Home > News > Aktuelle Meldungen > Methamphetamin könnte soziale Wahrnehmung und Verhalten verändern
08.04.2026
Eine Vergleichsstudie zeigt: Personen, die Methamphetamin auf problematische Weise konsumieren, können positive Gesichtsausdrücke schlechter erkennen und haben eine erhöhte Aggressionsbereitschaft.
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Bild: Rawpixel / istock.com
Ist das ein freundliches Lächeln? Oder doch eher ein spöttisches Grinsen? Die Emotionen meines Gegenübers korrekt zu erkennen, ist eine wichtige zwischenmenschliche Fähigkeit. Sie ist Teil einer Gruppe von Fähigkeiten, die in der Wissenschaft als soziale Kognitionen bezeichnet werden. Dazu gehören das Erkennen, Verstehen und angemessene Reagieren auf die Emotionen Anderer.
Menschen mit Drogenproblemen haben oft Schwierigkeiten mit diesen Fähigkeiten. Das schließt auch Menschen ein, die in erster Linie einen problematischen Konsum von Methamphetamin haben, wie eine Studie aus dem australischen Melbourne zeigt. Studienleiter Justin Mahlberg und sein Team haben eine Reihe von Tests durchgeführt und die Leistungen von 52 Methamphetamin-Konsumierenden und 51 Nicht-Konsumierenden miteinander verglichen.
Einer der Tests bestand aus 100 Bildern, die in unterschiedlichen Abstufungen glückliche, wütende oder neutrale Gesichtsausdrücke zeigten. Die Teilnehmenden hatten die Aufgabe, einzuschätzen, welche Emotionen die Gesichter ausdrücken.
Dabei zeigte sich, dass Konsumierende fröhliche Gesichter häufiger als neutral interpretierten und stärkere visuelle Hinweise benötigten, damit die Gesichter auf sie glücklich wirkten. Hingegen wurden wütende Gesichter von beiden Gruppen gleichermaßen erkannt. Crystal-Konsumierende scheinen somit nicht generell schlechter darin zu sein, Emotionen zu erkennen, aber speziell bei glücklichen Gesichtsausdrücken tun sie sich offenbar schwer.
In weiteren Tests zeigten Methamphetaminkonsumierende nicht nur weniger Kooperationsbereitschaft und zwischenmenschliches Vertrauen. Sie neigten auch stärker zu aggressivem Verhalten. Letzteres ermittelten die Forschenden, indem sie den Teilnehmenden erklärten, sie würden mehrere Durchläufe in einem Computerspiel spielen, bei dem es um die Reaktionsgeschwindigkeit geht. Ihr menschlicher Gegner sitze in einem anderen Raum.
In Wirklichkeit wurde ihre Bereitschaft getestet, den Gegner durch einen lauten Ton zu bestrafen, wenn dieser langsamer war als sie selbst. Der Gegner wurde vom Computer simuliert. Die Lautstärke konnten die Teilnehmenden in acht ansteigenden Stufen frei wählen. Dabei wählten die Konsumierenden höhere Lautstärken als Nicht-Konsumierende.
Bemerkenswert war zudem, dass die Wahl der Lautstärke unabhängig davon war, ob die Teilnehmenden zuvor selbst bestraft wurden. Es gab also keine Anzeichen dafür, dass es sich um Vergeltungsmaßnahmen handelte. Vielmehr schienen die Konsumierenden eine generell höhere Aggressionsbereitschaft zu haben.
Das alles kann das soziale Miteinander für Betroffene und Angehörige belasten. So können geminderte sozial-kognitive Fähigkeiten zu sozialer Isolation, Depressionen, und einer Verschlimmerung des Drogenproblems führen. Gleichzeitig wirkt sich der Konsum von Methamphetamin auch negativ auf weitere kognitive Fähigkeiten aus.
Die Forschenden betonen jedoch, dass die Beeinträchtigungen sich vermutlich wieder zurückbilden können, wenn der Konsum reduziert oder abgesetzt wird. Darauf zumindest deuten Ergebnisse einer Studie mit Kokainkonsumierenden hin, deren soziale Kognitionen sich mit der Reduzierung des Konsums verbesserten.
Quelle:
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