Nikotinabhängig vom Kiffen

15.04.2011

Dass der Konsum von Cannabis mit bestimmten gesundheitlichen Risiken verbunden ist, wird wohl kaum jemand bestreiten. Vermutlich denken beim Thema Cannabis jedoch die wenigsten an eine Nikotinabhängigkeit. Joints enthalten aber neben Cannabis oft noch Tabak. Einer aktuellen Studie zufolge mischen vier von fünf Jugendlichen, die kiffen, Tabak mit in die „Tüte“. Durch das Mitrauchen von Tabak wird Cannabis so zum „Trojanischen Pferd“ für die Entwicklung einer Nikotinabhängigkeit.

Holzpferd auf einem Spielplatz

Bild: AllzweckJack / photocase.com

Das Rauchen von Tabak hat weitreichende negative Auswirkungen auf die Gesundheit. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gilt Tabakrauchen als das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko und die häufigste vermeidbare Todesursache unserer Zeit - weltweit.

Was beim Kiffen oft nur als Nebensache betrachtet wird: Der Joint enthält oft auch Tabak. Doch wie verbreitet ist eigentlich das Mischen von Cannabis mit Tabak? Um diese Frage zu klären, haben Joan-Carles Suris und sein Forschungsteam aus Lausanne Daten einer groß angelegten Schülerbefragung herangezogen. Sie werteten die Schweizer Daten des „European School Survey Projects on Alcohol and other Drugs“ (ESPAD) aus. Daran beteiligt waren über 7.000 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 8 bis 10. Von den Befragten gaben 881 an, im letzten Monat Cannabis konsumiert zu haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Mischen praktisch die übliche Konsumform ist: Vier von fünf Cannabiskonsumierenden (82 Prozent) geben an, häufig oder sehr häufig Cannabis mit Tabak zu mischen, 13 Prozent machen dies selten und nur 5 Prozent konsumieren Cannabis ohne den Zusatz von Tabak.

Selbst bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern besteht der Joint meist aus einer Mischung aus Tabak und Cannabis. Der Studie zufolge rauchen 5 Prozent der kiffenden Jugendlichen üblicherweise keine Zigaretten und 15 Prozent bezeichnen sich als ehemalige Raucherin bzw. Raucher.

Neben dem Risiko des frühen Einstiegs in den Cannabiskonsum riskieren die Jugendlichen somit auch eine Nikotinabhängigkeit. Denn Nikotin hat ein hohes Suchtpotential. Studien zeigen, dass Jugendliche selbst bei gelegentlichem Rauchen schon Anzeichen einer Nikotinabhängigkeit zeigen können. Es wird daher davon ausgegangen, dass das Mischen von Cannabis und Tabak zu einem langfristigen und regelmäßigen Zigarettenkonsum beiträgt. So konnte in einer US-amerikanische Studie mit Zwillingen nachgewiesen werden, dass die Wahrscheinlichkeit für den Übergang vom gelegentlichen zum regelmäßigen Rauchen 4,4-fach höher war, wenn auch Cannabis konsumiert wurde.

Auch wenn die meisten jungen Menschen den Cannabiskonsum im Laufe der Zeit komplett einstellen, schädigen sie ihre Gesundheit also unter Umständen weiterhin durch den fortlaufenden Konsum von Zigaretten. Joints werden deswegen auch als ein „Trojanisches Pferd“ für Nikotin bezeichnet, weil es sich so quasi unbemerkt einschleicht. Problematisch ist die Mischung aus Cannabis und Tabak auch, weil der Rauch aus Joints in der Regel tiefer und länger Inhaliert wird als bei normalen Zigaretten.

Quelle:
Belanger, R., Akre, C., Kuntsche, E., Gmel, G. & Suris, J. (2011). Adding Tobacco to Cannabis - Its Frequency and Likely Implications. Nicotine & Tobacco Research, doi: 10.1093/ntr/ntr043. Zusammenfassung

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