Erfolgreiche Alkopopsteuer mit Nachgeschmack

02.07.2010

Weil die spirituosenhaltigen Fertig-Mixgetränke bei Jugendlichen immer beliebter wurden, hat der Gesetzgeber im Juli 2004 eine Sondersteuer auf die so genannten Alkopops eingeführt. Die Lust auf das süße Gesöff ist den Jugendlichen tatsächlich vergangen, denn der Umsatz ist stark zurückgegangen. Mit Hilfe umfangreicher Befragungsdaten, die vor und nach Einführung der Steuer erhoben wurden, konnte nun jedoch nachgewiesen werden, dass die meisten Jugendlichen ihren Alkoholkonsum nicht reduzieren, sondern lediglich auf andere Getränke umgestiegen sind.

Weil Alkopops süß wie Limonade schmecken, würden sie Jugendliche besonders zum Alkoholkonsum verleiten, lautete das Argument, das die Politik letztlich zur Einführung einer Sondersteuer bewog. Tatsächlich hat sich der Anteil der Jugendlichen, die mindestens einmal im Monat Alkopops trinken, nach Einführung der Sondersteuer etwa halbiert, wie erste Umfragen ergaben. Doch trinken die Jugendlichen tatsächlich weniger Alkohol?

Ein Forschungsteam des Instituts für Therapieforschung sowie der Universität Greifswald wollte es genau wissen und hat die Befragungsdaten einer groß angelegten Schülerstudie (ESPAD) für ihre Nachforschungen genutzt. Die ESPAD-Studie wurde 2003 und 2007 durchgeführt und umfasst jeweils mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 und 10. Da die Einführung der Sondersteuer 2004 in Kraft trat, konnte das Forschungsteam um Studienleiterin Stefanie Müller somit auf der Grundlage der beiden Stichproben prüfen, ob sich der Alkoholkonsum in der Altersgruppe der 15- bis 16-Jährigen tatsächlich verändert hat.

Im Ergebnis kommt das Forschungsteam zu der nüchternen Feststellung, dass der Alkopopkonsum 2007 zwar stark rückläufig war, im Gegenzug aber der Konsum von anderen alkoholischen Getränken angestiegen ist. Statt fertig gemixten Alkopops kaufen sich die Jugendlichen nach Einführung der Steuer mehr Spirituosen, die sie möglicherweise zum Selbstmischen von Mixgetränken verwenden. Die Mädchen und Jungen der Befragung aus 2007 tranken nach ihren Angaben auch mehr Bier und Wein als die Jugendlichen der Stichprobe aus 2003. Insgesamt hat sich der Alkoholkonsum in Gramm reinen Alkohols statistisch betrachtet nicht signifikant verändert.

Die in Deutschland eingeführte Sondersteuer auf Alkopops hat somit lediglich eine Verschiebung der Konsumpräferenzen weg von den Alkopops und hin zu anderen Alkoholsorten bewirkt. Auf die Gesamtmenge des getrunkenen Alkohols habe die Steuer hingegen keine nachweisliche Wirkung, schreiben Müller und ihr Forschungsteam in ihrem Fachartikel. Sie fordern daher, dass eine wirksame Alkoholpolitik sich weniger auf einzelne Getränkesorten als vielmehr auf den Gesamtalkoholkonsum von Jugendlichen konzentrieren solle.

Quelle:
Müller, S., Piontek, D., Pabst, A., Baumeister, S. & Kraus, L. (2010). Changes in alcohol consumption and beverage preference amog adolescents after the introduction of the alcopops tax in Germany. Addiction, 105, 1205-1213.

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