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08.04.2020
In der Corona-Krise sind die Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Besonders für Frauen könnte damit das Risiko für häusliche Gewalt steigen. Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass Cannabiskonsum dabei eine Rolle spielen kann.

Bild: fizkes / istockphoto.com
„Jede dritte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen.“ Diese Meldung veröffentlichte das Bundesfamilienministerium im Februar dieses Jahres, als Corona aus deutscher Sicht noch weg zu sein schien. Die Lage ist nun eine andere und das Thema häusliche Gewalt dürfte aktueller denn je sein.
Cannabis hat den Ruf, eine eher beruhigende und friedlich stimmende Wirkung zu vermitteln. Es gibt aber auch Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Gewalt hinweisen. So legt die Forschung nahe, dass Cannabiskonsumierende öfter zu Gewalt gegen die Partnerin oder den Partner neigen als abstinente Personen.
Eine aktuelle Studie unterstreicht diesen Zusammenhang. Demnach steigt mit dem eigenen Cannabiskonsum auch das Risiko, Opfer von häuslicher Gewalt zu werden. Ein US-amerikanisches Forschungsteam hat 30 heterosexuelle Paare für ihre Studie befragt. In den meisten Fällen kifften sowohl der Mann als auch die Frau.
Studienleiterin Julianne Flanagan und ihr Team konnten aufzeigen, dass die Wahrscheinlichkeit für körperliche und psychische Gewalt in der Beziehung mit der Menge und der Häufigkeit des Cannabiskonsums zunimmt. Der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Gewalt zeigte sich sowohl bei den Personen, die Gewalt ausüben als auch bei jenen, die Opfer von Gewalt waren. Dabei wurde der Einfluss von Alkohol und anderer möglicher Faktoren berücksichtigt.
Wie kommt dieser Zusammenhang zustande? Nach Einschätzung des Forschungsteams könnten individuelle Reaktionen bei der Wirkung von Cannabis dazu beitragen. Denkbar sei, dass manche Menschen unter der akuten Wirkung misslaunig werden. Beispielsweise konnte eine frühere Studie zeigen, dass die Reaktionen anderer Menschen unter dem Einfluss von Cannabis häufiger als feindselig eingeschätzt werden. Flanagan und ihr Team deuten zudem an, dass auch Entzugserscheinungen relevant sein könnten.
Ihre Studie sei nach Aussage des Forschungsteams aber kein Beleg dafür, dass Cannabis tatsächlich die Ursache für Gewalt ist. Möglichweise ist Cannabiskonsum nur eine Begleiterscheinung in einer Beziehung, in der es zu Gewalt kommt. Oder der Cannabiskonsum steigt erst in der Folge von Gewalt.
Unabhängig von der Frage der Verursachung weist die Studie daraufhin, dass bei häuslicher Gewalt auch Cannabiskonsum eine Rolle spielen kann. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums richtet sich die Gewalt in den allermeisten Fällen gegen Frauen. Betroffene Frauen können sich unter der Telefonnummer 08000 116 016 an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen wenden. Information zu häuslicher Gewalt bietet auch die polizeiliche Kriminalprävention.
Quellen:
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