Langanhaltende Schlafstörungen bei Ecstasykonsumenten und -konsumentinnen

18.09.2009

Ecstasy (MDMA) macht euphorisch und hält wach. Letzteres offenbar länger als gewünscht. Denn ein britisches Forschungsteam hat im Rahmen einer internetbasierten Befragung herausgefunden, dass auch ehemalige Konsumentinnen und Konsumenten noch über Schlafprobleme klagen.

Seit langem schon steht Ecstasy im Verdacht, neurotoxisch zu sein, also Nervenzellen im Gehirn nachhaltig zu schädigen. Hirnareale, die durch den Botenstoff Serotonin aktiviert werden, sollen besonders betroffen sein. Serotonin beeinflusst aber nicht nur den Gemütszustand, sondern auch den Tag-Nacht-Rhythmus. Anzunehmen wäre daher, dass durch Ecstasykonsum hervorgerufene Nervenschäden sich auch in Form von Schlafproblemen bemerkbar machen könnten. Zur Überprüfung ihrer Hypothese führte ein Forschungsteam der Universität Bristol in Großbritannien eine Internetbefragung durch, die sich an aktuelle und ehemalige Ecstasykonsumentinnen und -konsumenten richtete.

In der Befragung sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem Angaben über Schlafdauer, Anzahl der Schlafunterbrechungen und Schlaflänge machen. Das Forschungsteam interessierte sich vor allem für jene Personen, die nur Ecstasy konsumieren oder konsumiert haben, um den Effekt anderer Drogen möglichst ausschließen zu können. Da die meisten Konsumentinnen und Konsumenten Mischkonsum betreiben, erfüllten von 1.035 Personen, die an der Befragung teilgenommen haben, nur 89 dieses Kriterium. Davon waren 58 ehemalige und 31 aktuelle Konsumentinnen und Konsumenten.

Im Vergleich zu einer drogenabstinenten Kontrollgruppe berichteten die aktuell Ecstasy Konsumierenden von einer signifikant schlechteren Schlafqualität. Allerdings könne dieses Ergebnis auch durch akute Nachwirkungen von Ecstasy beeinflusst worden seien, schreibt das Forschungsteam in seinem Fachartikel. Interessanter seien die Berichte der ehemaligen Ecstasykonsumentinnen und -konsumenten. Obwohl sie schon seit längerem kein Ecstasy konsumieren, ist die Schlafqualität der ehemaligen Konsumentinnen und Konsumenten immer noch beeinträchtigt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe haben sie mehr Schlafunterbrechungen in der Nacht. Andere Schlafparameter wie Einschlafdauer oder Schlaflänge würden sich hingegen nicht unterscheiden.

Um zu überprüfen, ob die Schlafprobleme nicht schon vor dem Ecstasykonsum vorhanden waren, wurde zusätzlich danach gefragt, seit wann diese bestehen. Von den ehemaligen Konsumentinnen und Konsumenten gaben immerhin 21 Prozent an, dass sich ihr Schlaf seit dem Beginn des Ecstasykonsums verschlechtert habe. 75 Prozent davon schreiben diese Probleme explizit dem Ecstasykonsum zu. Anzumerken ist jedoch, dass die Schlafqualität immer noch überwiegend als befriedigend bewertet wird.

Ob das häufige nächtliche Aufwachen tatsächlich ursächlich durch die Schädigung serotonerger Nervenzellen hervorgerufen wird, lässt sich aufgrund der Internetbefragung nicht sagen. Die Ergebnisse beruhen ausschließlich auf Selbsteinschätzungen und sind lediglich als Hinweis zu verstehen. Einschränkend fügen die Autorinnen und Autoren noch hinzu, dass im Vergleich zur Kontrollgruppe ein signifikant höherer Anteil der Ecstasykonsumierenden schon einmal wegen psychischer Probleme in Behandlung war. Schlafprobleme könnten daher auch Folge dieser Probleme sein.

Quelle:
Carhart-Harris, R., Nutt, D., Munafò, M. & Wilson, S. (2009). Current and former ecstasy users report different sleep to matched controls: a web-based questionnaire study. Journal of Psychopharmacology, 23 (3), 249-257. Abstract

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