Home > News > Aktuelle Meldungen > Ist Cannabis die Ursache für wiederkehrendes Erbrechen?
15.04.2026
Übelkeit und Erbrechen können viele Ursachen haben. Überempfindlichkeit gegen Cannabis zum Beispiel. Doch vielen Betroffenen fällt es schwer, das zu akzeptieren, wie eine Interviewstudie zeigt.

Bild: Yuliia Kaveshnikova / iStock.com
„Ich halte das immer noch teilweise für Quatsch“, erklärte ein 30-Jähriger im Interview. Es geht um das so genannte Cannabis-Hyperemesis-Syndrom. Betroffene klagen über wiederkehrende Bauchschmerzen, Übelkeit und teils heftige Brechattacken. Aber wie sicher lässt sich sagen, dass Cannabis die Ursache ist?
Forscherinnen der Brown University im US-Bundesstaat Rhode Island haben Interviews mit 24 Personen geführt, die mit entsprechenden Symptomen eine Notfallambulanz aufgesucht haben. Die meisten konsumierten mehrmals täglich Cannabis, teils seit Jahren. Wie sich gezeigt hat, fällt es den Befragten jedoch schwer, die Möglichkeit zu akzeptieren, dass Cannabiskonsum der Grund für ihre Beschwerden ist.
Tatsächlich ist die Feststellung einer Diagnose nicht so einfach. Das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom ist erst dann sicher diagnostizierbar, wenn die Person ihren Cannabiskonsum über mehrere Monate eingestellt hat und die Symptome nicht wieder auftreten. Betroffene müssen also zum dauerhaften Konsumverzicht bereit sein, um herauszufinden, ob die Diagnose zutrifft.
Viele der Interviewten beklagten sich, dass Ärztinnen und Ärzte in der Notaufnahme zu schnell auf das Cannabis-Hyperemesis-Syndrom tippen würden, sobald der Cannabiskonsum bekannt wird. Einige fühlten sich stigmatisiert und hatten das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. So erklärte eine 24-Jährige:
„Sie fingen an zu sagen, dass es die Cannabis-Symptome seien […]. Aber ich glaube das nicht. […] Die behandeln mich nicht wie jemand, die krank ist im Krankenhaus. Die schauen auf mich, als wäre ich gerade im Entzug von Drogen und so.“
Die meisten Befragten hatten starke Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen, waren sich aber unsicher, ob Cannabis die Ursache ist. Einige vermuteten Auslöser wie Stress, unregelmäßige Ernährung, Alkohol oder andere Magen-Darm-Erkrankungen.
Meist hatten sie über Jahre hinweg verschiedene Strategien ausprobiert, wie Medikamente gegen Übelkeit zu nehmen, bestimmte Lebensmittel zu meiden oder weniger Alkohol zu trinken. Wenn all das nicht half, rückte Cannabis zwar als möglicher Auslöser in den Fokus, oft blieb aber ein Restzweifel, wie diese 30-Jährige beschreibt:
„Also, nach meinen Recherchen verstehe ich zwar, warum man denken könnte, dass ich genau das gerade durchmache, aber ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich der Fall ist.“
Fast alle Befragten nannten heißes Duschen oder Baden als einzige wirksame Maßnahme, die die Beschwerden zumindest vorübergehend lindern kann. Mitunter würden sie stundenlang im Bad verweilen. Allerdings hatte das keinen langfristigen Effekt, weshalb sie schließlich doch eine Notaufnahme aufgesucht haben, oft zum wiederholten Male.
Vom medizinischen Personal fühlten sich viele Befragte aber unverstanden. Diese hätten oft nur den Rat gegeben, mit dem Kiffen aufzuhören. Für die Betroffenen sei dieser Rat aber zu simpel, weil sie mit Cannabis auch eine Reihe positiver Effekte verbinden. Viele berichten, dass Cannabis ihnen helfe, mit Stress, Angst, Schlafproblemen oder körperlichen Beschwerden klarzukommen. Daher fällt es ihnen auch schwer zu akzeptieren, dass der Konsum plötzlich das Problem sein könnte.
Aus Sicht der Forscherinnen würden ihre Ergebnisse nicht nur die Notwendigkeit einer gründlichen Diagnostik unterstreichen. Generell solle die Behandlung auch stärker auf die Bedürfnisse der Betroffenen eingehen und besser kommunizieren, welche Schritte notwendig sind. Dies schließe unterstützende Maßnahmen mit ein, die den Betroffenen helfen, ihren Konsum einzustellen oder zu reduzieren.
Cannabiskonsumierende, die den Wunsch haben, ihren Konsum zu reduzieren oder einzustellen, haben verschiedene Möglichkeiten kostenlose und anonyme Beratung in Anspruch zu nehmen.
Quellen:
Cannabis ist keine Hilfe bei Schlafproblemen (07.10.2025)
Stigmatisierung ist ein Problem unter Cannabis-Konsumierenden (31.03.2026)
Schwellenwerte für problematischen Cannabiskonsum (10.02.2026)
Führt Kiffen zum Tabakrauchen oder ist es andersherum? (24.09.2024)
Höheres Risiko für psychiatrische Probleme bei Konsum von hochpotentem Cannabis (31.12.2024)Hilf uns, besser zu werden
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