Cannabis gefährlicher als bisher angenommen

19.04.2005

Eine Studie des Instituts Universitaire de Medicine Legale in Lausanne (Schweiz) hat herausgefunden, dass bei der oralen Verabreichung von Cannabis bereits sehr geringe Dosen ausreichen, um psychische Störungen hervorzurufen.

Das Forscherteam untersuchte acht gesunde, männliche Freiwillige, die gelegentlich Cannabis rauchten. Untersucht wurden die Effekte von Cannabis bzw. dessen Wirkstoff THC auf psychomotorische Funktionen und das Fahrverhalten. Den Probanden wurde THC in einer geringen Menge oral in einer Flüssigkeit verabreicht. Noch während der Studie mussten zwei Teilnehmer aus dem Versuch herausgenommen werden, weil sie extremen Auswirkungen des Cannabis unterworfen waren. Über diese beiden Fälle berichtete das Team jetzt in der Zeitschrift „BMC Psychiatry“.

Die zwei 22 Jahre alten Männer wiesen nach dem Konsum starke psychische Störungen auf. Sie berichteten von Realitätsverlust, Schwindel und paranoiden Vorstellungen. Außerdem wurden schwerwiegende Angststörungen beobachtet. Die psychomotorischen Funktionen waren stark eingeschränkt, ebenso wie die subjektive Einschätzung der eigenen Fahrtüchtigkeit. Diese Effekte traten ein bis anderthalb Stunden nach dem Konsum auf und dauerten drei bis vier Stunden an.

Diese Resultate waren sehr überraschend, da diese Effekte bereits bei einer sehr geringen Dosis auftraten. Wird Cannabis geraucht, ist die THC-Konzentration im Blut höher. „Möglicherweise wird dieser Effekt dadurch ausgelöst, dass das Cannabis nicht geraucht und inhaliert, sondern oral eingenommen wird. Wir nehmen an, dass durch die Verdauung spezielle THC-Stoffwechselprodukte erzeugt werden, welche die psychotischen Effekte einleiten“, erklärte Studienleiter Bernard Favrat.

Quelle:

Originalartikel
Pressetext

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