Herzprobleme durch Kokainmissbrauch

11.05.2007

Langjähriger Kokainmissbrauch kann zu Herzproblemen führen, bei denen es zu einer lebensbedrohlichen Herzkammererweitung kommt. Doch ist eine Erholung nach Abstinenz möglich. Ein italienisches Ärzteteam hat hierzu einer Fallbeschreibung in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht.

Der Bericht konzentriert sich auf einen 31-jährigen Italiener, der im Jahr 2005 an Brustschmerzen, Atemnot und Erschöpfung leidend in der Notaufnahme des Siena General Hospital erschien. Er hatte keine medizinische Vorgeschichte, gestand jedoch langjährigen Kokainmissbrauch ein.

Die Untersuchungen enthüllten eine auf 80 Millimeter erweiterte linke Herzkammer des Patienten. Das Herz schlug zudem schwach und kontrahierte nur unzureichend. Beim Patienten wurde nachfolgend eine Vergrößerung der Herzkammern auf Grund des Kokainmissbrauchs diagnostiziert.

Zunächst ging das Team um Valerio Zaca davon aus, dass aufgrund der Schwere der Herzschädigung vermutlich eine Transplantation notwendig sei. Doch durch eine medikamentöse Behandlung und völlige Kokainabstinenz konnte sich das Herz des jungen Mannes erholen. Etwa ein Jahr später war der Durchmesser der linken Herzkammer auf 57 Millimeter zurückgegangen, und auch die Kontraktion des Herzens hatte sich erheblich verbessert. „Das wichtigste Ergebnis dieses Falles ist, dass ein Rückgang der durch langjährigen Konsummissbrauch verursachten Herzerkrankung möglich ist“, sagt Valerio Zaca.

Schätzungen zufolge erleiden rund sechs Prozent der Kokainkonsumentinnen und -konsumenten einen Herzinfarkt und 30 Prozent einen so genannten Angina-pectoris-Anfall (starke Brustenge), bei dem es zu einem gefährlichen Blutmangel des Herzmuskels kommt. Verantwortlich für die Herzschäden sind wahrscheinlich mehrere Effekte: Unter Kokain steigen die Herzschlagfolge und der Blutdruck stark an. Dadurch wird der Sauerstoffbedarf des Herzens erhöht. Zugleich kann Kokain Verkrampfungen der Herzkranzgefäße auslösen und die Blutgerinnung aktivieren. Der durch die Droge erhöhte Sauerstoffbedarf kann deshalb nicht mehr gedeckt werden. So kommt es zum Herzinfarkt.

Quellen:
Pressemitteilung The Lancet
www.medscape.com
Deutsche Herzstiftung

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