Höhere Tabaksteuer zeigt Wirkung

06.08.2003

Den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage zur Folge ist die Tabaksteuererhöhung ein Motiv, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Das Kieler Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) führte vor und nach der Erhöhung der Tabaksteuer im Jahr 2002 eine repräsentative Umfrage durch. 35,1% der Raucher und Raucherinnen gaben vor der Steuererhöhung an, dass diese für sie ein Anlass sei, über das Rauchen nachzudenken. 4,7% gaben nach der Steuererhöhung an, wegen der Erhöhung der Tabaksteuer das Rauchen ganz aufgegeben zu haben, weitere 11,5% gaben an, ihren Konsum reduziert zu haben.

Kritisch anzumerken ist jedoch, dass es sich nicht um eine Längsschnittuntersuchung handelt, sondern unterschiedliche Personen vor und nach der Steuererhöhung befragt wurden. Veränderungen können demnach theoretisch darauf zurückzuführen sein, dass die befragten Personen von vornherein Unterschiede im Rauchverhalten aufweisen. Interessanterweise zeigte sich, dass sich der Anteil an Rauchern und Raucherinnen in beiden Stichproben nicht signifikant unterscheidet (33,1% zum ersten und 33,8% zum zweiten Messzeitpunkt). Bei einem deutlichen Effekt der Tabaksteuererhöhung würde man eine niedrigere Raucherquote in der zweiten Stichprobe erwarten.

Projektleiter Dr. Reiner Hanewinkel zieht dennoch ein klares Fazit: die schon jetzt beschlossenen weiteren Erhöhungen der Tabaksteuer könnten ein Grundstein für eine umfassende Tabakkontrollpolitik sein. Über den Preis sei bislang in Deutschland kaum versucht worden, die Zahl der Raucher zu reduzieren. Im Vergleich zu anderen Ländern seien bei uns die Zigaretten immer noch sehr preiswert.

Quelle:

www.ift-nord.de


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