse nur als vorläufig, da erst weitere Studien mit längeren Beobachtungszeiträumen zuverlässig Auskunft darüber geben können, wie sich die Legalisierung auf den Straßenverkehr auswirkt.
Quellen:
Cannabiskonsum erhöht Unfallgefahr – besonders vier Stunden später (20.01.2026)
Nachweis von Cannabis nach einem Monat Abstinenz (17.03.2020)
Cannabis ist keine Hilfe bei Schlafproblemen (07.10.2025)
Schwellenwerte für problematischen Cannabiskonsum (10.02.2026)
Wer häufig Cannabis konsumiert, verspürt weniger Vorfreude (03.02.2026)Webanalyse / Datenerfassung
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