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20.12.2023
Der Konsum von Drogen kann die Muskeln schädigen. Eine aktuelle Metaanalyse hat untersucht, bei welchen Drogen die Gefahr besonders hoch ist.

Bild: South agency / iStock.com
Extreme sportliche Belastungen können ein Auslöser sein. Aber auch Unfälle, Krankheiten oder bestimmte Medikamente. Es geht um ein Krankheitsbild, das durch den Zerfall von Muskelfasern gekennzeichnet ist. Der medizinische Fachbegriff lautet Rhabdomyolyse.
Ein Forschungsteam aus dem Iran und den USA weist in einer Meta-Analyse darauf hin, dass auch Drogenkonsum eine Rhabdomyolyse verursachen kann. Die Forschenden haben untersucht, bei welchen Drogen dieses Krankheitsbild besonders häufig auftritt.
Für ihre umfangreiche Analyse wertete das Forschungsteam insgesamt 57 Studien mit über 3 Millionen Patientinnen und Patienten aus, die aufgrund von Drogenkonsum in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Den Ergebnissen zufolge treten die Muskelschäden am häufigsten bei Personen auf, die aufgrund einer Heroinvergiftung behandelt werden mussten. Bei 57 Prozent von ihnen waren Anzeichen einer Rhabdomyolyse nachweisbar.
Am zweithäufigsten standen Amphetamine mit einem Zerfall von Muskelfasern in Zusammenhang. Bei Methamphetamin waren es 40 Prozent der Patientinnen und Patienten, bei Amphetamin 27 Prozent und bei Ecstasy 20 Prozent.
Auch Kokain spielte eine bedeutsame Rolle. Bei 27 Prozent der behandelten Patientinnen und Patienten mit Kokainkonsum gab es Hinweise auf eine Rhabdomyolyse.
Wie lässt sich der Zerfall von Muskelfasern durch Drogenkonsum erklären? Generell ist von einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren auszugehen. So kann die giftige Wirkung der Substanz die Muskeln direkt schädigen. Außerdem ist Drogenkonsum für den Körper eine anspruchsvolle Aufgabe. Dabei kann es zu einer Unterversorgung der Muskeln mit Nährstoffen kommen. Muskelquetschungen müssen ebenfalls in Betracht gezogen werden, beispielsweise wenn Personen infolge von Drogenkonsum längere Zeit bewusstlos auf einer Stelle liegen.
Stimulierende Drogen wie Amphetamine oder Kokain bewirken zudem, dass sich Blutgefäße zusammenziehen und Muskelzellen unterversorgt werden. Ein weiteres Risiko beim Konsum von Stimulanzien ist ein gefährlich hoher Anstieg der Körpertemperatur, der als Hyperthermie bezeichnet wird. Dies kann entscheidend dazu beitragen, dass Muskelfasern sich auflösen.
Eine Rhabdomyolyse kann sich durch Schmerzen äußern oder auch unbemerkt bleiben. Vor allem in leichteren Fällen kann der Muskelfaserzerfall symptomlos verlaufen. Bei einigen treten jedoch Symptome wie Muskelschmerzen oder Muskelschwäche auf. Dabei kann sich der Urin rötlich-braun färben. Ursache ist ein bestimmtes Eiweiß, das beim Abbau der Muskulatur freigesetzt und mit dem Urin ausgeschieden wird.
Bei schweren Formen von Muskelfaserzerfall können lebensbedrohliche Komplikationen auftreten, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Es gibt Fälle, in denen eine Rhabdomyolyse ein akutes Nierenversagen verursacht hat. Auch der Herzmuskel kann betroffen sein. Das hängt damit zusammen, dass bei der Auflösung von Muskelfasern Kalium freigesetzt wird. Kalium steuert die Muskeltätigkeit und damit auch den Herzmuskel. Ein Kaliumüberschuss im Blut kann zum Stillstand des Herzmuskels führen, wie der Todesfall eines 19-Jährigen in Folge von Ecstasy-Konsum verdeutlicht.
Quellen:
Warnung von synthetischen Opioiden auf LSD-Blottern (02.10.2025)
Machen Stimulanzien depressiv? (19.02.2025)
Wie Ecstasy auf TikTok dargestellt wird (06.03.2024)
Pinkes Kokain ist meistens kein Kokain (15.01.2025)
Hikikomori - Phänomen des sozialen Rückzugs steht mit Sucht in Zusammenhang (17.01.2024)Webanalyse / Datenerfassung
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