Frühe Anzeichen einer Psychose stehen mit Drogenkonsum in Zusammenhang

20.03.2024

Eine Psychose kündigt sich oft an. Bestimmte Symptome können vorausgehen. Die Intensität des Drogenkonsums steht mit diesen Symptomen in Zusammenhang.

Bild: Radu Bercan / photocase.de

Wirken gewohnte Dinge manchmal seltsam, bedrohlich oder unwirklich? Siehst du Sachen, die andere Menschen nicht sehen? Hast du manchmal Sorge, dass etwas nicht mit dir stimmt? Monate oder sogar Jahre bevor eine Psychose ausbricht, können sich solche und andere Vorboten bemerkbar machen. In der Fachsprache werden sie als Prodromalsymptome bezeichnet.

Nicht immer bricht eine Psychose wie Schizophrenie aus, wenn Prodromalsymptome auftreten. Aber bei etwa zwei Drittel der Personen, die unter einer Psychose leiden, haben sich im Vorfeld solche Warnzeichen gezeigt. Darauf verweist ein Forschungsteam aus Polen. Studienleiter Gniewko Więckiewicz und sein Team sind der Frage nachgegangen, inwiefern Drogenkonsum mit solchen Frühwarnzeichen zusammenhängt.

Dazu haben die Forschenden 703 Personen online befragt. Bei den im Mittel 25-Jährigen wurde bislang noch keine Psychose festgestellt, alle waren aber drogenerfahren. Fast alle haben schon mal gekifft. 73 Prozent haben schon mal Ecstasy genommen, 58 Prozent kannten sich mit Amphetaminen und 43 Prozent mit Kokain aus. Mit anderen Drogen wie Mephedron, LSD oder Ketamin hatten ebenfalls viele der Befragten ihre Konsumerfahrung gemacht.

Konsumintensität und Einstiegsalter stehen mit Prodromalsymptomen in Zusammenhang

Die Forschenden haben statistisch belegen können, dass die Intensität des Drogenkonsums mit dem Ausmaß an Prodromalsymptomen zusammenhängt. Das bedeutet: Je mehr unterschiedliche Drogen eine Person konsumierte und je häufiger diese eingenommen wurden, desto stärker ausgeprägt waren die Frühwarnzeichen, die einer Psychose vorausgehen.

Auch das Alter spielte eine Rolle. Je jünger die Befragten waren, als sie erstmals Drogen konsumiert haben, desto wahrscheinlicher war, dass später Prodromalsymptome auftreten. Nur für den Konsum von Alkohol konnten die Forschenden keinen Zusammenhang mit Prodromalsymptomen finden.

Anzumerken ist, dass viele der Befragten belastet waren mit psychischen Problemen. Etwas mehr als die Hälfte von ihnen war schon einmal wegen einer Depression in Behandlung. Ein Drittel der Befragten hat schon einmal versucht, sich das Leben zu nehmen.

Selbsttest zu Prodromalsymptomen

Zwar kann die Studie nicht belegen, dass Drogenkonsum Prodromalsymptome verursacht. So wäre auch denkbar ist, dass Drogenkonsum nur eine Begleiterscheinung der zugrundliegenden psychischen Erkrankung ist. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass früher und intensiver Drogenkonsum derartige Symptome verschlimmert und somit zum Ausbruch einer Psychose beiträgt. Fachleute empfehlen daher, möglichst frühzeitig eine Behandlung aufzusuchen, wenn sich Prodromalsymptome zeigen.

Wer sein persönliches Risiko für Psychose ermitteln will, kann dies mit dem Selbsttest Cannabis Check tun. Darin integriert ist ein optionaler Fragebogen zu Prodromalsymptomen.

 

Quellen:

  • Więckiewicz, G., Florczyk, I., Stokłosa, M., Jurga, M., Gorczyca, P. & Kotlicka-Antczak (2024). Intensity of Psychoactive Substance Use Affects the Occurrence of Prodromal Symptoms of Psychosis. Journal of Clinical Medicine, 13, 760. https://doi.org/10.3390/jcm13030760
  • Juckel, G., Schultze-Lutter, F. & Ruhrmann, S. (2003). Früherkennung beginnender schizophrener Erkrankungen. Psychoneuro, 30(3), 153-159.
  • Loewy, R. L., Pearson, R., Vinogradov, S., Bearden, C. E. & Cannon, T. D. (2011). Psychosis Risk Screening with the Prodromal Questionnaire – Brief version (PQ-B). Schizophr Res, 129(1), 42-46.

Webanalyse / Datenerfassung

Wir möchten diese Website fortlaufend verbessern. Dazu wird um Ihre Einwilligung in die statistische Erfassung von Nutzungsinformationen gebeten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden.

Welcher Dienst wird eingesetzt?

Matomo

Zu welchem Zweck wird der Dienst eingesetzt?

Erfassung von Kennzahlen zur Webanalyse, um das Angebot zu verbessern.

Welche Daten werden erfasst?

  • IP-Adresse (wird umgehend anonymisiert)

  • Gerätetyp, Gerätemarke, Gerätemodell

  • Betriebssystem-Version

  • Browser/Browser-Engines und Browser-Plugins

  • aufgerufene URLs

  • die Website, von der auf die aufgerufene Seite gelangt wurde (Referrer-Site)

  • Verweildauer

  • heruntergeladene PDFs

  • eingegebene Suchbegriffe.

Die IP-Adresse wird nicht vollständig gespeichert, die letzten beiden Oktette werden zum frühestmöglichen Zeitpunkt weggelassen/verfremdet (Beispiel: 181.153.xxx.xxx).

Es werden keine Cookies auf dem Endgerät gespeichert. Wird eine Einwilligung für die Datenerfassung nicht erteilt, erfolgt ein Opt-Out-Cookie auf dem Endgerät, welcher dafür sorgt, dass keine Daten erfasst werden.

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Die anonymisierte IP-Adresse wird für 90 Tage gespeichert und danach gelöscht.

Auf welcher Rechtsgrundlage werden die Daten erfasst?

Die Rechtsgrundlage für die Erfassung der Daten ist die Einwilligung der Nutzenden nach Art. 6 Abs. 1 lit. a der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die Einwilligung kann auf der Datenschutzseite jederzeit widerrufen werden. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Datenverarbeitung bleibt davon unberührt.

Wo werden die Daten verarbeitet?

Matomo wird lokal auf den Servern des technischen Dienstleisters in Deutschland betrieben (Auftragsverarbeiter).

Weitere Informationen:

Weitere Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten finden sich in den Datenschutzhinweisen.