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15.01.2010
Ein spanisches Forschungsteam ist den Ursachen plötzlicher Todesfälle auf den Grund gegangen, die zwischen 2003 und 2006 in der Stadt und der Provinz Sevilla registriert wurden. Sie kommen dabei zu dem Schluss, dass Kokainkonsum in 3,1 Prozent aller Fälle von „sudden death“ die Ursache war. Dabei spiele die Menge an konsumiertem Kokain kaum eine Rolle. Auch kleine Mengen Kokain könnten demnach einen plötzlichen Herztod verursachen.
Kokain ist ein Psychostimulanzium, das den Körper kurzfristig zu mehr Leistung antreibt und bei Konsumierenden erhöhte Wachheit und Euphorie erzeugt. Folgt man den Ergebnissen von Joaquin Lucena und seinem Team kann der Spaß jedoch auch bei gelegentlichem Wochenendkonsum schnell vorbei sein, weil das Herz plötzlich versagt. Schon seit längerem steht Kokain im Verdacht, Herz-Rhythmusstörungen und Herzinfarkte zu verursachen.
Um die tatsächliche Häufigkeit abschätzen zu können, hat ein Forschungsteam um den forensischen Mediziner Joaquin Lucena alle Todesfälle analysiert, an denen zwischen 2003 und 2006 eine Autopsie zur Ermittlung der Todesursache durchgeführt wurde. 668 Fälle erfüllten die Kriterien eines „sudden death“, der in den meisten Fällen auf Herzversagen zurückzuführen ist. In 21 Fällen bzw. 3,1 Prozent wurde Kokain als die wahrscheinliche Ursache genannt. Die Personen, die nach dem Konsum von Kokain gestorben sind, waren zwischen 21 und 45 Jahre alt.
Das Forschungsteam konnte feststellen, dass Kokain Veränderungen am Herzen und an den Arterien auslöst, die schließlich einen plötzlichen Herztod zur Folge hatten. Das besondere an den Ergebnissen: Die Menge an konsumierten Kokain spielte kaum eine Rolle, denn die festgestellten Konzentrationen an Kokain im Blut schwankte sehr stark. Das Forschungsteam folgert darauf, dass schon kleine Mengen Kokain bei hierfür empfänglichen Personen einen plötzlichen Herztod verursachen können. Etwa 50 Prozent der Todesfälle fanden am Wochenende statt, was darauf hindeutet, dass auch Personen betroffen sind, die Kokain nur gelegentlich zu Freizeitzwecken konsumierten.
Lucena und sein Team weisen in ihrem Fachartikel zudem darauf hin, dass bei den meisten kokainbedingten Todesfällen auch Alkohol und Nikotin im Spiel waren, was eine zusätzliche Belastung für den Kreislauf darstellt. Besonders der gleichzeitige Konsum von Alkohol führt zu einem erhöhten Anteil des aktiven Abbauprodukts Cocaethylen. Diese Substanz ist jedoch deutlich herzschädigender als Kokain oder Alkohol alleine.
Richard Lange und David Hillis weisen in einem Kommentar zur Studie darauf hin, dass Kokain nach Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Europa ist. Viele Konsumentinnen und Konsumenten seien zudem der irrigen Annahme, dass gelegentlicher Wochenendkonsum sicher sei. Die Ergebnisse der aktuellen Studie von Lucena und seinem Team würden diese Annahme jedoch widerlegen.
Quellen:
Überdosis Stimulanzien wird oft nicht erkannt (20.08.2025)
Anhaltende Herzschäden auch nach Abstinenz von Alkohol und Kokain (13.08.2025)
Kokain erhöht Risiko für Kopf-Hals-Tumore (06.11.2024)
Bewegungsstörungen durch Kokain (30.10.2024)Webanalyse / Datenerfassung
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