Home > News > Aktuelle Meldungen > Persönlichkeitsmerkmale stehen mit erhöhtem Risiko für Cannabisabhängigkeit in Zusammenhang
18.12.2024
Eine Studie aus den USA will herausgefunden haben, dass bestimmte Ausprägungen der „Big Five“-Persönlichkeitsmerkmale mit Cannabisabhängigkeit in Verbindung stehen.

Bild: lassedesignen / stock.adobe.com
Manche Menschen sind besonders kontaktfreudig, andere eher zurückhaltend. Die eine Person dominiert jedes Gespräch, die andere verträgt sich gut mit anderen. Menschen sind unterschiedlich. Zwar können Menschen sich verändern, ihre Persönlichkeit gilt aber als relativ stabiles Merkmal.
Können bestimmte Eigenschaften einer Person das Suchtrisiko erhöhen? Forschende aus den USA haben sich mit der Frage befasst, ob grundlegende Persönlichkeitseigenschaften das Risiko für eine Cannabisabhängigkeit erhöhen. Dazu haben Studienleiterin Tanya Jain und ihr Team 1.335 Patientinnen und Patienten einer psychiatrischen Privatklinik in den USA untersucht. Bei 338 der Studienteilnehmenden wurde zum Zeitpunkt ihrer Behandlung oder in der Vergangenheit schon mal eine Cannabisabhängigkeit diagnostiziert, bei den übrigen nicht.
Wichtige Grundlage der Studie war ein Fragebogen, der die so genannten „Big Five“ der Persönlichkeit misst. Der Theorie nach gibt es fünf grundlegende Persönlichkeitsmerkmale, die jede Person mehr oder weniger zeigt. So haben die Forschenden festgestellt, dass sich cannabisabhängige Personen bei drei der fünf Merkmale von anderen Personen ohne Cannabisabhängigkeit unterscheiden.
Den Ergebnissen zufolge ist das Merkmal „Gewissenhaftigkeit“ weniger stark bei den Cannabisabhängigen der Studie ausgeprägt. Gewissenhafte Menschen gelten als fleißig und diszipliniert. Umgekehrt mangelt es weniger gewissenhaften Menschen an zielorientiertem Handeln.
Eine weitere Eigenschaft, die bei den Personen mit Cannabisabhängigkeit weniger stark als in der Kontrollgruppe ausgeprägt war, nennt sich „Verträglichkeit“. Verträgliche Menschen gelten als empathisch, vertrauenswürdig und kooperativ. Da Cannabis oft im Freundeskreis konsumiert werde, sei es laut den Forschenden denkbar, dass Konsumierende mit gering ausgeprägter Verträglichkeit sich durch das Kiffen sozial besser verbunden fühlen.
Für die Eigenschaft „Offenheit für neue Erfahrungen“ fanden die Forschenden heraus, dass diese bei Personen mit Cannabisabhängigkeit stärker ausgeprägt ist. Neugierde sei zwar zunächst eine durchaus positive Eigenschaft, in Bezug auf Drogen könnten sich daraus aber Probleme ergeben.
Für die beiden Persönlichkeitseigenschaften „emotionale Stabilität“ und „Geselligkeit“ haben die Forschenden hingegen keine Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Cannabisabhängigkeit gefunden.
Einschränkend muss erwähnt werden, dass es sich um eine Stichprobe von Menschen handelt, die sich allesamt wegen psychischer Probleme in Behandlung befanden, was die Verallgemeinerbarkeit einschränkt. Insofern kann die Studie auch nur bedingt Aussagen darüber machen, ob Cannabisabhängigkeit generell mit bestimmten Persönlichkeitseigenschaften zusammenhängt.
Allerdings kann es für Konsumierende hilfreich sein zu wissen, dass bestimmte Merkmale mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Cannabisabhängigkeit in Verbindung stehen. Denn die Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung steigt, je mehr Risikofaktoren vorliegen. Wie es um das persönliche Risiko steht, lässt sich auch mit dem Selbsttest Cannabis Check herausfinden.
Quelle:
Wie Hunde Menschen mit Suchtproblemen helfen können (30.07.2025)
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